Lexikon des Klimaschutzes

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A

Alternative Antriebstechniken
Neben den herkömmlichen Kraftfahrzeugen mit benzin- oder dieselbetriebenen Verbrennungsmotoren gibt es bereits Alternativen wie das Elektrofahrzeug oder das Hybrid-Fahrzeug. Am Brennstoffzellen-Antrieb wird mit Hochdruck geforscht, bis zum Serieneinsatz werden allerdings noch Jahre vergehen.
Alternative Treibstoffe
Neben den herkömmlichen Kfz-Treibstoffen (Benzin, Diesel) gibt es bereits eine Reihe sogenannter "alternativer Treibstoffe". Dazu zählen Strom (am besten aus erneuerbaren Energiequellen), Flüssiggas, komprimiertes Erdgas, Brennstoffzellen, Alkohole, Raps-Methyl-Ester oder Biosprit aus Altspeiseölen.

B

Biogas
Entsteht bei der Vergärung (das heißt unter Ausschluss von Sauerstoff) von kohlenstoffhältigen Stoffen wie Stallmist, Gülle, Mais oder Zuckerrübenblätter. Es besteht in Abhängigkeit von den für die Vergärung eingesetzten Ausgangsstoffen aus rund zwei Dritteln Methan und einem Drittel Kohlendioxid. Weiters enthält es noch geringe Mengen an Wasserdampf, Stickstoff, Sauerstoff, Wasserstoff, Ammoniak und Schwefelwasserstoff. Biogas kann in Blockheizkraftwerken zur Erzeugung von Strom und Wärme eingesetzt werden. Die Energiegewinnung aus Biogas stellt eine indirekte Nutzung der Sonnenenergie dar, da die Pflanzen mittels Fotosynthese den Kohlenstoff binden. Neben dem Biogas entsteht als Gärrückstand die Biogasgülle.
Biomasse
Als Biomasse werden organische Substanzen wie Brennholz, Holzabfälle oder Holzhackschnitzel, Stroh, Grünschnitt oder Gülle bezeichnet. Biomasse setzt bei der Verbrennung Kohlendioxid frei, das von den Pflanzen vorher aus der Atmosphäre entnommen wurde. Biomassenutzung ist folglich kohlendioxid-neutral. Aus Biomasse kann Brennstoff zur Strom- und Wärmeerzeugung in Blockheizkraftwerken oder auch dieselähnlicher Treibstoff hergestellt werden.
Biomassenutzung
Biomasse setzt bei der Verbrennung Kohlendioxid frei, das von den Pflanzen vorher aus der Atmosphäre entnommen wurde. Biomassenutzung ist folglich kohlendioxid-neutral.
Brennstoffzellen-Antrieb
Brennstoffzellen-Antrieb ist eine alternative Antriebstechnik. Die Brennstoffzelle kehrt den Prozess der Elektrolyse um. Bei der Elektrolyse wird Wasser mithilfe elektrischer Energie in die gasförmigen Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt. Die Brennstoffzelle nimmt genau diese beiden Stoffe und verwandelt sie wieder in Wasser. Dabei wird elektrische Energie abgegeben. Wasserstoff ist also ein Gas, in dem elektrische Energie gespeichert werden kann. Die Brennstoffzelle produziert daraus elektrischen Strom, der wieder einen Elektromotor antreibt. In Prototypen funktioniert diese Technik bereits. Bis zum Serieneinsatz dürften noch einige Jahre vergehen.

C

Carpooling (Fahrgemeinschaften)
Zwei oder mehrere Personen mit gleichem oder ähnlichem Fahrziel benutzen gemeinsam ein Auto.
Carsharing
Auf Abruf kann gegen Entgelt ein Auto wie ein Privatauto benutzt werden, ohne es besitzen zu müssen. Nutzerinnen und Nutzer bestimmen, wie lange sie ein Fahrzeug fahren möchten. An rund 50 Standorten in Wien mit zirka 180 Fahrzeugen kann zwischen Kombis für den Großeinkauf, Autos für das Wochenende oder Transportern für Übersiedlungen gewählt werden. Carsharing bietet die ideale Lösung - auch als Alternative zum eigenen Pkw. Es gibt keine Fixkosten und Parkplatzsorgen, es ist kein Service zu machen, noch müssen Autobahnvignette, Kfz-Steuern oder Versicherung bezahlt werden. Auch der Treibstoff ist in den Nutzungstarifen inkludiert. Weitere Informationen: WienMobil-Karte, beim ÖAMTC und bei Carsharing.
Cogeneration
Gemeinsame Erzeugung von Strom und Fernwärme in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen.

