Entwicklung des Freizeitparadieses Donauinsel

Die Donauinsel entstand als Teil der Donauregulierung in den Jahren 1972 bis 1988. Sie war das "Nebenprodukt" des Entlastungskanals, aus dessen Aushubmaterial sie aufgeschüttet wurde.

Baumaschinen auf der Donauinsel

Die attraktive Ausgestaltung der Inseloberfläche und der neuen Ufer stand beim Baubeginn der Donauinsel noch im Hintergrund: Das Projekt, nach dem die Arbeiten ausgeführt wurden, war zunächst rein technischer Natur.

Landschaftsgestalterische Überlegungen mussten sich den Gesichtspunkten des Wasserbaus zu diesem Zeitpunkt noch bedingungslos unterordnen. Eine Modellierung der Inseloberfläche stand ebenso wenig zur Debatte wie das Bewahren alter Strukturen (Altarmreste, Altbaumbestände). Man konzentrierte sich auf die Verkehrserschließung, den Bau von städtischen Sommerbädern und Sportstätten.

Bildergalerie - Bau der Donauinsel


Wettbewerb zur Gestaltung der Insel

Für die städtebauliche Einbindung des Hochwasserschutzprojektes wurde von der Stadt Wien und der Republik Österreich - den gemeinsamen Eigentümerinnen der Donauinsel - ein Wettbewerbsverfahren zur Gestaltung der Ufer der Neuen Donau und der Inseloberfläche eingeleitet. Daraus entwickelte sich in Folge das "Wiener Modell" mit den Wettbewerbsgewinnern und den Fachdienststellen der Stadt als kooperatives Planungsinstrument.

Wesentliche Vorgaben für die Planung waren:

  • Nutzung der Donauinsel als Erholungsgebiet
  • Verbindung zwischen Innenstadt und Kagran
  • Gute Erreichbarkeit

Die ersten umsetzbaren Ergebnisse lagen erst 1977 vor: Im Rahmen dieses unkonventionellen Planungsmodells wurden konkrete Empfehlungen zur Stadtentwicklung im weiteren Donaubereich erarbeitet und ein "Leitprojekt Donaubereich Wien" erstellt. Auch die künftige Gestalt von Donauinsel und Neuer Donau wurde festgelegt.

In den fünf dazwischen liegenden Jahren hatten die Bauarbeiten die Landschaftsgestaltung überholt: Die Insel wurde auf einer Länge von einigen hundert Metern bereits benützt. Dass bei der Fertigstellung dieses Teils ein Gestaltungskonzept gefehlt hatte, führte zu offenkundigen Mängeln.

Von der Spaghettiinsel zum Naherholungsgebiet

Massive Kritik war die Folge: Von "der Fadennudel", "Spaghettiinsel" und "Pissrinne" war in den Medien die Rede. Die landschaftsgestalterischen Planungen mussten die vorauseilenden Bauarbeiten einholen.

Die international besetzte Wettbewerbs-Jury gab unter anderem die Empfehlung ab, dass die Charakteristika der Stromlandschaft soweit wie möglich erhalten werden sollten. Die Donauinsel selbst sollte in überwiegendem Maße für Erholungszwecke genutzt werden. Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen gestalteten Sport- und Erholungsflächen sei anzustreben.

Umsetzung - Modellierung der Oberfläche

Donau und Donauinsel aus der Vogelperspektive

Die Oberfläche der Insel bekam im nördlichen und südlichen Bereich eine Modellierung, die unterschiedliche Standortbedingungen für die Pflanzenwelt und differenzierte Lebensräume für die Tierwelt schuf. Altbaumbestände blieben bestehen, indem man die Dammschüttung entsprechend aussparte beziehungsweise verlagerte. Auch Altarmbereiche wie Zinkerbachl und Toter Grund wurden samt der umgebenden Vegetation erhalten und in die Modellierung integriert.

Wertewandel im Wasserbau

Das "Projekt Donauinsel" veranschaulicht deutlich den Wertewandel, der in den letzten Jahren im Wasserbau stattgefunden hat. Hochwasserschutz, Schifffahrt und Kraftwerksbau stehen nicht mehr allein im Vordergrund.

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