Plan für klimafreundliches Heizen

Durch den Ukrainekrieg hat das Thema Energiesicherheit und "Raus aus Gas" zusätzlich an Bedeutung gewonnen. Die Stadt will bei allen Gebäuden den Umstieg auf innovative Lösungen erleichtern.

Video: Wiener Regierungsklausur: „Raus aus Gas“

Wien hat im Bundesländervergleich den mit Abstand geringsten Endenergieverbrauch pro Kopf für Heizen und Warmwasser. Dennoch werden derzeit fast 90 Prozent der klimaschädlichen Treibhausgase im Gebäudebereich von Gasheizungen verursacht.

Wien hat seit 2022 als erstes Bundesland in Österreich einen umfassenden Maßnahmenplan für die Bereiche Klimaschutz und Klimaanpassung. Um Wien bis 2040 klimaneutral zu machen, müssen Lösungen für 600.000 Gasgeräte, davon rund 475.000 dezentral, sowie für 460.000 Kochgasgeräte gefunden werden.

Bürgermeister Michael Ludwig: "Bis 2040 werden alle Gebäude in Wien klimaneutral mit erneuerbarer Energie geheizt und – wo notwendig – auch gekühlt. Fossile Energieträger in der Raumwärme sind dann Geschichte."

Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr. "Dabei setzen wir auf Innovation statt Resignation, wir setzen auf Angebote und große Hebel statt auf plumpe Verbotspolitik. Denn wir wollen die Wienerinnen und Wiener auf diesem so wichtigen Weg mitnehmen."

Vizebürgermeisterin Kathrin Gaál: "Am wichtigsten ist es, in die Wienerinnen und Wiener zu investieren, ihnen beim Umstieg auf erneuerbare Energien zu helfen und sie für die Energiewende an Bord zu holen."

Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky: "Nicht nur sind fossiles Gas und Öl schlecht für die Umwelt, wir machen uns durch sie auch abhängig von ausländischen Energielieferungen. Spätestens der Ukrainekrieg hat gezeigt, dass Gas und Öl nicht krisensicher sind. Diese Unsicherheit soll durch zuverlässige, maßgeschneiderte Alternativen beseitigt werden."

Der Wiener Wärmeplan

Für die Planung des Umstiegs wurde zunächst eine genaue Analyse der Heizungssysteme in bestehenden Wiener Wohnbauten gemacht. Daran orientiert sich die jeweilige Technologie, die zum Einsatz kommen soll.

Im Fokus stehen vor allem ältere Gebäude im dicht verbauten Stadtgebiet. Für Neubauten legt die Stadt schon jetzt mit den Energieraumplänen eigene Klimaschutzgebiete fest, in denen keine Gasthermen mehr installiert werden dürfen.

Der Wiener Wärmeplan unterscheidet zwischen 2 Stadtgebieten:

  • Gebiete, die mit Leitungen an unterschiedliche Wärmeanbieter*innen angebunden werden können
  • Gebiete, in denen erneuerbare Energiequellen zur gebäudeweisen Wärmeversorgung genutzt werden.

Speziell dicht verbaute Gebiete werden zukünftig so weit wie möglich von der zentralen Fernwärme versorgt. In weniger dicht bebauten Gebieten werden erneuerbare Niedertemperatur-Wärmenetze und erneuerbare Energielösungen für einzelne Gebäude zum Einsatz kommen. Die Wärmeversorgung von Neubaugebieten soll mit vor Ort verfügbarer, erneuerbarer Energie erfolgen. Dabei sind auch gebäudeübergreifende Energielösungen mit Niedertemperatur-Nahwärmenetzen möglich.

Wiener Wärme und Kälte 2040

Vorzeigeprojekte für den Umstieg

Anhand von konkreten Projekten will Wien vorzeigen, wie der Umstieg auf innovative Lösungen – auch abseits der Fernwärme – gelingen kann: Dafür werden Umsetzungsprojekte gesammelt, die als Beispiele für weitere Gebäude der Stadt dienen sollen. Im Rahmen dieser Initiative werden Projekte durch Information und Beratung der Stadt Wien unterstützt und begleitet.

Initiative "100 Gebäude Raus aus Gas"

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