Wiener Stadt-Landwirtschaft - Regional, ökologisch, klimafreundlich

Wien ist weltberühmt für seinen Wein und auch Gemüse aus Wien ist bekannt. Dass es darüber hinaus auch eine Vielzahl an landwirtschaftlichen Betrieben mit vielfältigem und originellen Angebot gibt, ist noch weniger bekannt.

In Wien gibt es 645 landwirtschaftliche Betriebe, vor allem in den Bezirken Favoriten, Simmering, Döbling, Floridsdorf, Donaustadt und Liesing. Von den Wiener Landwirtschaftsbetrieben sind 211 Gartengemüsebaubetriebe, 197 Weinbaubetriebe, 161 Ackerbaubetriebe, 80 Gartenbaubetriebe für Blumen und Zierpflanzen, 16 Tierhaltungsbetriebe, 12 Feldgemüsebaubetriebe, 8 Obstbaubetriebe und 3 Forstbetriebe. Rund 4.300 Hektar der 5.700 Hektar Wiener Landwirtschaftsflächen sind Ackerland. 870 Hektar werden für Gartenbau - vor allem für die Gemüseproduktion - genutzt. Auf 665 Hektar, einer Fläche so groß wie die Bezirke Mariahilf, Neubau, Josefstadt und Alsergrund gemeinsam, wird Wein angebaut.


Kreative Stadt-Landwirtschaft

Buchstabe "F" aus Feigen und Fisch

F wie "Feigenhof" und "Fischzucht"

Die Produkte der Wiener Stadt-Landwirtschaft sind hochwertig, werden kreativ und garantiert gentechnikfrei produziert und sind dank der kurzen Transportwege schonend für Umwelt und Klima.

Umweltstadträtin Ulli Sima: "Bei Landwirtschaft denkt man wohl eher an ländliches Idyll als an eine pulsierende Millionenstadt. Dabei liegen regional und biologisch produzierte Lebensmittel nicht nur voll im Trend, sondern erfreuen sich bei den KonsumentInnen immer größerer Beliebtheit – gerade auch in Krisenzeiten und vor allem auch aus Klimaschutzgründen. Die Wiener ProduzentInnen landwirtschaftlicher Produkte zeigen sich jedenfalls von ihrer kreativsten Seite, ausprobieren lohnt sich."


  • In Favoriten findet man beim Prentlhof Bio-Eier von glücklichen Vorstadthühnern, Bio-Nudeln in unterschiedlichen Variationen sowie Wiens erstes Bio-Kürbiskernöl.
  • Feigen gedeihen nicht nur in warmen Regionen wie am Mittelmeer, sondern auch am Bio-Feigenhof in Simmering.
  • Wenn Sie es gerne etwas ausgefallener mögen, sollten Sie einmal die Wiener Schnecken aus dem Hause Gugumuck aus dem 10. Bezirk probieren. Früher waren Schnecken als "Wiener Auster” in der österreichischen Küche eine weit verbreitete Spezialität. Wien galt im 18. Jahrhundert sogar als die "Schneckenhochburg" mit eigenem Schneckenmarkt in der Innenstadt, gleich hinter der St. Peterskirche. Serviert wurden die Schnecken gekocht, gebacken, in Speck gebraten mit Weinkraut und sogar gezuckert.
  • In der Donaustadt gibt es eine nachhaltige und ressourcenschonende Fischzucht. Blün vereint Fischzucht und Gemüseanbau mit der nachhaltigen Aquaponik-Technologie in einem geschlossenen Kreislauf . Dadurch geht kein Tropfen Wasser verloren, denn das Abwasser der Fischzucht wird als Gießwasser für die Pflanzen im Glashaus verwendet.
  • Bei Hut und Stiel wachsen Austernpilze auf Kaffeesatz. Seit 2015 werden Speisepilze auf Kaffeesatz - einer Ressource die besonders in Wien unendlich verfügbar ist - gezüchtet. Statt im Müll zu landen, wird der Kaffeesatz von Wiener Kaffeehäusern, Restaurants, Großküchen und Büros abgeholt und zu Pilzsubstrat weiterverarbeitet und dient als Nährboden für die köstlichen Wiener Austernpilze.

Wein und Bier

Die Stadt Wien ist mit dem rund 60 Hektar großen Weingut Cobenzl sehr erfolgreich bei der Produktion bester Weine in Spitzenqualität, die national und international vielfach prämiert sind. Das städtische Weingut zählt heute zu den bedeutendsten Wiener Weinbaubetrieben und produziert seit 2020 biologisch.

Wiener Wein

Auch die Biertrinkerinnen und Biertrinker in der Stadt können sich auf landwirtschaftliche Qualität aus Wien verlassen. Das "Wiener Original" der Ottakringer Brauerei wird künftig ausschließlich mit Wiener Braugerste in der Malzmischung gebraut.

