Luftqualität hat sich auch 2017 verbessert

Bereits zum sechsten Mal in Folge hat die Stadt Wien die EU-Grenzwerte für Feinstaub unterschritten. Auch bei anderen Schadstoffen wie Schwefeldioxid und Benzol wurden die Werte erneut unterschritten.

Bick über Wien vom Leopoldsberg

Die Feinstaubwerte 2017 lagen wie bereits 2016 auf dem niedrigsten Niveau seit dem Beginn der Messungen 2002. Die in Wien gemessenen Höchstwerte für Feinstaub im Jahresmittel wurden seit dem Jahr 2003 halbiert. Sie liegen bei weitem unter dem EU-weiten Grenzwert. Auch die strengeren österreichischen Grenzwerte wurden eingehalten.

Die Stickstoffdioxidbelastung sank dank der vielen gesetzten Maßnahmen in Wien in den letzten Jahren deutlich. 2017 wurde nur an einer einzigen Messstelle, der unmittelbar an der dichtbefahrenen Westeinfahrt, mit 44 µg/m3 ein Wert über den erlaubten 40 µg/m3 gemessen. Alle anderen 15 Messstellen unterschreiten diese Schwelle.

Derzeit stimmen die realen Abgaswerte von vielen Diesel-Kfz nicht mit den Prüfungsergebnisse bei der Typisierung überein. Laut einer Studie des Umweltbundesamtes gäbe es sonst keine einzige Überschreitung. Für die Zukunft ist eine weitere Verbesserung der Stickstoff-Messwerte zu erwarten.

Angesichts der hervorragenden Entwicklung Luftgüte in Wien und der gemäß der Studie des Umweltbundesamtes weiterhin zu erwartenden Abnahme der Stickstoff-Werte in den kommenden Jahren ist die Einführung von Umweltzonen in Wien nicht geplant. Ziel der Stadt Wien ist es stattdessen, durch attraktive Angebote im Rad-, Fuß- und öffentlichen Verkehr eine Änderung des Mobilitätsverhaltens zu erreichen.

Umweltstadträtin Ulli Sima: "Unsere Anstrengungen in allen Bereichen der Luftreinhaltung zeigen Wirkung und wir werden selbstverständlich auch künftig Maßnahmen in Sachen Luftgüte setzen."

Wiens Maßnahmen greifen

Seit langem setzt die Wiener Stadtverwaltung auf Strategien und Maßnahmen, um das hohe Umweltniveau weiter zu verbessern. Die erfolgreich verwirklichten Maßnahmen reichen vom 365-Euro-Jahresticket, dem Öffiausbau, der Parkraumbewirtschaftung, der Ausbau der Fernwärmeversorgung bis hin zur Reduktion des Streusplittverbrauchs und des dadurch entstehenden Feinstaubs.

  • Laufender Ausbau der Öffis:
    • Erweiterung der U1 um fünf Stationen nach Süden 2017
    • Umstellung der kompletten Busflotte auf moderne und umweltfreundliche Euro-6 Busse bis 2019.
    • Neubau der U-Bahnlinien U2 und U5: Spatenstich 2018
    • Netzausbau und Optimierung im Straßenbahnnetz, zum Beispiel Verlängerung der Linien D, 67 und O, Linienauskreuzung der Straßenbahnlinien 2 und 44
    • Rückgewinnung und Nutzung der Bremsenergie bei U-Bahnen
    • LED-Umstellung in der Stationsbeleuchtung der Wiener Linien
    • Sieben neue E-Busse für die Linie 4A
    • Ausweitung des Services von WienMobil für multimodale Mobilität
    • "Mobility Points" mit diversen Angeboten für Car- und Bike-Sharing
  • Erneuerbare Energieträger
    • Wien Energie investiert in den nächsten fünf Jahren 460 Millionen Euro in erneuerbare Energielösungen
    • 30 Bürgerkraftwerke, davon 26 Solaranlagen, vier Windräder: 10.000 Wienerinnen und Wiener haben bereits 35 Millionen Euro in die BürgerInnen-Beteiligung investiert.
    • Wien hat eines der größten Fernwärmenetze Europas: Wien spart jährlich 1,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Das entspricht dem jährlichen Schadstoffausstoß des Wiener Pkw-Verkehrs.
    • Weiterer Fernwärmeausbau mithilfe der stärksten Großwärmepumpe Mitteleuropas sowie einer neuen Power-2-Heat-Anlage in der Leopoldau
    • Fernkälteausbau für die ökologische Gebäudekühlung von Krankenhäusern, Büros und Hotels. Es gibt bereits ein Dutzend Fernkältezentralen in Wien mit bis zu 70 Prozent höherer Energieeffizienz als mit herkömmlichen Klimaanlagen
  • E-Mobilität
    • 1.000 neue Elektroauto-Ladestellen bis 2020 und 250 eTaxis für Wien
    • Ausbau der Elektromobilität im städtischen Fuhrpark: Sukzessiver Austausch der Pkw-Flotte der MA 48 auf Elektroantrieb
    • Smart Campus der Wiener Netze: umweltfreundliche neue Unternehmenszentrale der Wiener Netze
    • LED-Straßenbeleuchtung: Umstellung von knapp 50.000 Seilhängeleuchten bis Ende 2020
    • Einsparung von 6.000 Lastwagen-Fahrten pro Jahr durch die Kanalaufschließung im 22. Bezirk durch die Erschließung der letzten verbliebenen durch Senkgruben entsorgten Bereiche.

Maßnahmen zur Senkung der Luftverschmutzung

Bis zu drei Viertel des Feinstaubes sind importiert

Hauptverursacher von Feinstaub sind in Wien Straßenverkehr, Bautätigkeiten und private Wohnungsheizungen ohne Fernwärme. Feinstaub wird aber oft über weite Strecken transportiert. So stammen rund drei Viertel der Wiener Feinstaubbelastung aus überregionalen Quellen, sind also nicht hausgemacht.

Das Umweltbundesamt hat die Herkunft der Feinstaubbelastung in Wien im Jänner und Februar 2017 detailliert untersucht. Im Durchschnitt setzte sich der Feinstaub wie folgt zusammen:

  • Regionale Hintergrundbelastung: circa 75 Prozent, davon stammen circa 5 Prozent aus Emissionen, die innerhalb von Wien auftreten.
  • Städtischer Beitrag durch Emissionen in Wien: circa 15 bis 20 Prozent
  • Lokaler Beitrag an (verkehrsbedingten) Belastungsschwerpunkten: circa 5 bis 10 Prozent

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