Kampagne gegen illegalen Welpenhandel

Eine Kampagne der Stadt Wien regt seit 2013 zum richtigen Kauf von Tieren an. Kofferraum- und Internet-Verkäufen sowie "Mitleids-Käufen" wird der Kampf angesagt. Ein neuer Film veranschaulicht das Tierleid, das hinter dem Welpenhandel steckt:

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Zusammenarbeit mit PartnerInnen

Zwei Welpen hinter Gittern

Im Kampf gegen den illegalen Welpenhandel konnten bereits zahlreiche illegale Welpenhändlerinnen und -händler aufgedeckt und angezeigt werden. Für Private ist es gesetzlich verboten, Tiere im Netz feilzubieten.

Mit tieranzeigen.at und Bazar.at konnten weitere Partner gefunden werden: Die großen Online-Plattformen verzichten mittlerweile auf private Tieranzeigen und sparen damit viel Tierleid.


Illegaler Welpenhandel

Video: Kampagne gegen illegalen Welpenhandel

Geschätzte bis zu 200.000 Hundewelpen werden jährlich in den deutschsprachigen Raum geschleust. Der illegale Welpenhandel verdient mit unfassbarem Tierleid ein Vermögen.

Die Stadt Wien startete im November 2013 eine umfassende Kampagne zum richtigen Tierkauf, der wohlüberlegt und fernab von Mitleidseffekten erfolgen soll. Die Kampagne soll außerdem darüber aufklären, wo ein Tier gekauft werden sollte, was es heißt, Verantwortung für ein Tier zu übernehmen, und welche dramatischen Folgen der Kauf von unseriösen Verkäuferinnen und Verkäufern hat.

Tierschutzstadträtin Ulli Sima: "Tiere sind Lebewesen und keine Handelsware, die wie ein Pullover oder ein Computerspiel einfach wieder umgetauscht werden können."

Import von Seuchen auch Gefahr für den Menschen

Das Veterinäramt (MA 60) hat immer wieder mit Fällen von kranken, ungeimpften Tieren oder Tieren mit gefälschten Impfpässen zu tun. Dies kann auch für die neuen Besitzerinnen und Besitzer mit viel Leid und hohen Kosten verbunden sein.

Zudem können mit dem illegalen Welpenhandel Krankheiten eingeschleppt werden, die in Österreich längst ausgestorben sind, wie etwa Tollwut. Sie stellt auch für die Menschen eine enorme Gefahr dar.

Profit mit dem Leid von Tieren

Grafische Darstellung des Kreislaufs des Leids beim Welpenhandel: von der Produktion über illegale, verwerfliche Verkäufe vermeintlich billiger Tiere und Mitleidskäufe, die die Produktion von neuen Welpen ankurbeln, bis hin zu Verhaltensstörungen, Krankheiten und dem Tod von 70 Prozent der Welpen

Mit dem Kauf "billiger" Tiere wird ein todbringendes System unterstützt. Expertinnen und Experten gehen davon aus, das jedem "geretteten" verkauften Hund rund fünf neue folgen.


  • Welpen werden regelrecht am Fließband "produziert". Die Nachfrage kurbelt den Markt an.
  • Unvorstellbare Zustände bei der Zucht: kein Sonnenlicht, kein Grün, Hündinnen sind "Gebärmaschinen".
  • Welpen werden unter dramatischen Bedingungen durch halb Europa transportiert und verkauft. Viele davon sterben bereits am Weg.
  • Angebotene Welpen sind meist zu jung. Vor der vollendeten achten Woche dürfen die Jungtiere nach den Bestimmungen des Tierschutzgesetzes nicht von der Mutter getrennt werden. Durch die frühzeitige Trennung der Tiere von der Mutter und den Wurfgeschwistern entstehen soziale Defekte, die oft ein Leben lang bleiben. Somit besteht die Gefahr, einen nicht sozialisierten, verhaltensgestörten Hund zu erwerben.
  • In vielen Fällen sind die Welpen bereits latent krank. Virale oder bakterielle Infektionserkrankungen sind bei Übergabe des Tieres häufig noch in der Inkubationszeit und damit symptomlos beziehungsweise mittels Antibiotika unterdrückt. Durch den Stress der Trennung und des Transports brechen Krankheiten meist nach wenigen Tagen bei den neuen Halterinnen und Haltern aus. Sie haben intensive tierärztliche Behandlungen zur Folge und enden oft mit dem Tod der Welpen.
  • Das vermeintliche "Schnäppchen" durch den günstigen Kaufpreis entpuppt sich häufig durch nachfolgende oftmals lang dauernde Behandlungskosten als Kostenfalle: 1.500 Euro und mehr Tierarztkosten nach wenigen Tagen sind keine Seltenheit.
  • Laut Expertinnen und Experten überleben sieben von zehn importierten Welpen das erste Lebensjahr nicht.
  • Durch den illegalen Welpenhandel wird die Vermittlung von Tieren aus heimischen Tierheimen immer schwieriger.