Gemüse

Buchstabe "G" aus Gurken und Gemüse

G wie "Gurken-Hauptstadt"

Wien hat auch bei der regionalen Gemüseproduktion eine Sonderstellung. Als einzige Millionenstadt weltweit kann sich Wien während der Saison mit Gemüse selbst versorgen. Die über 200 Wiener Gemüsebaubetriebe sind meist kleine Familienbetriebe, die rund 40 verschiedenen Sorten Gemüse anbauen. Die Hauptkulturen sind Paradeiser, Gurken und Paprika. Sie werden im Glashaus produziert und in der Saison fast täglich geerntet. Insgesamt wurden so 2019 über 70.000 Tonnen Gemüse in der Stadt produziert.

Mit insgesamt 29.270 Tonnen geernteten Gurken und einem Anteil von 65,3 Prozent an der österreichweiten Gesamtproduktion ist Wien "Gurken-Hauptstadt" Österreichs.


Bio-Landwirtschaft

Buchstabe "B" aus Getreide, Brot und Eiern

B wie "Bio"

Dank der vielen Gemüse- und Ackerbaubetriebe, Gärtnereien und Weingüter verfügt Wien über einen starken Bio-Fokus: Mit 27 Prozent Bio-Betrieben liegt Wien hinter Salzburg auf Platz 2 im Bundesländervergleich, mit 32 Prozent landwirtschaftlicher Bio-Fläche im österreichischen Spitzenfeld.

Die Stadt Wien selbst ist absolute Öko-Pionierin: Bereits vor über 40 Jahren hat sie damit begonnen, den stadteigenen Landwirtschaftsbetrieb auf biologische Produktionsweise umzustellen. Heute bewirtschaftet die Stadt Wien rund 1.700 Hektar Bio-Fläche und führt somit einen der bedeutendsten Bio-Betriebe Österreichs. Die Stadt Wien leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Ressourcennutzung und zum Klimaschutz.


Kontinuierliche Umstellung auf Bio-Landbau

Die ersten Versuche im Bio-Landbau gab es im heutigen Bio-Zentrum Lobau bereits 1978 in Zusammenarbeit mit der Universität für Bodenkultur Wien. Damit zählt das Zentrum österreichweit zu den Öko-Pionieren. Ausgehend von ein paar kleinen Anbauflächen waren 9 Jahre später alle Äcker des Stadtguts Lobau auf organisch-biologischen Landbau umgestellt. 2001 folgten die Ackerflächen in Essling (ehemaliger Schafflerhof) und seit 2008 werden auch die stadteigenen Flächen am Magdalenenhof am Bisamberg biologisch bewirtschaftet. Das Stadtgut Laxenburg/Wallhof mit einer Bewirtschaftungsfläche von rund 850 Hektar wird seit 2018 als Bio-Betrieb geführt.

Wiener Bio-Erdäpfel für Wiener SeniorInnen-Wohnheime

Der Schwerpunkt der landwirtschaftlichen Produktion liegt auf hochwertigem Bio-Getreide. Angebaut werden alle gängigen Getreidesorten wie Weizen, Roggen, Gerste, Dinkel, Hafer und Mais. Darüber hinaus werden, Bio-Gemüse, Hülsenfrüchte, Saatgut und Bio-Erdäpfel kultiviert. Ein Gutteil der Erdäpfel-Ernte - rund 350 Tonnen pro Jahr - wird vom Kuratorium Wiener Pensionisten Wohnhäuser (KWP) bezogen. Somit befindet sich die gesamte Wertschöpfungskette in Wien und die logistische Distribution der regionalen Bio-Lebensmittel wird mit möglichst kurzen Transportwegen umgesetzt.

Alte Sorten neu entdeckt

Die Stadt Wien nimmt ihre Verantwortung für den Schutz der Artenvielfalt wahr und kultiviert auch seltene Erdäpfelsorten wie Violetta, Pinki und Salad Blue. Denn viele alte Sorten sind durch die Industrialisierung der Landwirtschaft von den Äckern verschwunden. In letzter Zeit besinnt man sich vielerorts wieder dieser alten Sorten. Bei Konsumentinnen und Konsumenten sind sie wieder sehr beliebt.

Wiener Lebensmittelaktionsplan

Die Stadt Wien setzt zahlreiche Initiativen für eine bessere und ökologische Ernährung sowie Beschaffung und Produktion landwirtschaftlicher Produkte. Der Wiener Lebensmittelaktionsplan "Wien isst G.U.T. - Gesund/Genussvoll, Umwelt-/Klima- und Tierfair" bündelt und erweitert die bisherigen städtischen Initiativen für einen nachhaltigen und tierfreundlichen Umgang mit Lebensmitteln.

Nachhaltiger Umgang mit Lebensmitteln - Lebensmittelaktionsplan "Wien isst G.U.T."

Produkte der Wiener Stadt-Landwirtschaft

Alle Wiener Betriebe und Direktvermarktungsformen finden Sie auf Stadtlandwirtschaft Wien.

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