D

Distickstoffoxid, N2O (Lachgas)

E

Elektrofahrzeuge
Elektrofahrzeuge sind weitgehend emissionsfrei, wenn der Strom aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt wird. Für die Herstellung von Batterien wird jedoch sehr viel Energie benötigt. Sie stellt deshalb aus Umweltsicht einen Kritikpunkt dar.
Emissionen
Darunter sind alle Absonderungen zu verstehen, die von Anlagen (Maschinen, Kraftwerken, Autos) oder Stoffen (Abfall, Chemikalien) in Form von Gas, Staub, Geräuschen, Strahlen, Wärme und Erschütterungen an die Umwelt abgegeben werden.
Endenergie
Endenergie ist diejenige Energieform, die der Endverbraucher beziehungsweise dem Endverbraucher zur Verfügung gestellt wird, zum Beispiel Strom, Benzin, Erdgas, Fernwärme oder Biomasse.
Energie-Einspar-Contracting
Dies ist eine Vertragsform zwischen einer Auftraggeberin oder einem Auftraggeber, etwa der Stadt Wien, und einem Contracting-Unternehmen, mit dem kurzfristig ohne Budget Energiesparmaßnahmen realisiert werden können. Die Contracting-Firmen zeigen die Einsparpotenziale auf, planen und realisieren die Umsetzung und garantieren den Einsparerfolg. Das Contracting-Unternehmen stellt die Vorfinanzierung der Maßnahmen sicher. Zurückgezahlt wird der finanzielle Einsatz der Unternehmen innerhalb einer zu garantierenden Amortisationszeit aus den tatsächlich eingesparten Energiekosten.
Energiesparlampen
Energiesparlampen wandeln um ein Vielfaches mehr Energie in Licht um als herkömmliche Glühbirnen. Sie haben eine acht- bis zwölfmal höhere Lebensdauer als diese. Die Anschaffungskosten von Energiesparlampen sind zwar höher, aber aufgrund der längeren Lebensdauer und der geringeren Betriebskosten sind sie wirtschaftlicher als Glühbirnen.
Erdgas (Natural Gas - NG)
Dieses besteht zum überwiegenden Teil aus Methan und hat von allen fossilen Energieträgern den geringsten Gehalt an Kohlenstoff. Bei gleichem Energiegehalt entstehen bei der Verbrennung von Erdgas um etwa 40 bis 50 Prozent weniger Kohlendioxid als bei der Verbrennung von Kohle, und um etwa 25 Prozent weniger Kohlendioxid als bei der Verbrennung von Erdölprodukten.
Erneuerbare Energieträger
Das sind Energieformen, deren Umwandlung in Endenergie kohlendioxid-neutral erfolgt, wie Windenergie, Wasserkraft, Geothermie, Biomasse und Sonnenenergie.
Expertennetzwerk
Zusammenschluss verschiedener Akteurinnen und Akteure, die an einem gemeinsamen Thema arbeiten, aber örtlich getrennt voneinander agieren. Expertennetzwerke dienen den Mitgliedern zum Erfahrungsaustausch und zur Koordinierung gemeinsamer Aktionen.