Wo kaufe ich meinen Hund?

Haustiere bedeuten Verantwortung

Junge Frau mit vier Welpen am Arm

Alle Jahre wieder werden tausende Tiere nach dem Weihnachtsfest in Tierheimen abgegeben oder einfach ausgesetzt. Der englische Hundeschutzverein Dogs Trust vermittelt keine Hunde zwischen 22. und 29. Dezember, um das Verschenken von Tieren zu Weihnachten zu minimieren.

Tiere bedeuten enorme Verantwortung, brauchen viel Zeit und Aufmerksamkeit. Deshalb sollte mehr als einmal gut überlegt werden, ob ein Haustier als neues Familienmitglied aufgenommen werden soll. Kinder verlieren oft rasch das Interesse an ihren neuen Freunden.

Ein Buch für Kindergartenkinder informiert über die große Verantwortung für ein vierbeiniges Familienmitglied:

"Mama, ich will einen Hund" - Kinderbuch zum Lachen und Nachdenken

Wer sich ernsthaft für ein Tier interessiert, der kann im neuen TierQuarTier in der Donaustadt vorbeischauen. Dort warten entlaufene, herrenlose und beschlagnahmte Hunde, Katzen und Kleintiere auf ein neues Zuhause.

TierQuarTier Wien

Stadt Wien aktiv gegen Welpenhandel

  • Strenger Vollzug und Verfolgung von Straftätern
  • Enge Kooperation mit der Wiener Polizei
  • Breite Information zum richtigen Tierkauf
    • Kampagne zur Bewusstseinsbildung
      • Wer Welpen billig kauft, tötet! - Sujet: 586 KB PDF
      • Weihnachten hab ich mir anders vorgestellt - Sujet: 2 MB PDF
    • Spezielle Schwerpunkte dazu in Schulen und Kindergärten (beispielsweise schulhund.at)
  • Enge Kooperationen mit NGOs
    • Zusammenarbeit mit Vier Pfoten (Stoppt die Welpendealer)
    • Unterstützung der Petition "Augen auf beim Welpenkauf!"
    • Unterstützung von Kastrationen durch die Vier Pfoten in Nachbarstaaten
  • Kooperationen zwischen den Veterinärbehörden
    • Innerhalb Österreichs mit anderen Bundesländern
    • Bei Verdachtsfällen Amtshilfe bei ausländischen Behörden
  • Forderungen der Stadt Wien
    • Änderung im Bundestierschutzgesetz: Verkaufsverbot übers Internet regeln und klar stellen, dass nur gewerbliche Züchterinnen und Züchter sowie gemeldete Tierheime Tiere übers Internet feilbieten dürfen.
    • Verbot von Verkauf in Tierhandlungen

Was echte TierliebhaberInnen tun können

  • Tieren aus einem heimischen Tierheim ein liebevolles Zuhause geben oder, wenn nicht möglich, eine Patenschaft übernehmen
  • Protest gegen den skrupellosen Hundehandel: Stop the puppy dealers
  • Illegale Tierhändlerinnen und -händler wie zum Beispiel Straßenverkäuferinnen und -verkäufer sofort den Behörden melden:
  • Gratisfolder mit allen Infos unter der Telefonnummer 4000-81349 anfordern oder herunterladen: 4 MB PDF
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