Naturnahe Ufergestaltung und Schonzonen - LIFE+ Alte Donau

Im Rahmen des LIFE-Projektes ist es gelungen, die Uferstrukturen an den Ufern der Alten Donau auf einer Länge von rund 1.500 Metern deutlich zu verbessern.

dicht bewachsene Uferzone an der Alten Donau

Rohrkolben, Igelkolben und Schwertlilien braucht es an der Alten Donau ebenso wie Schilfbereiche, abwechslungsreiche Strukturen und gewässertypische Ufergehölze.

In stark genutzten Gewässern sind naturnahe, beruhigte Zonen besonders wichtig für die ökologische Funktionsfähigkeit. Vor allem die Ufer dienen Tieren und Pflanzen als Rückzugsbereiche. Langfristig, so das Ziel der Stadt Wien für die Alte Donau, sollen die naturnahen Uferbereiche mindestens ein Drittel des Ufers einnehmen.

Ausgangslage

Die Ufer der Alten Donau wurden zuletzt im Jahr 2015 nach ökologischen Kriterien bewertet. Das Ergebnis: Rund 25 Prozent der Ufer sind naturnah ausgebildet, also zum Beispiel mit einer Röhrichtzone ausgestattet, 15 Prozent sind gut strukturiert. Der überwiegende Anteil von 60 Prozent wird jedoch von Ufermauern gebildet und weist keine gewässertypische Ufervegetation auf.

Maßnahmen im Rahmen von LIFE+

Im Rahmen des LIFE-Projektes wurden zwei Teilstücke an der Oberen Alten Donau als Pilotgebiete für eine neue naturnahe Ufergestaltung ausgewählt. Darüber hinaus wurden viele Einzelmaßnahmen durchgeführt, um die ökologische Funktionsfähigkeit der Alten Donau zu sichern und die Artenvielfalt an Land und im Wasser zu erhöhen. So wurden an verschiedenen Stellen der Alten Donau Schilfbereiche verjüngt, die zu verlanden drohten, oder Totholzstrukturen als Fischunterstände eingebracht. Sogenannte "Wildkrautstreifen", die an mehreren wenig genutzten ufernahen Bereichen angelegt wurden, sorgen für Artenreichtum an Land.

Ein deutlicher Zuwachs an naturnahen Uferzonen konnte aber auch durch natürliche Sukzession - als Folge einer gezielt extensiveren Pflege der Uferbereiche - erreicht werden. Insgesamt, so die erfreuliche Gesamtbilanz, hat sich der Anteil an naturnahen Röhrichtbeständen als Folge der Maßnahmen des LIFE- Projektes um rund 30 Prozent erhöht.

Pilotprojekte

Neue Uferpflanzen

Beim 450 Meter langen Uferbereich zwischen Drygalskiweg und Mühlschüttelgasse wurden Steinvorschüttungen im Wasser vorgenommen, die danach mit Röhrichtpflanzen bepflanzt wurden. Das zweite bearbeitete Uferteilstück befindet sich in der Nordbucht der Alten Donau beim Broßmannplatz. Hier wurden aus Ästen zusammengebundene Röhrichtwalzen auf dem Gewässergrund fixiert und mit reichblühenden Uferpflanzen bepflanzt sowie eine Seerosenzone angelegt.

Schilf und Bäume am ArbeiterInnenstrand

Naturnah belassen zeigt sich die Liegewiese am neuen ArbeiterInnenstrand. Hier wurden bei der Umgestaltung des Geländes und der Öffnung als Liegewiese die bereits vorhandenen Schilfbereiche erweitert. Über 60 neue standortgerechte Bäume wie Pappeln, Weiden und Linden wurden gepflanzt.

Lebensraum für Jungfische und Amphibien

An mehreren mit Schilf bewachsenen Uferabschnitten wurden neue geschützte Tümpel für Amphibien gegraben und mit dem Freiwasser verbundene Gräben für Jungfische geschaffen. Zu finden sind diese neuen Becken am Westufer des Kaiserwassers, an der Wagramer Straße und im südlichsten Bereich der Alten Donau.

Schonzonen im Wasser

In ohnehin wenig genutzten, ufernahen Zonen im Wasser wurden mehrere permanente Schonzonen geschaffen, in denen die Unterwasserpflanzen nicht gemäht werden. Diese Bereiche dienen vor allem Fischen als ungestörte Laichplätze und Rückzugsgebiete.

Junge Bäume für die Alte Donau

Mächtige alte Schwarzpappeln und Weiden prägen das Landschaftsbild der Alten Donau. Knapp 1.200 Bäume säumen die Grünflächen entlang der Ufer. Viele der alten beeindruckenden Baumriesen haben ihre natürliche Altersgrenze erreicht. Im Rahmen des LIFE+-Projektes wurden insgesamt 245 standorttypische Bäume neu gepflanzt beziehungsweise natürliche Jungpflanzen belassen und invasive, nicht heimische Arten (Neophyten) wie Götterbaum und Robinie entfernt. Damit soll der für die Alte Donau landschaftstypische Baumbestand langfristig erhalten werden.

Leben mit dem Biber

Auch die Erhaltung des streng geschützten Europäischen Bibers spielte eine Rolle im LIFE-Projekt. Deshalb wird ein Teil der angepflanzten Jungweiden nach einigen Jahren den drei an der Alten Donau ansässigen Biberfamilien als Winternahrung überlassen.

Logo des Life+ Programms der Europäischen Union: Das Wort "Life" in gelber Schrift, umringt von gelben Sternen

Das Projekt LIFE+ Alte Donau wurde aus Mitteln des LIFE+ Programms der Europäischen Union, Themenbereich "Umweltpolitik und Verwaltungspraxis", gefördert.

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Wiener Gewässer (Magistratsabteilung 45)
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