F

Fairer Handel
Als fairer Handel wird Handel mit sozial benachteiligten Partnerinnen und Partnern in Entwicklungsländern bezeichnet. Das Gütezeichen des Fairen Handels, das TransFair-Zeichen, bürgt dafür, dass den Produzentinnen und Produzenten faire Preise bezahlt werden. Die Arbeiterinnen und Arbeiter werden gerecht entlohnt und haben eine Garantie auf soziale Mindeststandards. Für den Anbau der Produkte wie Kaffee, Tee, Orangen und Bananen werden strenge ökologische Kriterien vorgegeben. Für die Anlegung von Plantagen dürfen zum Beispiel keine Regenwälder gerodet werden. Der Anbau in kleinbäuerlichen Betrieben wird bevorzugt. Mit "TransFair" besiegelte Produkte sind in Weltläden, in Bio-Fachgeschäften und in über 2.000 österreichischen Supermärkten erhältlich.
Fernwärme
Fernwärme ist nach den erneuerbaren Energieträgern der Energieträger mit den geringsten Emissionen an Kohlendioxid. Bei gleichem Energiegehalt entstehen bei der Erzeugung von Fernwärme um 32 Prozent weniger Kohlendioxid als bei der Verbrennung von Erdgas, um etwa 64 Prozent weniger als bei der Verbrennung von Kohle und etwa 55 Prozent weniger als bei der Verbrennung von Erdölprodukten.
Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW, HFCKW)
FCKW sind im Gegensatz zu Kohlendioxid, Methan und Distickstoffoxid Gase, die nahezu ausschließlich durch menschliche Aktivitäten freigesetzt werden. Kohlenwasserstoffe sind organische Verbindungen, die Kohlenstoff- und Wasserstoffatome im Molekül enthalten. Der Wasserstoff kann durch Fluor, Chlor und Brom (Halogene) ersetzt sein. Bei den FCKW sind die Wasserstoffatome vollständig durch Fluor oder Chlor ersetzt. Sie sind sehr beständig und reaktionsträge und können somit bis in die obersten Schichten der Atmosphäre gelangen. Im Durchschnitt dauert es mehrere hundert Jahre, bis die FCKW wieder aus der Atmosphäre entfernt sind. Bei einem nur teilweisen Ersatz des Wasserstoffs spricht man von teilhalogenierten FCKW (HFCKW).
Flüssiggas (Liquified Petroleum Gas - LPG)
Flüssiggas entsteht bei der Rohöldestillation in Raffinerien und ist schwerer als Luft. Es wird etwa von den Bussen der Wiener Linien als Kraftstoff verwendet.
Fossile Brennstoffe/Energieträger
Fossile Brennstoffe sind beispielsweise Erdgas, Erdöl und Kohle. Sie sind aus Biomasse entstanden, die vor Millionen von Jahren abgestorben ist. Bei der Verbrennung fossiler Energieträger wird das klimaschädliche Kohlendioxid in hohem Maß freigesetzt.

G

Geothermie
Als Geothermie wird die Nutzung der Wärme unterhalb der Erdoberfläche für die Gewinnung von Strom oder Wärme bezeichnet. Es wird bis zu einer maximalen Tiefe von zehn Kilometern gebohrt. Die oberflächennahe Wärme aus Grundwasserströmen wird über Wärmepumpen für die Gewinnung von Raumwärme genutzt, zum Beispiel im Bereich der Einfamilienhäuser. Für die Stromerzeugung eignen sich nur Temperaturen über 100 Grad Celsius. Geothermische Kraftwerke gibt es in Mexiko, Japan und auf den Philippinen. Geothermiepotenziale befinden sich im Raum Wien in den sogenannten Thermenregionen in Unter- und Oberlaa. Es kann davon ausgegangen werden, dass mit jeder weiteren Bohrung ein zusätzliches Wärmepotenzial in der Größenordnung von einem Viertel des gesamten Wiener Heizbedarfs erschlossen werden kann.
Global Warming Potential (GWP)
GWP bezeichnet eine Einheit, die dazu dient, die Treibhausgase untereinander vergleichen zu können. Sie ist notwendig, da Treibhausgase in ihrer Klimawirksamkeit und andererseits auch in der Lebensdauer in der Atmosphäre unterschiedlich sind. Die folgenden Beispiele beziehen sich auf einen Zeithorizont von 100 Jahren:
Distickstoffoxid hat ein GWP von 310.
Kohlendioxid hat ein GWP von 1.
Methan hat ein ein GWP von 21.
Schwefelhexafluorid hat ein GWP von 23.900.
Teilfluorierte Kohlenwasserstoffe haben ein GWP von 2.530 (Bandbreite 140 bis 11.700).
Vollfluorierte Kohlenwasserstoffe haben ein GWP von 7.614 (Bandbreite 6.500 bis 9.200).
Gas- und Dampfkraftwerk
Eine Gasturbine treibt einen Generator an. Die Restwärme aus der Turbine ist jedoch so hoch, dass daraus in einem Abhitzekessel Dampf erzeugt werden kann. Dieser Dampf treibt eine nachgeschaltete Dampfturbine an, die ihrerseits wiederum den Generator antreibt. Aus der Dampfturbine kann auch Dampf für die Fernwärmeerzeugung entnommen werden.

