Erste Geothermie-Anlage in Aspern

  • Geplante Leistung: bis zu 20 Megawatt saubere Energie
  • Fernwärme für bis zu 20.000 Wiener Haushalte
  • Geplanter Beginn der Arbeiten vor Ort: 2023
  • Geplante Inbetriebnahme: 2026
  • Geplantes Investitionsvolumen: rund 80 Millionen Euro
    Das Projekt wird aus den Mitteln der Umweltförderung des BMK gefördert.

Damit Wien klimaneutral und unabhängig von fossiler Energie wird, braucht es nachhaltige Energiequellen. Eine besondere Rolle nimmt dabei die Tiefen-Geothermie ein. Die Nutzung von Erdwärme aus großer Tiefe ist eine emissionsfreie, saubere und sichere Alternative, um Gebäude zu heizen.

Wien Energie-Geschäftsführer Karl Gruber, Stadtrat Peter Hanke und Vorsitzender der Wien Energie-Geschäftsführung Michael Strebl

Wien Energie-Geschäftsführer Karl Gruber, Stadtrat Peter Hanke und Vorsitzender der Wien Energie-Geschäftsführung Michael Strebl (v.l.n.r.)

Als Standort der 1. Tiefen-Geothermie-Anlage für Wien wurde ein Areal am Rande der Seestadt Aspern gewählt. Die Inbetriebnahme ist für 2026 geplant. Die Anlage soll Thermalwasser-Vorkommen in über 3 Kilometern Tiefe nutzen. Sie soll künftig klimaneutrale Fernwärme mit bis zu 20 Megawatt erzeugen. Um die Anlage noch effizienter zu machen, ist zudem der kombinierte Betrieb mit einer Wärmepumpe geplant. Damit können ab 2026 bis zu 20.000 Haushalte mit grüner Wärme aus der Tiefe versorgt werden.

Stadtrat Peter Hanke: "Mit der Nutzung von Tiefen-Geothermie für die Wärmeversorgung verfolgen wir unseren Wiener Klimafahrplan konsequent weiter und machen unsere Stadt bis 2040 CO2-neutral. Dank dem Thermalwasser-Vorkommen direkt unter der Stadt und dem gut ausgebauten Fernwärmenetz befinden wir uns auch im europäischen Vergleich in einer einzigartigen Ausgangslage, um Haushalte mit klimaneutraler Wärme versorgen zu können."

Technisch anspruchsvolles Projekt

Schematische Darstellung der Tiefen-Geothermie-Anlage

Funktionsweise der Tiefen-Geothermie-Anlage

Zur Erschließung des Thermalwassers sind mehrere Bohrungen in über 3.000 Metern Tiefe erforderlich. Mit einer Erkundungsbohrung wird die Beschaffenheit und Verfügbarkeit des Thermalwassers am gewählten Standort untersucht. Nach der erfolgreichen Erkundungsbohrung werden 2 weitere Bohrungen durchgeführt. Zunächst wird rund 1.000 Meter senkrecht in die Tiefe gebohrt, danach verlaufen die Bohrungen schräg in entgegengesetzte Richtungen bis auf eine Tiefe von rund 3.000 bis 3.500 Meter. Über eine der Bohrungen wird das Thermalwasser mittels einer Pumpe an die Oberfläche befördert. Nach der Wärmeentnahme an der Oberfläche über Wärmetauscher wird das Thermalwasser über die 2. Bohrung wieder in das gleiche Thermalwasser-Vorkommen zurückgeführt. Es entsteht damit ein geschlossener erneuerbarer Kreislauf. Der Entnahme- und der Rückgabepunkt des Thermalwassers liegen dabei rund 4 Kilometer voneinander entfernt. Die in der Tiefen-Geothermie-Anlage gewonnene Wärme wird anschließend in das Fernwärmenetz eingespeist.

Emissionsfreie Fernwärme für bis zu 125.000 Haushalte

Bis 2030 will Wien Energie insgesamt bis zu 4 Tiefen-Geothermie-Anlagen in der Donaustadt und Simmering mit einer Gesamtleistung von bis zu 120 Megawatt entwickeln. Damit könnten dann bis zu 125.000 Wiener Haushalte mit Fernwärme aus Tiefen-Geothermie versorgt werden. Das entspricht einer jährlichen CO2-Einsparung von 325.000 Tonnen oder 20 Prozent der Fernwärme-Gesamterzeugung. Der Ausbau der Tiefen-Geothermie soll auch nach 2030 fortgesetzt werden, damit die Fernwärme bis 2040 gänzlich aus klimaneutralen Quellen erzeugt wird.

Langfristige CO2-Einsparungen

Zu den Vorteilen der Tiefen-Geothermie zählt, dass es sich dabei um eine CO2-neutrale Energiequelle handelt, die lokal und rund um die Uhr verfügbar ist. Tiefen-Geothermie ist eine verlässliche und nahezu unerschöpfliche Ressource, die Wärme und Strom langfristig und zu stabilen Preisen zur Verfügung stellt. Darüber hinaus hat die Tiefen-Geothermie im Gegensatz zu anderen Alternativenergien einen geringen Flächenbedarf und ist entsprechend landschaftsschonend. Die Anlage selbst ist im Betrieb komplett emissionsfrei.

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