Keine Kleinigkeit - die Sauberkeitskampagne 2012

Plakat zum Thema Hundekot aus der Sauberkeitskampagne "Keine Kleinigkeit"

"Keine Kleinigkeit" sind weggeworfene Tschickstummel, abgelagerter Sperrmüll und liegengelassener Hundekot: Die Abteilung Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark (MA 48) führt in ihrer neuen Sauberkeitskampagne mit überdimensionalen Müllsünden drastisch vor Augen, dass diese kein Kavaliersdelikt und auch die Strafen für derartige Vergehen keine Kleinigkeit sind:

"Der Großteil der Wienerinnen und Wiener hält sich an die Sauberkeitsspielregeln in unserer Stadt, aber es gibt immer noch ein paar Uneinsichtige und gerade die Tage nach der Schneeschmelze haben da und dort unschöne Dinge zum Vorschein gebracht, die völlig inakzeptabel sind und daher bleiben wir natürlich dran: Top-Angebot für die ordnungsgemäße Entsorgung und strenge Kontrollen und Strafen bei Vergehen – denn Müllsünden sind keine Kleinigkeit", stellte Umweltstadträtin Ulli Sima bei der Präsentation der MA 48-Kampagne unmissverständlich klar.

Riesengroße Sperrmüllablagerungen lassen die geparkten Autos wie Miniaturmodelle wirken, ein Mega-Tschickstummel versperrt den gesamten Gehsteig und beim diesjährigen Hundekot-Sujet blickt der Hund, ein Weimaraner, auf die riesengroße Hinterlassenschaft durch die Untätigkeit seines rücksichtlosen Besitzers. Die MA 48 weist in den kommenden Wochen auf Plakaten, Citylights, Infoscreens, in Inseraten und im Internet auf die Eigenverantwortung eines jeden einzelnen hin. Ein besonderes Augenmerk gilt diesmal den Zigarettenstummeln. Daher gibt es zu diesem Thema auch einen Kinospot, der verdeutlicht, dass eine aus dem Auto geworfene Tschick in der Tat "keine Kleinigkeit" ist.

Wiens Sauberkeitsmaßnahmen wirken

Die Sauberkeitsmaßnahmen der letzten Jahre wirken und tragen dazu bei, dass Wien im internationalen Ranking der Lebensqualität immer wieder ganz vorne mit dabei ist: Der Ausbau des Serviceangebots, die stetige Weiterentwicklung sowie die Anpassung an die Bedürfnisse der Bevölkerung und letztendlich die Etablierung der WasteWatcher sind die unbestrittenen Erfolgsfaktoren für die Sauberkeit in Wien.

Das Gesamtpaket wirkt, Wien zählt zu den saubersten Städten der Welt. Der Rückgang von illegal abgelagertem Sperrmüll, liegengelassenem Hundekot, entführten Einkaufswagerln und auch Tschickstummeln sprechen für sich. Auch die Zufriedenheit der Wienerinnen und Wiener ist enorm. Natürlich gibt es immer noch Verbesserungsbedarf. "Wir lehnen uns keinesfalls zurück, ganz im Gegenteil: auch die letzten Uneinsichtigen werden wir überzeugen, dass sie ihren Mist selber und ordnungsgemäß entsorgen müssen, andernfalls gibt es saftige Strafen", so Sima.

Host an Tschick? Rauchende nehmen das Angebot an

Ausschnitt vom Plakat der Kampagne "Keine Kleinigkeit" zum Thema Zigarettenstummel

Laut Umfragen und Hochrechnungen aufgrund von Verkaufszahlen und Befragungen von Rauchenden geht die MA 48 aktuell von 600 Millionen weggeworfenen Tschickstummeln jährlich aus. 2005 waren es noch rund 870 Millionen. Das ist ein dramatischer Rückgang von über 30 Prozent. Die MA 48 hat das Angebot für die Rauchenden in den letzten drei Jahren enorm ausgebaut. Insgesamt gibt es mittlerweile 10.800 Papierkorb-Aschenbecher-Kombinationen und 850 freistehende Aschenrohe mit der Aufschrift "Host an Tschick?" Ab sofort wird die Offensive auch auf die Wiener Parks ausgeweitet. In den nächsten Monaten werden insgesamt 1.400 Stück in den Wiener Grünoasen der Abteilung Wiener Stadtgärten (MA 42) aufgestellt. Auf den Spielplätzen ist das Rauchen zum Wohle der Kinder strengstens verboten.

Aschenrohre weiter optimiert

Die Aschenrohre der MA 48 fassen in etwa 1.000 Zigarettenstummel. Sie wurden in den vergangenen Monaten weiter optimiert: Neu eingebrachte Kunststoffeinsätze verhindern künftig Verstopfungen bei der Einwurfsöffnung: Aufgrund der Ausgestaltung des neuen Einsatzes kann die Zigarette nach dem Ausdämpfen nicht mehr liegen bleiben, sondern fällt sofort in das Rohr. Pro Woche landen durchschnittlich bis zu 450 Zigarettenstummel in jedem Aschenbecher der MA 48. Grundsätzlich verlagert sich das Rauchen aufgrund der Anti-Raucher-Bestimmungen immer mehr in den Aussenraum. Viele Büros, Geschäfte und Lokale haben darauf reagiert und ebenfalls entsprechende Gefäße aufgestellt.