H

Hybrid-Fahrzeug
Ein Hybrid-Fahrzeug ist ein Elektrofahrzeug, das auch mit Diesel oder Benzin betrieben werden kann. Ihm liegen zwei Energiequellen zugrunde: Die Elektrizität aus den Antriebsbatterien und Diesel beziehungsweise das Benzin. Bei der Hybrid-Technologie ist der Treibstoffverbrauch um einiges niedriger als bei der herkömmlichen Kraftfahrzeug-Technologie.

I

Immissionen
Als Immissionen wird jener Anteil der Emissionen bezeichnet, der auf Menschen, Tiere, Natur, Umwelt, Luft, Wasser oder Boden, an dem Ort, an dem er eine Wirkung entfaltet, einwirkt.

K

Kalorische Stromerzeugung
Unter kalorischer Stromerzeugung wird die Umwandlung von Wärme in elektrischen Strom verstanden.
Klimabündnis
Das Klimabündnis ist ein internationaler Verein, der sich zum Ziel gesetzt hat, in einer Kooperation zwischen europäischen Gemeinden, Städten und Ländern und der COICA (Zusammenschluss indianischer Organisationen im Amazonasraum), Schritte zum Erhalt der Erdatmosphäre zu unternehmen. Die Landesorganisation für Österreich ist das Klimabündnis Österreich.
Klimarahmenkonvention (UN Framework Convention on Climate Change - UNFCCC)
Die Klimarahmenkonvention ist eines der Ergebnisse des Weltgipfels für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro. Im Rahmen dieser Konvention wurden bisher sieben Klimakonferenzen (Conferences of the Parties - COP) abgehalten.
Kohlendioxid (CO2)
Kohlendioxid entsteht im Naturkreislauf der Erde. In den Pflanzen werden mithilfe des Sonnenlichts Kohlendioxid und Wasser in Sauerstoff und Kohlenhydrate umgewandelt. Dieser Vorgang wird als Fotosynthese bezeichnet. Der Sauerstoff wird dabei an die Umwelt abgegeben und Kohlenstoff von den Pflanzen aufgenommen. Kohlendioxid ist als natürliches Treibhausgas wichtig für das Leben auf der Erde. Für die Umwelt und das Klima schädlich sind zusätzliche Emissionen von Kohlendioxid. Sie verändern das Weltklima. Sie entstehen hauptsächlich durch die Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Koks, Erdöl oder Erdgas und durch den Verkehr, aber auch durch Abbrennung von Wäldern, vor allem der tropischen Regenwälder. Die Pflanzen des Regenwaldes nehmen Kohlendioxid auf und spielen im oben erwähnten Naturkreislauf eine bedeutende Rolle. Damit ist die Rodung von Regenwaldgebieten auch für das Klima von entscheidender Bedeutung.
Kohlendioxid (CO2)-Äquivalent
Da die Treibhausgase unterschiedliche Klimawirksamkeit haben, ist eine gemeinsame Einheit nötig, um sie vergleichen zu können. Diese Einheit heißt Kohlendioxid-Äquivalent. Sie wird aus der Menge der Emissionen eines bestimmten Gases, multipliziert mit dessen Klimawirksamkeit (GWP) berechnet. Beispiel: Methan ist 21-mal klimawirksamer als Kohlendioxid - daher entspricht ein Kilogramm Methan 21 Kilogramm Kohlendioxid-Äquivalent.
