Wissenswertes und Geschichte - Blumengärten Hirschstetten

Die Blumengärten Hirschstetten sind seit 1952 in der 22., Quadenstraße 15 ansässig. Bis 2014 waren sie die Kultivierungsbetriebe der Wiener Stadtgärten.

Weg durch Bäume

In Eßling und Mauerbach gibt es Zweigbetriebe der Gärtnerei Hirschstetten: Seit 2014 ist die gesamte Produktion von ein- und zweijährigen Frühjahrs- und Sommerblumen für die Saisonauspflanzung in der Gärtnerei in Eßling angesiedelt, während in Mauerbach alle Stadtbäume gezogen werden.


Sommerblumen

Die Gärtnereien in Hirschstetten und Eßling weisen insgesamt 35.300 Quadratmeter Hochglasfläche und 4.550 Quadratmeter Folientunnel auf. Die Sommerblumen machen bei der Pflanzenkultivierung den wichtigsten Bestandteil aus. Sie bringen über den längsten Zeitraum - von Mai bis September - Farbe in unsere Stadt und sind unter anderem die bunte Visitenkarte des Wien Tourismus.

Die erste Gärtnerei zur Aufzucht von Pflanzen im kommunalen Bereich wurde 1860 durch die Wiener Stadtverwaltung aus adeligem Besitz erworben. Mit geringen Unterbrechungen gilt seit dieser Zeit die Eigenproduktion als Kriterium des Wiener Systems.

Eigenproduktion und weitere Tätigkeitsfelder

Auch heute werden noch nahezu 100 Prozent der Pflanzen, die den Weg in die Wiener Parkanlagen finden, in den städtischen Gärtnereien herangezogen. Dabei handelt es sich um etwa 300.000 Stück Frühjahrsblüher, wie zum Beispiel Violen, und um circa 800.000 Stück Sommerblumen. Neben diesen werden im Herbst noch rund eine Million Blumenzwiebeln für Tulpen und Narzissen gelegt.

Weitere Aufgaben der Blumengärten sind das Schmücken von städtischen Büroräumen, zum Beispiel in Amtshäusern, Schulen und Krankenhäusern sowie die Pflege der dortigen Zimmerpflanzen. Floristische Dekorationen von Events gehören ebenfalls zum Aufgabengebiet.

Geschichte

  • 1860: erwirbt die Stadt Wien eine kleine Gärtnerei aus dem Besitz des Adelsgeschlechtes Bechard auf dem Gelände des heutigen Kolonitzplatzes im 3. Wiener Gemeindebezirk.
  • 1867: Abbruch dieser Anlage und Errichtung der Sankt Othmarskirche, Neuaufbau eines Reservegartens auf dem heutigen Gelände des Eislaufvereins am Heumarkt
  • 1896: Absiedelung dieses Reservegartens im Zuge der Wienflussregulierung. Neubau des Reservegartens Vorgartenstraße auf einer Fläche von 4,5 Hektar
  • 1945: Zu dieser Zeit zählen neun kleinere Reservegärten, darunter die Gärtnerei "Hohe Warte", zu der damaligen Abteilung G 24. Der Hauptbetrieb Vorgartenstraße ist durch Kriegsschäden stark beeinträchtigt. Die ersten Überlegungen zur Errichtung eines modernen Reservegartens werden angestellt.
  • 1954: fasst der Wiener Gemeinderat den Beschluss zum großzügigen Ausbau des Reservegartens Hirschstetten mit einem Großgewächshaus. Die veranschlagten Gesamtkosten betragen 54 Millionen Schilling.
  • 1958: Baubeginn des Palmenhauses
  • 1959: Im Spätherbst ist das Großgewächshaus beheizbar und somit bezugsfertig. Vorläufige Fertigstellung des Reservegartens
  • 1974: Aufgrund steigender Anforderungen müssen seit der Fertigstellung laufend Erweiterungen der Hochglasfläche vorgenommen werden. Der letzte Gewächshausblock wird errichtet. Der Betrieb in der Gärtnerei "Hohe Warte" wird endgültig eingestellt.
  • 1981: Die Gärtnerei Christenson in Essling, 22., Hänischgasse 16 wird vom Wiener Stadtgartenamt übernommen und der Betriebsleitung des Reservegartens Hirschstetten unterstellt.
  • 1989: Umbau des Großgewächshauses in ein dekoratives Schauhaus
  • 1992: Schleifung von 1.500 Metern desolater Mistbeetanlagen, Bau moderner Folientunnel und Gewächshäuser
  • 1992: Zu einer dreitägigen Valentinsausstellung im Februar kommen circa 35.000 Besucherinnen und Besucher. Im Dezember findet eine ähnlich erfolgreiche Weihnachtsausstellung statt.
  • 1993: Im November des Jahres besucht Kardinal König den Reservegarten anlässlich einer Weintaufe.
  • 1994: Umbau und Modernisierung des Verwaltungsgebäudes. Renovierung des Palmenhauses. Das Palmenhaus und die Ausstellung der Orchideen aus der Vorgartenstraße in den Gewächshäusern der Reservegärten verzeichnen über 40.000 Besucherinnen und Besucher.
  • 2002: Der traditionsträchtige, aber nicht mehr zeitgemäße Begriff "Reservegärten" wird durch die Bezeichnung "Blumengärten Hirschstetten" ersetzt. Der Irrgarten, der Mediterrane Garten und der Koniferengarten werden angelegt. In der Folge kommen weitere Themengärten hinzu, die für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Unter dem Motto "Komm in Deinen Garten" werden Exkursionen und Workshops für Wiener Schulen als wichtiger Betrag zur Umweltbildung abgehalten, an denen jedes Jahr circa 10.000 Schülerinnen und Schüler teilnehmen.
  • 2004: Der Englische Garten wird fertiggestellt.
  • 2006: Die Tierhaltung wird vom Palmenhaus ins Freigelände ausgeweitet. Für die Tierhaltung wird die behördliche Bewilligung zum Betreiben eines Zoos der Kategorie A erteilt. Ein Schildkrötengarten wird angelegt.
  • 2008: Im Beisein des Mexikanischen Botschafters wird der Mexikanische Garten eröffnet.
  • 2009: Das Projekt "Spannberg" wird abgeschlossen und das Weinviertler Bauernhaus mit einem Osterfest eröffnet. Im Sommer folgt die Eröffnung des Indischen und des TCM-Gartens.
  • 2011: Die Schildkrötenanlage wird umgebaut. Im neu angelegten Hochzeitsgarten finden die ersten Trauungszeremonien der Traumhochzeiten - mittlerweile 96 Trauungen in Jahr - statt.
  • 2012: Eröffnung des Urzeitgartens und Anlage des Heilpflanzengartens
  • 2013: Fertigstellung des Garten der Provence und der Staudenversuchsflächen
  • 2015: Der TCM-Garten wird erweitert und die Anlage der Kleinen Gärten eröffnet.
Haus inmitten von Feldern

Vorgartenstraße (1945)

Reservegarten aus der Vogelperspektive

Reservegarten aus der Vogelperspektive (1948)


Palmenhaus

Palmenhaus in Hirschstetten (1959)

Blumenbeete und Gewächshäuser

Hirschstetten (1960)

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