"Oida, Trenn!" - Kampagne zur Mülltrennung 2011

Die Botschaft "Oida, trenn!" ist unmissverständlich: Wir alle sollten den Müll trennen, dadurch den Restmüll reduzieren und wertvolle Altstoffe einer weiteren Verwendung zuführen.

Fotomontage des Citylights zur Kampagne "Oida, Trenn"

Gemeinsam mit der ARA startete die Abteilung Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark (MA 48) eine neue Bewusstseinskampagne zur Mülltrennung. Sie konnte dafür die Trackshittaz gewinnen, ihren Chart-Erfolg "Oida, taunz!" für die Kampagne "Oida, trenn!" umzuschreiben. "Wir wollen damit vor allem die jugendliche Zielgruppe erreichen und von der Sinnhaftigkeit der Mülltrennung überzeugen. Es gibt in Wien keine Ausreden – das Service der MA 48 zum Mülltrennen ist perfekt und umfassend. Neben der aktiven Müllvermeidung sind Mülltrennung und Wiederverwertung ein zentrales Anliegen. Es wird auch künftig konsequent weiterverfolgt, um alle Zielgruppen optimal zu erreichen", so Umweltstadträtin Ulli Sima.

Video: Trackshittaz fordern zum Mülltrennen auf

Die Kampagne vermittelte, wie einfach es ist, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Die Wienerinnen und Wiener trennen bereits fleißig. Sie sammeln pro Jahr über 350.000 Tonnen an Altstoffen. Das ist international gesehen ein tolles Ergebnis für eine Großstadt wie Wien. Dennoch gibt es noch Spielräume, weil immer noch Plastikflaschen, Dosen oder Glasflaschen im Restmüll landen. Diese Verpackungen werden dann nicht recycelt und sind somit als wichtiger Rohstoff für die Verwertung verloren. Mit der Kampagne soll auch die Motivation steigen, die Verpackungen noch besser getrennt zu sammeln.


Breite Infokampagne mit dem Song "Oida, Trenn!" von den Trackshittaz

Umweltstadträtin Ulli Sima, Trackshittaz Lukas Plöchl und Manuel Hoffelner sowie ARA-Vorstand Christoph Scharff bei der Pressekonferenz zur Kampagne "Oida, trenn!"

Umweltstadträtin Ulli Sima, Trackshittaz Lukas Plöchl und Manuel Hoffelner sowie ARA-Vorstand Christoph Scharff

Im Zentrum der Kampagne der MA 48 und der ARA standen Plastikflaschen, Dosen, Altglas und Altpapier. Auf Citylights, Rollingboards, in Inseraten, in Radiospots und auf beklebten U-Bahnen sowie der Wiener Straßenbahnlinie 1 wurde fürs Trennen geworben. "Oida, trenn, Plastik gelb, Dosen blau, geht schon oida, trenn, Buntglas grün, Papier ist rot, geht schon oida, trenn…" – von dem umgetexteten Song der Chart-Stürmer Lukas Plöchl und Manuel Hoffelner sollten sich vor allem Jugendliche angesprochen fühlen, ihre Dosen und Plastikflaschen ordnungsgemäß zu entsorgen.

"Mülltrennung ist wichtig, deswegen engagieren wir uns hier", so die beiden Sänger.

Plastik gelb – geht schon Oida, trenn…

Plakatsujet zur Mülltrennkampagne 2011 mit dem Thema Plastikflaschen

In Wien werden jährlich über 5.500 Tonnen Plastikflaschen gesammelt. Für die Produktion von einer Tonne PET-Flaschen benötigt man 1,9 Tonnen Erdöl. Durch die Verwertung von PET-Flaschen werden durch die Wienerinnen und Wiener daher jährlich fast 10.000 Tonnen an Erdöl eingespart.

Die Plastikflaschen gelangen zunächst in die Abfallbehandlungsanlage (Rinter-Zelt). Sie werden dort von Störstoffen befreit und in der Kunststoffsortieranlage nach Material sortiert. Die PET-Flaschen werden mittels Nahinfrarot in die Farben klar, blau und grün getrennt. Das Endprodukt wird an die verwertende Industrie übergeben.

Durch den Einsatz neuer technischer Verfahren ist es trotz der hohen hygienischen Anforderungen möglich, aus recycelten Materialien Produkte für den Lebensmittelbereich herzustellen. So können aus alten Getränkeflaschen neue Getränkeflaschen produziert werden ("bottle to bottle"). Weitere Recycling-Produkte sind Fasern für den Textilbereich oder zur Wärmedämmung, Kunststoffgebinde und vieles mehr.