Kohlendioxid (CO2)-neutrale Verbrennung
Kohlendioxid wird auch freigesetzt, wenn Holz oder Hackgut verbrannt wird. Stammt das Holz aus einer nachhaltigen Forstwirtschaft, wie das in Österreich der Fall ist, wird von umweltfreundlicher Kohlendioxid-Neutralität des Holzes gesprochen. Darunter ist zu verstehen, dass der Atmosphäre bei der Wiederaufforstung des Waldes durch das Wachstum der Bäume genauso viel Kohlendioxid entzogen wird, wie zuvor durch die Verbrennung des Holzes in die Atmosphäre abgegeben wurde. Durch diese Form der Holznutzung wird die Atmosphäre nicht dauerhaft mit zusätzlichem Kohlendioxid belastet. Völlig anders ist die Situation, wenn Wälder abgeholzt werden, ohne sie wieder aufzuforsten, wie es etwa mit (Regen-)Wäldern in Südamerika, Südostasien, Kanada oder Sibirien in großem Umfang passiert. Neben der Zerstörung oft einzigartiger Ökosysteme kommt es hier zu einer dauerhaften Erhöhung der Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre. CO2-neutrale Verbrennung liegt auch bei der Verbrennung anderer Biomasse wie etwa Stroh, Grünschnitt oder Gemüseabfällen vor.
Kohlenstoffintensive Energieträger
Das sind Primärenergieträger, bei deren Umwandlung im Vergleich mit anderen Energieträgern mehr Kohlendioxid freigesetzt wird. So sind Kohle, Koks und Briketts kohlenstoffintensiver als Erdölprodukte. Erdölprodukte sind kohlenstoffintensiver als Erdgas. Erdgas ist wiederum kohlenstoffintensiver als Windenergie.
Kohlenwasserstoffe - teilfluorierte (HFKW) und vollfluorierte (FKW)
Die meisten dieser Substanzen werden ausschließlich vom Menschen produziert. Teilfluorierte Kohlenwasserstoffe werden als Ersatz für die ozonschädigenden FCKW (Fluorchlorkohlenwasserstoffe) eingesetzt. Beispiele für Anwendungsgebiete: Treibgase für Aerosole zur Herstellung von Schaumstoffen, Schmiermitteln, hydraulischen Flüssigkeiten, Isoliermittel, inerte Lösungsmittel, Feuerlöschmittel, Imprägniermittel für Textilien, in Kühlanlagen sowie als Ausgangsstoff für diverse Kunststoffe (wie Teflon)
Komprimiertes Erdgas (Compressed Natural Gas - CNG)
Komprimiertes Erdgas ist hochverdichtetes Erdgas und wird bereits als alternativer Kraftstoff für Kraftfahrzeuge eingesetzt. So wie bei Erdgas wird auch beim komprimierten Erdgas bei der Verbrennung weniger Kohlendioxid freigesetzt. Aufgrund seiner geringen Speicherdichte gegenüber flüssigen Kraftstoffen nehmen in den Kraftfahrzeugen spezielle Druckgasflaschen das Erdgas mit einem Druck von 200 Bar auf.
Kraft-Wärme-Kopplung
Die Kraft-Wärme-Kopplung ist eine kombinierte Erzeugung von Strom und Fernwärme, bei der der Wirkungsgrad der Anlage gegenüber der ausschließlichen Stromerzeugung gesteigert wird. Der Schadstoffausstoß pro erzeugter Gigawattstunde Strom kann durch die Kraft-Wärme-Kopplung erheblich gesenkt werden.

