EU-Projekt LIFE Sterlet

Mit Unterstützung der EU soll das Überleben des beinahe ausgestorbenen Sterlets in der Oberen Donau gesichert werden. Eine Aufzuchtstation auf der Donauinsel sorgt für den Nachwuchs.

Sterlet Jungtier

Die großen Störarten der Donau sind durch Überfischung und Unterbrechung der Wanderrouten in der Oberen und Mittleren Donau bereits im letzten Jahrhundert ausgestorben. Nur der Sterlet ist in der Oberen Donau noch vereinzelt zu finden. Er ist weltweit eine der kleinsten Stör-Arten und die kleinste der heimischen Arten.

Die Stadt Wien beteiligt sich an einem länderübergreifenden, von der EU-geförderten Projekt zur Wiederansiedelung des Sterlets: Durch Aufzucht und anschließende Auswilderung sollen wieder selbsterhaltende Populationen in der Oberen Donau entstehen. Dazu wurde ein Brut- und Aufzuchtcontainer auf der Donauinsel errichtet, in dem junge Sterlets in Donauwasser mit natürlichem Futter aufwachsen. In den nächsten sechs Jahren werden im Aufzuchtcontainer bei der Inselinfo rund 30.000 junge Sterlets pro Jahr aufgezogen und anschließend in verschiedenen Donau-Abschnitten ausgesetzt.

EU-Projekt LIFE Sterlet

Als Projektgebiete für die Auswilderung wurden die letzten frei fließenden Strecken der österreichischen Donau im Nationalpark Donau-Auen und in der Wachau sowie die March als Zubringergewässer ausgewählt.

Erste Auswilderung von Sterlets beim Kraftwerk Freudenau

Ein Mann hält einen Fisch in seinen Händen.

Die ersten Jung-Sterlets wurden im September 2016 am Donauufer unterhalb des Kraftwerks Freudenau in die Donau ausgesetzt. Der ausgewählte Uferabschnitt grenzt unmittelbar an den Nationalpark Donau-Auen.

Gefährdung

Zu starke Befischung, Wanderhindernisse sowie die Verschmutzung der Gewässer haben zu einem starken Rückgang der Bestände des Sterlets geführt. Die Art steht auf der Roten Liste der IUCN (Weltnaturschutzunion) in der Kategorie 1 und 2 "vom Aussterben bedroht" und ist durch das Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen geschützt.

Der Sterlet wird heute mancherorts in Aquakulturen zur Kaviarproduktion oder für den Zierfischhandel gehalten und gezüchtet. Zu groß gewordene Tiere in Gartenteichen oder Aquarien sollten aber keinesfalls in die Gewässer ausgesetzt werden, da es sich oftmals um nicht heimische Sterlet-Stämme handelt.

Maßnahmen und Ziele des Projekts

  • Errichtung einer Aufzuchtstation bei der Inselinfo auf der Donauinsel und Nachzucht (jährlich Erbrütung von 300.000 Eiern, Besatz von 30.000 Jungfischen)
  • Schaffung von reproduzierenden, selbsterhaltenden Populationen in den Projektgebieten Wachau, Nationalpark Donau-Auen und March
  • Identifikation sensibler Habitate und Empfehlungen zu deren Schutz
  • Erstellung eines Managementplans für den Sterlet
  • Bewusstseinsbildung, Öffentlichkeitsarbeit (zum Beispiel durch ein Schau-Aquarium)

Eckdaten

  • Projekttitel: Restoration of sterlet populations in the Austrian Danube (kurz: LIFE Sterlet)
  • Projektleitung: Universität für Bodenkultur Wien (BOKU), Institut für Hydrobiologie und Gewässermanagement (IHG)
  • Projektpartnerinnen: Wiener Gewässer (MA 45), Slowakische Akademie der Wissenschaften
  • Beteiligte Länder: Österreich, Slowakei
  • Projektstart: Ende November 2015
  • Projektlaufzeit: 2015 bis 2021
  • Gesamtbudget: circa 900.000 Euro
  • Förderbeitrag MA 45: 150.000 Euro
  • Co-Finanzierung: Niederösterreichischer Landesfischereiverband, Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, viadonau, ICPDR Internationale Kommission zum Schutz der Donau, Povodi Moravy, Nationalpark Donauauen, Wiener Fischereiausschuss, Verband der Arbeiter-Fischerei-Vereine, Land Oberösterreich, Österreichische Fischereigesellschaft
Logo des LIFE Programms der Europäischen Union: Das Wort "Life" in gelber Schrift, umringt von gelben Sternen

Das Projekt wird aus Mitteln des LIFE-Programmes der Europäischen Union gefördert.

Verantwortlich für diese Seite:
Wiener Gewässer (Magistratsabteilung 45)
Kontaktformular