Der Donaukanal aus städtebaulicher und ökologischer Sicht

Städtebauliche Bedeutung

Ein Teilstück des Donaukanals

Trotz der natürlichen Veränderungen und Eingriffe, die der Donaukanal in seiner wechselvollen Geschichte erfahren hat, ist er gesamtstädtisch gesehen ein bedeutsames Strukturelement. Im Bewusstsein der Stadtbewohnerinnen und Stadtbewohner ist er als prägendes Orientierungselement in der Innenstadt fest verankert.

Der Kanal führt als Längsschnitt durch die dicht verbauten Teile Wiens. Seine Lage in der Stadtlandschaft entspricht den jeweils tiefsten Stellen im Stadtkörper. Von hier aus sind auch die wesentlichen topografischen Gegebenheiten wie die Stadtterrasse und die tiefliegenden Bereiche des ehemaligen Augebietes zum Teil noch ablesbar.

Der Donaukanal berührt sieben Bezirke. Sein Verlauf spiegelt auch alle für die Stadt repräsentativen Verbauungsformen und Bauepochen wider: von vorgründerzeitlichen Bauten über gründerzeitliche Strukturen und Anlagen der Zwischenkriegszeit bis hin zum Baubestand aus der Zeit nach 1945.

Gleichzeitig erfüllt der Donaukanalraum auch eine Brückenfunktion in der Stadt. Über ihn wird die Insel des 2. und 20. Bezirkes erschlossen. Ein Charakteristikum des Donaukanalraumes ist es, dass er nicht homogen aufgebaut ist, sondern in seiner Abfolge die Veränderungen des umgebenden Stadtraumes noch spürbar widerspiegelt.

Ökologie

Alttext: Donaukanal bei der Weißgerberlände

Neben der Bedeutung als städtischer Frei- und Erholungsraum für die Bewohnerinnen und Bewohner Wiens ist der Donaukanal auch Lebensraum für eine vielfältige Flora und Fauna. Dabei schließen einander die Forderungen nach städtischem Freiraum und Lebensraum für Pflanzen und Tiere nicht aus.

Aus Sicht der Ökologie stellt der Donaukanal heute ein durchgehend reguliertes Gerinne dar, dessen Ufer durch Steinschüttungen oder Ufermauern befestigt sind. Die Sohle wird von Sedimenten unterschiedlicher Korngröße sowie teilweise von Abbruchmaterial gebildet.

Die Strukturierung des Flusslaufes ist sowohl hinsichtlich der Uferausbildung als auch im Unterwasserbereich als gering zu beurteilen. Diese strukturelle Verarmung wird verstärkt durch schlechte Wasserqualität, bedingt durch das Einleiten von Ab- und Kühlwässern sowie das Einkippen von Räumschnee im Winter. Der Donaukanal stellt ein degradiertes Ökosystem dar, dessen Funktionstüchtigkeit stark beeinträchtigt ist.

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