L

Lachgas/Distickstoffoxid (N2O)
Entsteht bei Verbrennungen unter hohen Temperaturen, wie durch den Verkehr (Pkw mit Katalysator), bei der Verbrennung von Biomasse, durch industrielle Prozesse und bei Brandrodungen; auch der wachsende Einsatz von Kunstdünger in der Landwirtschaft trägt zu verstärkten Emissionen von Lachgas bei. Dies führt zu überdüngten Böden, in denen Bodenbakterien Distickstoffoxid freisetzen.

M

Methan (CH4)
Methan entsteht beim Reisanbau, durch intensive Rinderhaltung, bei der Erdgasgewinnung und bei der Ablagerung biogener Abfälle auf Deponien.
Mobilität
Dazu zählt einerseits die Beweglichkeit der Menschen mit Autos, Bahn, Bus, Fahrrad oder Rollerskates, andererseits der Transport von Gütern und Dienstleistungen. Zur Verminderung von Kohlendioxid-Emissionen und anderer Luftschadstoffe ist ein Umstieg vom privaten Pkw auf "alternative Mobilitätsformen" für die Zukunft erstrebenswert. Dazu zählen Fahrgemeinschaften wie die VOR-Mitfahrbörse ebenso wie Carsharing, Radfahren, Skaten, oder Fahren mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.
Mobilitätsmanagement
Mobilitätsmanagement soll Privatpersonen, Firmen und Institutionen dabei unterstützen, die zur Verfügung stehenden Verkehrsmittel, insbesondere den sogenannten Umweltverbund, bewusst auszuwählen und zu nutzen. Es setzt dabei in erster Linie auf Information und Koordination.
Modal Split
Unter "Modal Split" wird die Aufteilung der Verkehrsmenge auf einzelne Verkehrsträger verstanden. Das heißt, die zurückgelegten Wege werden den einzelnen Verkehrsmitteln zugeordnet. Bei den Verkehrsmitteln werden der "Motorisierte Individualverkehr" (Autofahren, Öffentliche Verkehrsmittel) und der "Nicht motorisierte Individualverkehr" (zu Fuß gehen oder Radfahren) unterschieden.

N

Nachhaltigkeit
Die nachhaltige Nutzung der Umwelt bedeutet die Erhaltung des natürlichen Kapitals (wie Grundwasser, Lebensräume und seltene Arten). Sie erfordert, dass der Verbrauch von erneuerbaren Rohstoffen und Energien nicht höher ist als deren Neubildung. Nicht erneuerbare Ressourcen sollen nicht schneller verbraucht werden, als sie durch dauerhafte, erneuerbare Ressourcen ersetzt werden können. Nachhaltige Umweltnutzung bedeutet auch, dass die Emission von Schadstoffen nicht größer sein darf als die Fähigkeit von Luft, Wasser und Boden, diese Schadstoffe zu binden und abzubauen. Die Bedürfnisse von heute müssen so befriedigt werden, dass nachfolgende Generationen nicht unter den Auswirkungen zu leiden haben. Eine nachhaltige Energiepolitik wird zum Beispiel den Einsatz fossiler Brennstoffe so weit wie möglich verringern. Dadurch werden die Schadstoff- und Treibhausgas-Emissionen wirksam reduziert werden.
Nicht stromspezifische Dienstleistungen
Das sind Anwendungen, bei denen der Einsatz von Strom als Energieträger nicht unbedingt notwendig ist, wie die Warmwasserbereitung, die Raumheizung und Anwendungen zur Erzeugung von Niedertemperaturwärme.
Nutzenergie
Das ist diejenige Energieform, die die Endverbraucherin beziehungsweise der Endverbraucher tatsächlich nutzen kann, wie Wärme nach der Umwandlung des Endenergieträgers Erdgas in einer Gastherme.

P

Pellets
Pellets sind gepresste Abfälle aus der Säge- und Holzindustrie. Die Herstellung garantiert einen trockenen und qualitativ hochwertigen Brennstoff. Der Heizbetrieb erfolgt automatisch und in ähnlich einfacher Weise wie mit einer Gaszentralheizung. Die Anlieferung der Pellets erfolgt mittels Silowagen und wird staubfrei in den Lagerraum eingeblasen. Pellets sind kohlendioxidneutral. Bei der Verbrennung wird nur so viel Kohlendioxid freigesetzt, wie ein Baum während seines Wachstums aus der Atmosphäre aufnimmt.
Photovoltaik
Photovoltaik ist eine Technik, die Lichtenergie mithilfe von Solarzellen direkt in elektrische Energie (Gleichstrom) umwandelt. Photovoltaik-Module sind mehrere in Reihe geschaltete Solarzellen. Dadurch wird erreicht, dass sich die kleinen Spannungen der einzelnen Zellen addieren. Die allgemein übliche Nennspannung eines Moduls liegt bei zwölf Volt. Die Montage der Photovoltaik-Module kann auf Dächern, Fassaden oder Lärmschutzwänden entweder in eigenem Rahmen oder integriert erfolgen.
Primärenergie
Als Primärenergie wird jene Energieform bezeichnet, die noch nicht technisch umgewandelt wurde, wie Kohle, Erdgas, Erdöl und Sonnenenergie. Aus der Primärenergie kann Sekundärenergie erzeugt werden. Eine mögliche Primärenergie der Sekundärenergie Strom ist beispielsweise die Sonnenenergie.
Prozesswärme
Das ist die Wärme, die für industrielle und gewerbliche Produktionsverfahren eingesetzt wird, wie beim Schmelzen von Metallen, Raffination von Erdöl oder in Wäschereien.

