Muhammad Asad

Produktionsdatum:

2008


Epoche:

2000er


Copyright:

Stadt Wien


Im April 2008 wurde der Muhammad-Asad-Platz vor der UNO feierlich eröffnet. Ein wichtiges Signal der Integration und Weltoffenheit unserer Stadt.

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Feierlichkeiten zur Angelobung des Muhammad-Asad-Platz in Wien

Nach einem Wien-Aufritt des vergangenen Jahres in den Vereinigten Arabischen Emiraten gab es im Frühjahr in Wien einen weiteren Höhepunkt der Beziehungen zwischen der islamischen Welt und Österreich. Anlass war Muhammad Asad, österreichischer Journalist und Orient-Reisender. Am 14. April 2008 wurde der Platz vor dem Haupteingang der UNO-City zu seinen Ehren "Muhammad-Asad-Platz" benannt.
Talad Asad dankte in seiner Rede der Stadt Wien für die Ehre, die seinem Vater durch die Platzwidmung zukommt.
Professor Talad Asad, Kulturanthropologe und Sohn Muhammad Asads: "Ich wurde gefragt, was mein Vater wohl darüber gedacht hätte, dass ein Platz nach ihm benannt wurde. Das ist eine sehr berechtigte Frage. Ich denke, vor allem, wäre er glücklich und geehrt gewesen."
Er würde sich freuen, so Asad, wenn diese Weltoffenheit und Integrationsrolle Wiens Beispielwirkung in ganz Europa hätte.
Professor Talad Asad, Kulturanthropologe und Sohn Muhammad Asads: "Europa hat eine bunt gemischte Geschichte und Wien hat in dieser Hinsicht eine sehr spezielle. Ich glaube, dass Wien eine Stadt ist, die ideal geeignet ist, sich seines Erbes anzunehmen. Ich möchte Herrn Omar Al-Rawi und allen danken, die an diesem Projekt beteiligt waren."
Im Anschluss an die feierliche Benennung des Muhammad-Asad-Platzes vor der UNO, gab Bürgermeister Michael Häupl im Wiener Rathaus einen feierlichen Empfang.
Dr. Michael Häupl, Wiener Bürgermeister: "Wenn wir heute in Österreich Diskussionen darüber zu führen haben, ob eine staatlich anerkannte Religionsgemeinschaft, Moscheen, Minarette, Friedhöfe in Österreich auch haben kann, dann sollten wir vielleicht alle zusammen kurz innehalten, an unsere Geschichte denken, an den großen humanitären Auftrag, den gerade Österreich aus der Geschichte auch in sich trägt. Vielleicht sollten wir auch denken an einen Mann wie Muhammad Asad, der zweifelsohne als Person dieses Zusammenleben der Menschen, insbesondere auch der monotheistischen Religionen gelebt und erlebt hat."
In seiner Rede betonte Bürgermeister Häupl, dass mit der Platzeröffnung und dem Gedanken an einen großen Wiener und sein Schaffen ein symbolischer Akt gesetzt wurde. Ein wichtiges Signal für die Integration, die Weltoffenheit und die kulturelle Vielfalt in Wien.
Dr. Michael Häupl, Wiener Bürgermeister: "Wir wollen damit zeigen, dass wir gemeinsam, in einer gemeinsamen Heimat, nicht nur friedlich zusammenleben können, sondern, dass wir auch verstanden haben, dass wir zusammenleben in einem wechselseitigen Respekt, in einer wechselseitigen Achtung und in einer Anerkennung der gemeinsamen Regeln, die sich eine Gemeinschaft auch gemeinsam gibt und danach entsprechend lebt. Und das, glaube ich, ist einer der Vorzüge von Wien und wir sollten dies auch hinausstrahlen in alle Welt. Die Welt würde weniger gewalttätig sein, sie würde friedlicher sein und sie würde geprägt sein von der Idee: Gemeinsam können wir gut leben, gegeneinander nur sehr viel schlechter. Und das ist die Botschaft von Muhammad Asad und wir wollen sie hören und wir wollen danach handeln."
Den Feierlichkeiten im Stadtsenatssitzungssaal gaben hohe Persönlichkeiten die Ehre ihrer Anwesenheit.
Taous Feroukhi, Algerische Botschafterin und Sprecherin der arabischen Botschaften: "Die arabischen Botschafter in Wien feiern die Angelobung des Muhammad-Asad-Platzes als eine Möglichkeit für einen erneuerten politischen Willen und eine gemeinsame Verantwortung.
Anas Schakfeh, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft: "Die Namensgebung ist eine Ehrung für uns Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt, diese muslimische Gemeinde, die sich bekennt für diese Stadt und für dieses Land und das ist die Wahrnehmung der Stadt Wien, dass wir ein Bestandteil dieser Gesellschaft, genau wie alle anderen - mit allen Rechten und Pflichten - und das ist das, was wir an Europa weitergeben als Botschaft."
Gemeinderat Omar Al-Rawi sieht die Veranstaltungen rund um die Feierlichkeiten zur Muhammad-Asad-Platz-Benennung als ein Glied in einer Kette vieler Treffen und als Ausdruck der traditionell sehr guten Beziehungen zwischen der arabischen Welt und Wien.
DI Omar Al-Rawi, Wiener Gemeinderat: "Darunter ist eben auch das bewusste Inszenieren der Wien-Tage in Abu Dhabi und Dubai, darunter ist auch der Staatsbesuch, den der Bundespräsident Fischer in diese Gegend unternommen hat und die wiedererstarkten wirtschaftlichen, aber auch kulturellen Beziehungen miteinander. Es ist auch in diesen Ländern wahrgenommen worden, dass aufgrund des Anerkennungsstatus des Islam in Österreich und diesem positiven Weg der Integration, den die Muslime hier gehen, das hat sich auch herumgesprochen. Das alles tut sich sozusagen ineinander integrieren und sich einander ergänzen, so dass man nie von einem Event allein spricht, aber einer dieser Events tut den anderen natürlich bestärken und helfen es zu realisieren."
wien.at-TV: "Welche Botschaft nehmen Sie von Wien mit in Ihre Heimat?"
Fahad Samari, Vertreter des Prinzen von Salman von Saudi Arabien: "Wenn ich nun heimkehre, bringe ich aus Wien eine Botschaft der Freude und dessen, dass ich mich hier willkommen gefühlt habe, mit. Es ist sehr schön mitzuerleben, dass es hier so ein enges Zusammenleben der Menschen und der Religionen gibt. Jeder Moslem würde sich freuen, zu hören, dass Moslems in Wien Teil der Gesellschaft sind und auch von der Regierung wertgeschätzt werden. Dieses Beispiel Wiens wird hoffentlich in Europa und der ganzen Welt Schule machen."
Eine der Veranstaltungen rund um die Muhammad-Asad-Platz-Eröffnung war die Uraufführung des Films "Der Weg nach Mekka - Die Reise des Muhammad Asad" im Wiener Metropol Kino.
Filmausschnitt: "Jänner 2006. Zwei Millionen Moslems - mehr als jemals zuvor - sind auf der Pilgerreise nach Mekka."
Zum Abschluss der Feierlichkeiten gab es eine Podiumsdiskussion unter dem Titel "Die EuropäerInnen und der Islam - zwischen Faszination und Ablehnung".
Muhammad Asad war ein Grenzgänger zwischen der islamischen Welt und dem Westen. Sein Leben war von seinem Streben nach einem gegenseitigen Verständnis zwischen der islamischen Welt und dem Westen, und durch seine intellektuelle Herangehensweise an den Islam geprägt.