Bewusstseinsbildung

Aktuelle Umfragen von IFES vom Februar 2012 mit 1.000 Befragten zeigen, dass sich das Bewusstsein der Rauchenden in den letzten Jahren stark geändert hat: 2005 haben noch rund 70 Prozent der Befragten angegeben, ihre Tschickstummel in der Öffentlichkeit einfach auf den Boden zu werfen. 2012 sind es im Jahr nur noch an die 40 Prozent. Bereits 48 Prozent geben an, ihre Zigaretten in einem Aschenbecher zu entsorgen.

Auch das Wissen über die Strafen hat sich dramatisch verbessert. So wissen heute bereits 55 Prozent der Rauchenden, dass das es strafbar ist, Zigarettenstummel aus dem fahrenden Auto zu werfen. Hier drohen mindestens 75 Euro Strafe, weil eine Lenkererhebung gemacht wird. Auch die Akzeptanz für Strafen ist überraschend hoch: So befürworten 80 Prozent der Befragten eine Strafe für das achtlose Wegwerfen von Tschickstummeln. Selbst 70 Prozent der Rauchenden sind dafür.

Gestraft wird bereits. So wurden im letzten Jahr durch die WasteWatcher über 1.500 Amtshandlungen in Sachen Tschickstummel durchgeführt. Es gab über 800 Organstrafen und über 400 Anzeigen.

46 Prozent weniger illegal abgelagerte Kühlgeräte

Ausschnitt vom Plakat der Kampagne "Keine Kleinigkeit" zum Thema Sperrmüll

Auch beim Sperrmüll gibt es beachtliche Erfolge: Minus 46 Prozent illegal abgestellte Kühlgeräte, minus 28 Prozent illegal abgestellte Einkaufswagerl und minus 32 Prozent bei sonstigen illegal abgelagerten Sperrmüll im Zeitraum im Vergleich 2008 und 2011 sprechen eine erfreuliche Sprache.

Obwohl diese rückgängigen Daten erfreulich sind, wurden 2011 noch immer etwa 980 Kühlgeräte, 18.850 Einkaufswagerln und 77.000 Kubikmeter sonstiger Sperrmüll illegal abgelagert. Diese Zahlen sollen weiter verringert werden.

Das kommunale Angebot zur Entsorgung ist enorm. So gibt es 19 Mistplätze mit kundenfreundlichen Öffnungszeiten - der Mistplatz in der Percostraße hat auch sonntags geöffent.

Bei illegalen Ablagerungen drohen bis zu 1.000 Euro Strafe, die im Höchstfall auch auf 2.000 Euro ausgweitet werden können, wenn den Aufforderungen der WasteWatcher etwa nach Ausweisleistung zur Feststellung der Identität und dem Auftrag zur Entfernung der Verunreinigung nicht Folge geleistet wird.

Täglich 47.200 Hundekotsackerl in Wiens Papierkörben

Ausschnitt vom Plakat der Kampagne "Keine Kleinigkeit" zum Thema Hundekot

Die Situation beim Hundekot hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Hier stellte sich der Erfolg der WasteWatcher am schnellsten ein. Zugleich war die Verärgerung der Bevölkerung in diesem Bereich am stärksten. Mittlerweilen landen täglich 47.200 gefüllte Hundekotsackerl in Wiens Papierkörben. Die Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer nehmen das Angebot der über 2.900 Hundesetautomaten mit den 20 Millionen Gratissackerl im Jahr gut an. Eigenverantwortung ist in diesem Bereich schon lange kein Fremdwort mehr und Zivilcourage mittlerweilen eine Selbstverständlichkeit.

"Sind dir 36 Euro wurst?"

Teil der Hundekot-Kampagnen der Stadt Wien sind die mittlerweilen schon zum Stadtbild gehörenden Wiesenstecker mit der Aufschrift "Sind dir 36 Euro wurst?", die der herzige Jack Russel Terrier im Maul hat. Er macht damit Herrchen und Frauchen darauf aufmerksam, dass sie die Hinterlassenschaften des Vierbeiners wegräumen müssen. Seit Beginn der Aktion wurden mittlerweile ca. 110.000 Wiesenstecker in die beliebten "Tatorte" wie Wiesen, Straßenbegleitgrün und Parks gesteckt. Im Rahmen der aktuellen Kampagne werden nun wieder 5.000 Stück ausgebracht.

Plakate und Kinospot zur Kampagne

Alle MA 48-Serviceangebote online

Die MA 48 ist stets bemüht, das Service noch weiter auszubauen, so auch die Information über die Entsorgungsmöglichkeiten. Dazu gibt es alle Infos von den Hundesackerlautomaten bis zu den Mistplätzen im Online-Stadtplan der Stadt Wien. Unter dem Karteninhalt "Saubere Stadt" sind sämtliche öffentlichen Altstoffsammelbehälter, Mistplätze, Problemstoffsammelstellen, Hundesackerlautomaten und öffentliche WC-Anlagen übersichtlich dargestellt.

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