Messbare Erfolge des Projekts LIFE+ Alte Donau

Als Erfolgskontrolle für die im LIFE Projekt durchgeführten Maßnahmen wurde anhand bestimmter Indikatoren ein projektbegleitendes Monitoring durchgeführt.

Libelle

Mit der "Zierlichen Moosjungfer" wurde eine vom Aussterben bedrohte Libellen-Art von europaweiter Bedeutung an der Alten Donau entdeckt.

Die für das Monitoring beauftragten Expertinnen und Experten untersuchten sogenannte Indikator-Organismen wie zum Beispiel Fische, wirbellose Tiere, Pflanzen in Uferbereichen oder Unterwasserpflanzen.

Als weitere Kriterien für die Erfolgskontrolle wurden die Wasserqualität und das Landschaftsbild der Alten Donau herangezogen. Auch die Entwicklung der Artenvielfalt mit besonderem Augenmerk auf geschützte und gefährdete Tiere und Pflanzen wurde dokumentiert.

Mehr naturnahe Zonen

Durch die Einrichtung mähfreier Schonzonen im Wasser, den teilweisen Rückbau von verbauten Ufern, die Verjüngung von Uferpflanzen-Zonen und vor allem durch das Zulassen von natürlichen Uferentwicklungen konnte der Anteil an naturnahen Zonen während der Projektlaufzeit deutlich erhöht werden. Damit wurden auch die negativen Auswirkungen des Nutzungsdrucks, also der intensiven Nutzung des Gewässers, auf die Tier- und Pflanzenwelt in diesen Bereichen stark reduziert.

Auf einer Länge von rund 1.500 Metern konnten die Uferstrukturen verbessert werden. Als Folge der im Projekt gesetzten Maßnahmen erhöhte sich die Länge intakter Zonen mit Pflanzen in Uferbereichen oder Unterwasserpflanzen von rund 6.000 Meter auf etwa 8.000 Meter. Auf rund 300 Quadratmetern ufernaher Flächen wurden Weidenstecklinge gepflanzt und Neophyten, also nicht-heimische Arten, entfernt.

Naturnahe Ufergestaltung und Schonzonen

Fische profitieren von den Maßnahmen

Mit über 20 Fischarten weist die Alte Donau einen guten Fischbestand auf. Neue Uferstrukturierungen und mähfreie Schonzonen fördern das Aufkommen von Jungfischen. Quantitativ wirken sich positive Effekte auf den Fischbestand immer zeitverzögert aus. Erste Ergebnisse zeigen aber, dass sowohl die neu strukturierten Uferbereiche als auch die Schonzonen gut angenommen werden.

Neue Libellen-Arten

Strukturreiche Lebensräume fördern auch die Artenvielfalt bei den wirbellosen Tieren. Sehr erfreulich ist die längerfristige Entwicklung der Libellen-Fauna an der Alten Donau. Bei einer Erhebung während der Projektlaufzeit konnten 27 Libellenarten nachgewiesen werden. Ein Drittel der heute an der Alten Donau vorkommenden Arten ist in der Roten Liste der Libellen Österreichs als gefährdet eingestuft. Mit der Zierlichen Moosjungfer wurde erstmals eine in der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie genannte Art von europaweiter Bedeutung an der Alten Donau nachgewiesen.

Platz für drei Biberfamilien

Durch die im LIFE Projekt gesetzten Maßnahmen soll der Biberbestand an der Alten Donau stabil gehalten und das friedliche Zusammenleben von Mensch und Biber gesichert bleiben. Die Monitoring-Ergebnisse zeigen, dass der Bestand von 3 Biberfamilien mit einer Anzahl von insgesamt 11 bis 14 Tieren konstant gehalten werden konnte. Trotz umfassender Baumschutzmaßnahmen der Stadt Wien ist auch im Winter ausreichend Nahrung für die Nager vorhanden.

Evaluation Unterwasserpflanzen und Mähmanagement

Die Expertinnen und Experten dokumentierten laufend die Entwicklung der Unterwasserpflanzen. Dabei legten sie besonderes Augenmerk auf die Entwicklung der Artenvielfalt und der niederwüchsigen Arten. Der Anteil der niederwüchsigen Unterwasserpflanzen konnte im Zuge des LIFE+ Projekts erstmals wieder erhöht werden.

Eine große Herausforderung im Management der Alten Donau ist das Mähen der Unterwasserpflanzen. Durch das starke Wachstum der Pflanzen in den letzten Jahren sind innovative und noch effizientere Maßnahmen erforderlich, um einen ungestörten Freizeitbetrieb auf der Alten Donau aufrechterhalten zu können. Im LIFE+ Projekt widmeten sich Expertinnen und Experten der Herausforderung, das Mähmanagement der Stadt Wien zu optimieren und dem steigenden Wachstum der Pflanzen anzupassen.

So wurden im Projekt zahlreiche Verbesserungen und Anpassungen vorgenommen. Der im Projekt entwickelte und getestete Einsatz von GPS und digitalen Mähkarten auf den Mähbooten machen die Mäharbeiten wesentlich effizienter. Darüber hinaus wurden im Rahmen des Projekts auch wertvolle Erkenntnisse hinsichtlich optimaler Mähtiefe, Mähpriorität und zeitlicher Abfolge gewonnen.

Mähen von Unterwasserpflanzen in der Alten Donau

Bodenfilter: Auswirkungen auf Wasserqualität und Wasserbilanz

Evaluiert wurden auch die Auswirkungen des neuen biologischen Bodenfilters im Wasserpark auf Wasserqualität und -quantität. Über den Bodenfilter wird frisches, gefiltertes Wasser aus der Neuen Donau in die Alte Donau eingeleitet.

Die Untersuchungen im Zu- und Ablauf der Anlage haben gezeigt, dass der Phosphorgehalt im eingeleiteten Wasser aufgrund der Bio-Filterpassage durchschnittlich um 25 Prozent reduziert werden kann. Der Chlorophyllgehalt des Wassers kann sogar um 75 Prozent und der Schwebstoffgehalt um 50 Prozent gesenkt werden.

In den ersten eineinhalb Betriebsjahren wurde so viel Wasser erneuert, wie in etwa die Menge des gesamten Wasservolumens der Oberen Alten Donau. Der neue Bodenfilter ist somit ein wirksames wasserwirtschaftliches Instrument, das eine konstante Wassererneuerung mit qualitativ einwandfreiem Wasser für die Alte Donau gewährleisten kann.

Biologischer Bodenfilter im Wasserpark Alte Donau

Logo des Life+ Programms der Europäischen Union: Das Wort "Life" in gelber Schrift, umringt von gelben Sternen

Das Projekt LIFE+ Alte Donau wurde aus Mitteln des LIFE+ Programms der Europäischen Union, Themenbereich "Umweltpolitik und Verwaltungspraxis", gefördert.

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Wiener Gewässer (Magistratsabteilung 45)
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