20 Jahre gentechnikfrei

Pflanze wird in Händen gehalten

Mit über 1,2 Millionen Unterschriften haben die Österreicherinnen und Österreicher im April 1997 der Gentechnik auf Feldern und Tellern eine klare Absage erteilt. Bis heute gibt es keinen Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen in Österreich und keine Freisetzungen. Alle in der EU zugelassenen gentechnisch veränderten Pflanzen sind in Österreich verboten.

Mit einem strengen Gentechnik-Vorsorgegesetz sowie der Plattform "Freiwillig ohne Gentechnik", der der Großteil der Wiener Gärtnerinnen und Gärtner angehört, wird dafür gesorgt, dass Wiens Felder gentechnikfrei gehalten werden. Strenge Kontrollen durch das Umweltbundesamt belegen den Erfolg der Maßnahmen.

Umweltstadträtin Ulli Sima, damals Gentechnik-Expertin bei GLOBAL 2000: "Ich bin stolz auf das Erreichte: Österreich hat sich erfolgreich gewehrt und es gibt auch heute keine gentechnisch manipulierten Pflanzen auf unseren Feldern. Das muss auch künftig so bleiben und dafür werden wir weiter gemeinsam kämpfen."

Aktuelle Situation auf EU-Ebene

Verbot und Einschränkung möglich

Österreich war 1997 ein Vorreiter in Sachen Gentechnikfreiheit auf EU-Ebene. Die "Opt out" Richtlinie der EU bestärkt Österreich und andere kritische Länder in ihrer nationalen Selbstbestimmung. Die Mitgliedsstaaten können damit den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen auf ihrem Hoheitsgebiet beschränken oder ganz verbieten, auch wenn eine Anbauzulassung auf EU-Ebene besteht. 19 Länder, darunter Italien, Kroatien, Ungarn oder Polen, haben diese Möglichkeit bereits genützt.

Problemfeld Futtermittel

Während es bei Lebensmitteln eine klare Sachlage gibt, gibt es bei Futtermitteln nach wie vor Handlungsbedarf. Denn tierische Produkte, bei denen gentechnisch verändertes Futtermittel zum Einsatz kam, müssen nicht gekennzeichnet werden.

So werden jährlich bis zu 400.000 Tonnen gentechnisch verändertes Gen-Schrot nach Österreich importiert, das vor allem in der Schweinfütterung landet.

Neue Gefahr durch NPBT

Bei "new plant breeding technologies" (NPBT) handelt es sich um molekularbiologische Techniken zur "Verbesserung" von Pflanzen. Dabei wird direkt in das Genom eingegriffen, aber keine fremde DNS eingebracht. Es werden Gensequenzen ausgeschnitten und anderswo eingebracht oder Gensequenzen "ausgeschalten". Das Genom wird so "umgeschrieben". Diese neuen Techniken lassen sich im nach hinein nicht nachweisen. Ob eine natürliche Mutation oder eine bewusste Veränderung vorliegt, kann somit nicht festgestellt werden.

Die Gentech-Industrie fordert daher, dass diese neuen Techniken nicht dem strengen GVO-Recht unterliegen.

Basierend auf dem Vorsorgeprinzip und totaler Transparenz will die Stadt Wien auch hier für strenge Kennzeichnungs- und Zulassungsvorschriften sorgen. Wien hat auf EU-Ebenen bereits diese Positionen deponiert.

"Wir KonsumentInnen dürfen keine Versuchskaninchen werden, strenge Kontrollen und Kennzeichnung derart behandelter Lebensmittel sind unerlässlich", betont Sima.

Tipps für KonsumentInnen

  • Obst und Gemüse aus Wien und aus Österreich sind garantiert gentechnikfrei.
  • Biologische Lebensmittel sind garantiert gentechnikfrei
  • Lebensmittel, die nicht-tierischen Ursprungs sind, sind gentechnikfrei, andernfalls müssten sie gekennzeichnet sein - was es in Österreich nicht gibt.
  • Bei tierischen Produkten kann man bei der Positivkennzeichnung "Ohne Gentechnik hergestellt" sicher sein, dass die Tiere mit gentechnikfreien Futtermitteln gefüttert wurden.
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