Acht Jahre WasteWatcher wirken

Zwei WasteWatcher

Wien zählt zu den saubersten Städten der Welt. Zurückzuführen ist das hohe Sauberkeits-Niveau auf das breite Angebot an die Bevölkerung zur ordnungsgemäßen Müllentsorgung und auf die strengen Kontrollen der Sauberkeitsspielregeln.

Seit Februar 2008 kontrollieren die WasteWatcher als Organe der öffentlichen Aufsicht die Sauberkeits-Spielregeln und strafen bei Vergehen. Dies führte zu einer drastischen Reduktion der Verunreinigungen.

Umweltstadträtin Ulli Sima: "Unser Angebot steht, es gibt in Wien keine Ausreden, seinen Mist nicht ordnungsgemäß zu entsorgen - und die WasteWatcher leisten einen wesentlichen Beitrag. Ihre Beliebtheitswerte sind auch acht Jahre nach Einführung ungebrochen."

88 Prozent der WienerInnen halten die WasteWatcher für eine gute Einrichtung. 92 Prozent der Befragten wünschen sich weiterhin Kontrollen und Strafen bei Verunreinigungen.

Über 47.000 Amtshandlungen in Sachen Sauberkeit

Seit 2008 führten die WasteWatcher über 47.000 Amtshandlungen durch. Allein im Jahr 2015 gab es über 4.500 Organstrafen und knapp unter 1.000 Anzeigen gegen Müllsünderinnen und Müllsünder. Seit 2010 wird auch hart gegen Verunreinigungen durch Zigarettenstummeln vorgegangen.

Aktuell gibt es 50 hauptberufliche WasteWatcher und rund 400 ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Abteilung Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark (MA 48) und der Wiener Stadtgärten (MA 42), die die Kontrollfunktion im Rahmen ihrer Tätigkeiten im Außendienst mitmachen. In den Wiener Gemeindebauten sind Ordnungsberaterinnen und -berater unterwegs, die ebenfalls mit den Kompetenzen der WasteWatcher ausgestattet sind. Sie sind sowohl in Uniform, mit Gilets als auch in zivil und zu unterschiedlichen Tageszeiten unterwegs.

Ein Organmandat der WasteWatcher kostet 36 Euro. Die Gelder kommen ausschließlich Sauberkeitsmaßnahmen zu Gute.

Bilanz Waste Watcher 2008 bis 2016

Delikt

Ermah-
nungen

Organ-
strafen

Anzeigen

Amtshandlungen
insgesamt

Infoge-
spräche

Hundekot

2.150

5.903

272

8.325

139.034

Zigarettenreste

3.226

14.565

3.915

21.706

43.702

Einkaufswagen

601

731

57

1.389

2.251

Sperrmüll

497

453

351

1.301

950

Sonstige
Verunreinigungen

5.028

5.695

3.908

14.631

163.749

Summe

11.502

27.347

8.503

47.352

349.686

Erfolgsmodelle

60.000 Hundekotsackerl am Tag

Die Problematik des Hundekots hat sich in den letzten Jahren dramatisch verbessert. Knapp unter 60.000 mit "eindeutigem Inhalt" gefüllte Hundekotsackerl finden sich täglich in Wiens Mistkübeln. Die Zahlen, aber auch Umfragen und das subjektive Empfinden bestätigen: Die Hundehalterinnen und -halter nehmen das Angebot der kostenlosen "Sackerl fürs Gackerl" an. Bei 55.600 gemeldeten Hunden in der Millionenstadt ist dies eine echte Erfolgsgeschichte. Jährlich landen 21,8 Millionen Sackerl mit Hundekot in Wiens öffentlichen Mistkübeln. Es gibt 3.305 Hundesackerlautomaten mit Gratis-Sackerl fürs Gackerl in den Bezirken.

Kampf dem Tschickstummel

Bei den Tschickstummeln gibt es erfreuliche Entwicklungen. So konnten pro Jahr rund 100 Millionen Tschickstummel in den dafür vorgesehenen Papierkörben mit Aschenrohren und den freistehenden Aschenrohren der MA 48 gesammelt werden. Es gibt über 19.000 Papierkörbe mit Aschenrohren und rund 1.200 freistehende Aschenrohre der MA 48 im öffentlichen Raum, in die man die Zigarettenstummel bequem und legal entsorgen kann. Die Raucherinnen und Raucher nehmen das Angebot verstärkt an.

Illegal entsorgte Kühlgeräte minus 67 Prozent

Die Anzahl der auf Gehsteigen, in Grünflächen abgestellten Kühlgeräte wurde von knapp über 1.800 im Jahr 2008 auf rund 590 Stück 2015 reduziert. Das entspricht rund 67 Prozent. Kühlgeräte und selbstverständlich auch alle anderen Elektrogeräte können sowohl beim Kauf eines entsprechenden Neugeräts beim Handel als auch auf den Mistplätzen gratis abgegeben werden. Elektrokleingeräte wie Mixer oder Radios werden zudem auch auf allen Problemstoffsammelstellen entgegengenommen.

Illegal entsorgter Sperrmüll minus 38 Prozent

Auch in Sachen illegal abgelagertem Sperrmüll konnte eine deutliche Entspannung festgestellt werden: Über 38 Prozent nahmen in diesem Bereich die Verunreinigungen von rund 114.000 Kubikmetern im Jahr 2008 auf 70.000 Kubikmeter 2015 ab. Für die legale und kostenlose Entsorgung von Sperrmüll stehen ebenfalls die Mistplätze zur Verfügung.

Ordnungsgemäße und umweltgerechte Entsorgung

Der auf den öffentlichen Mistplätzen an die MA 48 übergebene Abfall wird ordnungsgemäß getrennt und in Österreich umweltgerecht entsorgt. Gut erhaltene Einrichtungsgegenstände oder Elektrogeräte, welche auf den Mistplätzen in der 48er-Tandler-Box abgegeben wurden, werden im 48er-Tandler bzw. dem 48er-Basar günstig weiterverkauft oder an karitative Organisationen übergeben.

Die MA 48 appelliert hingegen, Sperrmüll nicht an illegale Abfallsammlerinnen und -sammler zu übergeben. Immer öfter warten diese vor den Mistplätzen mit Kastenwägen auf Bürgerinnen und Bürger, die ihren Sperrmüll und andere nicht mehr benötigte Sachen am Mistplatz entsorgen wollen. Sie wollen vor allem auf Wertstoffe wie Alu, Kupfermüll, Alufelgen, Metalle, Sperrmüll oder Elektro-Schrott verwerten. Vermehrt werden auch Flugblätter an Haushalte verteilt, die eine Abholung solcher Gegenstände zu bestimmten Zeitpunkten ankündigen.

Oft wird nur ein Teil der übernommenen Gegenstände mitgenommen, der Rest wird einfach weggeworfen. Dies führt zur Verunreinigung des öffentlichen Raumes bis hin zur gefährlichen Umweltverschmutzung.

Aktionstage

Seit Sommer 2008 werden auch Aktionstage organisiert, an denen in ausgewählten Bezirken zwischen 40 und 100 WasteWatcher konzentriert kontrollieren. 2016 sind wieder 12 Aktionstage geplant.

"Saubere Stadt" im Stadtplan

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