Dosen blau – geht schon Oida, trenn…

Plakatsujet zur Mülltrennkampagne 2011 mit dem Thema Metall

In Wien werden jährlich mehr als 15.000 Tonnen Altmetalle gesammelt. Aus dieser Menge könnte man cirka 65 Wiener Riesenräder beziehungsweise 1,6 Millionen Fahrräder herstellen. Zum Wiederaufschmelzen von Aluminium als Sekundärrohstoff werden nur etwa fünf Prozent der Energie verbraucht, die zur Herstellung der gleichen Menge neuer Metallprodukte aus Hüttenmaterial benötigt wird.

Die gesammelten Metallabfälle werden zuerst durch Magnetabscheidung und maschinelle Sortierung in verschiedene Metallfraktionen getrennt und von Stör- und Fremdstoffen befreit. Eisenmetalle werden als Schrott zusammen mit anderen Schrottsorten und Roheisen in Stahlwerken zur Stahlproduktion verwendet. Endprodukte sind beispielsweise Eisenbahn- und Kfz-Bauteile, Waschmaschinengehäuse oder Armierungsstahl zur Bewehrung von Stahlbetonbauwerken. Aluminiumverpackungen können zur Produktion von hochwertigen Gussteilen eingesetzt werden. In Wien stehen 6.100 Behälter für die Altmetallsammlung zur Verfügung.

Buntglas grün – geht scho Oida, trenn…

Plakatsujet zur Mülltrennkampagne 2011 zum Thema Buntglas

Für Bunt- und Weißglas stehen in Wien über 7.200 Altglasbehälter für die Sammlung zur Verfügung. Jährlich werden in Wien cirka 26.000 Tonnen an Altglas gesammelt. Das Altglas wird in Glasfabriken zur Produktion von neuen Flaschen eingesetzt. Dadurch können wertvolle Rohstoffe eingespart werden. Zur Wiederverwertung eignet sich aufgrund seiner Materialeigenschaften nur Verpackungsglas, keinesfalls aber Spiegel, Draht- oder Fensterglas beziehungsweise Glühbirnen (z.B. aufgrund des unterschiedlichen Schmelzverhaltens). In Österreich werden durch das Altglasrecycling jährlich cirka 250.000 Tonnen an Primärrohstoffen wie Quarzsand, Kalkstein, Dolomit und Soda eingespart.

Papier is rot – geht scho Oida, trenn…

Plakatsujet zur Mülltrennkampagne 2011 mit dem Thema Altpapier

In Wien werden pro Jahr 127.000 Tonnen Altpapier in über 92.000 Behältern gesammelt. Das Altpapier ist in der modernen Papiererzeugung ein bedeutender Rohstoff. Das gesamte gesammelte Altpapier wird für die Erzeugung neuer Papierprodukte eingesetzt. Neben Hygienepapier und Zeitungsdruckpapier ist die Herstellung von Verpackungen ein wesentlicher Einsatzbereich von Altpapier.


Umwelt und Geldbörse entlasten!

Die Stadt Wien setzt seit vielen Jahren auf Bewusstseinsbildung in Sachen Müllvermeidung und Mülltrennung. Vor allem in der Kinder- und Jugendbildung haben diese Aspekte besonderen Stellenwert und werden künftig weiter verstärkt. Die Mülltrennung bietet eine Vielzahl von Vorteilen:

Ressourcenschutz
Durch die Verwendung von Sekundärrohstoffen, die aus der Verwertung der Altstoffe gewonnen werden, wird der Abbau von Rohstoffen reduziert.
Energieeinsparung
Durch die Verwendung der Sekundärrohstoffe wird bedeutend weniger Energie benötigt, als bei der Produktion mit Primärrohstoffen.
Klimaschutz
Die getrennte Sammlung ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Durch die Substitution von Primärrohstoffen durch Altstoffe für die Produktion neuer Produkte werden Kohlendioxid-Emissionen vermieden.
Reduktion von Restmüll
Durch die getrennte Sammlung von Altstoffen, landet in Wien beispielsweise um cirka 40 Prozent weniger Abfall im Restmüll.
Kostenreduktion
Die Reduktion von Restmüll bringt Vorteile für jeden Einzelnen: Da die Restmüllgebühr volumenabhängig ist, entstehen geringere Kosten für Liegenschaftseigentümerinnen und -eigentümer und somit für die Mieterinnen und Mieter von großen Wohnhausanlagen.

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