Stadt Wien setzt neue Maßnahmen gegen Hitzeinseln und Klimawandel

Die Stadt Wien sagt dem Klimawandel den Kampf an. 13 Hektar neue Parks, 150 Fassadenbegünungen, 60 Kilometer gratis Badestrände, Nebelduschen und noch mehr Bäume sollen die Stadt abkühlen.

Begrünte Gebäude-Fassade

In den letzten Jahren gab es fast doppelt so viele Hitze- wie Verkehrstote. Allein 2018 gab es in Wien 41 Tropennächte, also Nächte, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad fiel. Die Stadt kühlt aufgrund der aufgeheizten Betonflächen (Hitzeinseln) nicht mehr ausreichend ab.

Umweltstadträtin Ulli Sima: "Die Bevölkerung leidet - vor allem in dichtverbauten Gebieten - an den Folgen und hier müssen wir auf vielen Ebenen handeln."

Parks und Grünflächen gegen die Hitze in der Stadt

Wien reagiert seit Jahren auf die unmittelbaren Auswirkungen des Klimawandels. Neben dem massiven Öffi-Ausbau sollen zusätzlich zu den 850 bestehenden Parks noch mehr Grünräume geschaffen werden, um die Hitzeinseln abzukühlen.

  • 13 Hektar neue Parkflächen:
  • Fassadenbegrünung als natürliche Klimaanlagen auf über 150 Häusern
  • Nebelduschen: Feine Tröpfchen werden im öffentlichen Raum versprüht und senken die Umgebungstemperatur um bis zu 11 Grad.
  • 60 Kilometer gratis Badestrände: Das Angebot wird laufend ausgebaut.
  • 480.000 Stadtbäume: Jährlich kommen 3.000 Jungbäume dazu.

Überflutungsschutz bei Starkregen

Starkregen-Ereignisse sind ein neues Phänomen, das immer öfter auftritt. Dabei werden ganze Straßenzüge und Keller überflutet. Großangelegte, unterirdische Speicherbecken in Simmering, Favoriten und bald auch in Liesing entlasten die Kanäle und leisten einen aktiven Überflutungsschutz.

Das größte Speicherbecken befindet sich in Simmering mit einem Fassungsvolumen von 28,5 Millionen Liter Regenwasser, das entspricht 200.000 volle Badewannen. Das Speicherbecken auf der Gelben Haide in Liesing wird in den kommenden Jahren errichtet.

Energie: Wien setzt auf Fotovoltaik

Bis 2030 sollen mehr als 240.000 Haushalte mit Solarstrom versorgt werden. Für den Ausbau der Dach-Solaranlagen wurden rund 600 Millionen Euro investiert. Die Wiener Hauptkläranlage wird bis 2020 zur Gänze ihre eigene Energie produzieren.

Straßenbahn-Ausbau

Die Stadt Wien baut 2019 vor allem die Straßenbahn-Linien aus. Die Linie 11 kommt neu dazu, der D-Wagen wird verlängert und bekommt im Sonnwendviertel neue Grüngleise. Auf diesen Gleiskörpern wächst Gras, das zusätzlich zur Kühlung der Stadt beiträgt.

Mehr Ladestationen für E-Autos

Die Ladestationen für E-Autos werden bis zum Jahresende 2019 auf insgesamt 1.500 Stück ausgebaut, mit einem Investitionsvolumen von 7 Millionen Euro.

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