R

Raps-Methyl-Ester (RME)
Treibstoff, der aus dem nachwachsenden Energieträger Raps gewonnen wird; bei Umstellung auf biologischen Anbau von Raps könnten 50 Prozent der Emissionen gegenüber der agroindustriellen Anbaumethode eingespart werden.
Ressourcen
Das sind natürliche Güter wie Energie, Wasser, Pflanzen, Tiere, die die Menschen zur Deckung ihrer Bedürfnisse nutzen. Es gibt nicht erneuerbare Ressourcen wie Erdöl oder Erdgas und erneuerbare Ressourcen wie Sonnenenergie, Windkraft oder nachwachsende Rohstoffe.
Road-Pricing
Benützungsgebühr für Straßen

S

Schwefelhexafluorid (SF6)
Schwefelhexafluorid dient als Isoliermaterial bei elektrischen Anwendungen oder wird zum Befüllen von Reifen verwendet. Es wird auch als Füllgas bei Schallschutzfenstern sowie als Hitzeleiter und Gefriermittel eingesetzt.
Sekundärenergie
Sie entsteht durch die technische Umwandlung von Primärenergie (Benzin, Strom, Fernwärme).
Schaltbare Steckdosenleiste
Schaltbare Steckdosenleisten verhindern durch einfaches Drücken der Ein- und Ausschalttaste, dass Elektrogeräte mit Netzteilen in ausgeschaltetem Zustand Strom verbrauchen.
Spezifischer Energieverbrauch
Darunter ist der Energieverbrauch pro Einheit zu verstehen. Beispiele: die Menge an Heizenergie, die für eine Wohnung pro Quadratmeter und Jahr verbraucht wird, oder die Menge an Benzin, die ein Auto für die Fahrt eines Kilometers verbraucht
Stromspezifische Dienstleistungen
Anwendungen, bei denen der Einsatz von Strom als Energieträger notwendig oder vorteilhaft ist, wie für Fernseher, Telefon, Rundfunk, elektrische Motoren, Elektrogeräte, Beleuchtung

T

Treibhausgase, Treibhauseffekt
Treibhausgase sind Gase in der Atmosphäre, die verhindern, dass die Wärmestrahlung der Erde auf direktem Weg von der Erdoberfläche ins Weltall gelangt. Sie heizen die Atmosphäre auf und verhalten sich wie die Glasscheiben eines Treibhauses. Ohne diesen natürlichen Treibhauseffekt, wäre das Leben auf der Erde nicht möglich.

U

Umweltverbund
Darunter werden alle "umweltverträglichen Verkehrsarten", wie der gesamte Öffentliche Verkehr (Bus, Bahn, Straßenbahn, U-Bahn), der Radverkehr und das Zu-Fuß-Gehen verstanden.

V

Verkehrstelematik
Als "Telematik" wird die Verbindung von Telekommunikation (Informationsübertragung) und Informatik (Informationsverarbeitung) bezeichnet. Die Anwendung der Telematik im Verkehrsbereich wird Verkehrstelematik genannt. Ihre Aufgabe ist die Erfassung der Verkehrssituation in Echtzeit. Wird beispielsweise auf der A2 - Südautobahn ein Stau festgestellt, werden die Autofahrerinnen und Autofahrer sofort auf Anzeigetafeln oder über Verkehrsfunk auf Ausweichmöglichkeiten hingewiesen.

W

Wirkungsgrad
Der Wirkungsgrad eines Systems gibt das Verhältnis von nutzbar gemachter Energie zur aufgewendeten Energie an. Er wird in Prozent angegeben. Ein Wirkungsgrad von 98 Prozent bedeutet, dass 98 Prozent der eingesetzten Energie in nutzbare Energie umgewandelt wurden. Bei allen Anlagen oder Maschinen ist ein möglichst hoher Wirkungsgrad anzustreben, um den Energie- und Rohstoffverbrauch so gering wie möglich zu halten.

Verantwortlich für diese Seite:
Andrea S. Fellner (Magistratsdirektion Klimaschutzkoordination)
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