Geotechnisch-geologischer Lehrpfad Küniglberg

Mann erklärt einer Gruppe von Kindern

Lage: 13., Küniglberg (Zugang über kleine Sackgasse neben Haus Lainzerstraße 109A)
Fahrplanauskunft
Gartentelefon: +43 1 4000-8042

Beschreibung

Durch die hügelige Wald- und Wiesenlandschaft am Küniglberg zieht sich der geotechnisch-geologische Lehrpfad. An Hand zahlreicher Tafeln wird entlang des Lehrpfades die große Bedeutung österreichischer Geotechnik veranschaulicht. Parkbesucherinnen und -besucher können sich im Rahmen eines Spaziergangs am Küniglberg schrittweise mit den Wegbereitern österreichischer Geotechnik vertraut machen.

Der geotechnisch-geologische Lehrpfad entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Verein "Hietzinger Kulturbildungsinitiative" (Initiator Bezirksrat Dipl.-Ing. Helmut Brezinschek) und der TU-Wien (Univ. Prof. Dipl.-Ing. Dr. Heinz Brandl).

Geotechnik, eine junge Ingenieurwissenschaft

Geotechnik hat sich aus dem Bauingenieurwesen entwickelt. Dieses "Bauen im Untergrund" ist eine schwierige und äußerst komplexe Herausforderung, welche mit großen Risiken verbunden ist. Ihre Bewältigung erfordert höchste Qualifikation. Speziell auf diesem Fachgebiet sind weltweit herausragende Leistungen österreichischer Ingenieurinnen und Ingenieure zu finden. Bei vielen großen Brücken-, Tunnel- und Kraftwerksbauten findet sich diesbezügliches Know-how aus Wiener ZivilingenieurInnenbüros. Österreichische Geotechnikerinnen und Geotechniker werden weltweit gesucht und sind weltweit tätig.

Große Wegbereiter österreichischer Geotechnik

Mittels Schautafeln wird an die historischen Größen österreichischer Geotechnik im Rahmen des geologischen Lehrpfades erinnert:

  • Karl von Terzaghi (1883 bis 1963) gilt mit seinem Buch "Erdbaumechanik auf bodenphysikalischer Grundlage" als Gründer der modernen Bodenmechanik. Er war Professor an der Technischen Universität Wien und in Harvard und weltweit tätig.
  • Arthur Casagrande (1902 bis 1981) begann seine geotechnische Karriere auf der Technischen Universität Wien mit einer Hydraulik-Assistentenstelle und setzte sie später in Harvard fort. 1929 gründete er das Erdbaulaboratorium an der TU-Wien. Casagrande erstellte unter anderem das Plastizitätsdiagramm, führte die Schlämmanalyse ein und definierte neue zukunftsweisende Frostkriterien.
  • Otto Karl Fröhlich (1885 bis 1964) arbeitete anlässlich vieler sensibler Großbaustellen in Holland, Russland, England und der Türkei. Seine Bücher "Druckverteilung im Baugrund" und "Theorie der Setzungen in Tonschichten" sind bis heute Grundlagen aller Bodenmechanik. In Österreich war Fröhlichs prominenteste Baustelle das Salzburger Festspielhaus.
  • Josef Stiny (1880 bis 1958) war der wohl bedeutendste Vertreter des Grenzgebietes zwischen Geologie und Bauwesen und der eigentliche Begründer der Ingenieurgeologie.
  • Leopold Müller (1908 bis 1988) war als Bauleiter bei der Großglockner Hochalpenstraße und am Kraftwerk Kaprun tätig. Er entwickelte zahlreiche Geräte zur Felsprüfung und Deformationsmessungen. Neben zahlreichen Patenten und Konstruktionen ist seine "Neue Österreichische Tunnelbauweise" (NÖT) bis heute weltweit erfolgreich im Einsatz. Seine Lehrtätigkeit führte ihn in die USA, China, Pakistan und Japan.
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