Größte Fotovoltaik-Anlage Österreichs geht in der Donaustadt in Betrieb

Das Klimaschutzprojekt in der Schafflerhofstraße im 22. Bezirk produziert Strom für 4.900 Haushalte. Das Gelände wird zudem als Schafweide und für Ackerbau genutzt.

Arbeiter bauen Fotovoltaik-Anlage auf

Die aktuell größte Fotovoltaik-Anlage Österreichs steht in der Donaustadt. Die 11,45 Megawatt-Anlage von Wien Energie produziert ab sofort jährlich über 12 Gigawattstunden Sonnenstrom für 4.900 Wiener Haushalte. Gleichzeitig ist eine landwirtschaftliche Nutzung möglich.

Jedes Jahr spart das Riesen-Solarkraftwerk mit seinen 25.626 Modulen 4.200 Tonnen CO2 und trägt damit zu mehr Klimaschutz in der Stadt bei.

Die Anlage auf der 12,5 Hektar großen Fläche einer ehemaligen Schotterdeponie der Stadt wurde von Wien Energie in Zusammenarbeit mit der städtischen Müllabfuhr (MA 48) und dem Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien (MA 49) errichtet.

2 Herren neben Fotovoltaik-Anlage

Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky und Stadtrat Peter Hanke

Stadtrat Peter Hanke: "Leuchtturmprojekte wie dieses zeigen, dass der Stadt kein Projekt zu groß ist, um CO2-neutral zu werden. Während andere nur reden, investieren wir massiv in die Erzeugung von erneuerbarer Energie. So schaffen wir zeitgleich zukunftsfitte Infrastruktur für die nächsten Generationen und sichere Arbeitsplätze in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten."

Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky: "Für unser Ziel, Wien bis 2040 CO2-neutral zu machen, setzen wir auf die Energiewende. Daher starten wir heuer die größte Fotovoltaik-Offensive in der Geschichte. Das Öko-Kraftwerk Schafflerhofstraße ist dabei ein wichtiger Baustein, um die Stadt in Zukunft mit 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien zu versorgen."

Eckdaten zur Fotovoltaik-Anlage

  • Standort: 22., Schafflerhofstraße
  • Leistung: 11,45 Megawatt
  • Jahresstromproduktion: über 12 Gigawattstunden
  • Fläche: 12,5 Hektar
  • Sonnenstrom für 4.900 Wiener Haushalte
  • 25.626 Fotovoltaik-Module, davon 400 doppelseitig
  • 4.200 Tonnen CO2-Ersparnis pro Jahr
  • Die Fotovoltaik-Anlage wurde von MaxSolar errichtet.

Fläche für Schafe und Ackerbau

Die Fläche unter dem Solarkraftwerk dient von April bis Oktober als Weidefläche für 150 Juraschafe. Diese sorgen als natürliche Rasenmäher dafür, dass das Gras nicht zu hoch wird. Sie sind dank der Fotovoltaik-Module auch vor Wettereinbrüchen geschützt.

Ein Teil der Anlage ist zudem als sogenannte Agrar-Fotovoltaikanlage umgesetzt. Die rund 400 Module produzieren auf beiden Seiten Strom und stehen vertikal. So kann zwischen den Modulreihen ohne Probleme ein Traktor fahren und die Fläche landwirtschaftlich, etwa für Gemüseanbau, genutzt werden. Um die Auswirkungen der Doppelnutzung zu analysieren, wird die Universität für Bodenkultur (BOKU) die begleitende Forschung und Bewirtschaftung der Fläche übernehmen.

1 Leitung für 2 Ökostrom-Anlagen

Bei Anlagen dieser Dimension ist auch der Anschluss an das Stromnetz eine Herausforderung, da dieses bei Produktionsspitzen überlastet werden könnte. Die Fotovoltaik-Anlage Schafflerhofstraße ist Teil eines "Hybridkraftwerks". Sie hängt an derselben Stromleitung wie der Wien Energie-Windpark Andlersdorf. Dieser liefert mit bis zu 9 Megawatt Leistung ins Stromnetz.

Wind- und Sonnenspitzen finden selten gleichzeitig statt. Damit können beide Anlagen zeitgleich im Vollbetrieb laufen, ohne das Stromnetz zu überlasten. Sollte trotzdem einmal mehr erneuerbarer Strom produziert werden, kommt ein Puffer-Stromspeicher zum Einsatz. Er fängt Produktionsspitzen ab und speist den produzierten Sonnenstrom erst zu einem späteren Zeitpunkt ins Stromnetz ein. Der Speicher wird bis zum Sommer in Betrieb gehen.

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