Akte KliP - der Film zum Klimaschutzprogramm der Stadt Wien - Langversion

Produktionsdatum:

2009


Epoche:

2000er


Copyright:

Stadt Wien


Von Windenergie bis Wärmedämmung - in Sachen Klimaschutz ist Wien führend. Neben einer der modernsten Müllverbrennungsanlagen gibt es auch Europas größtes Waldbiomassekraftwerk. Der Film zeigt vier Agenten, die die Umweltmusterstadt inspizieren.

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Akte KliP

Radon (Harald Krassnitzer): Wir sind eine der besten Spezialeinheiten des Universums. Unsere Mission - das Monitoring aller klimaschutzrelevanten Maßnahmen - weltweit. Wir sind eure besten, schnellsten und einzigen Informanten, die alles aufdecken und Klarheit schaffen.
Argon (dunkelhaariger Mann): Wir arbeiten geheim.
Xenon (blonde Frau): Wir existieren im Schatten.
Krypton (dunkelhaarige Frau):Agieren völlig lautlos.
Neon (blonder Mann): Und wir sind beinahe unsichtbar.
Radon: Von New York bis Neu Delhi, von London bis Sydney - und heute in Wien.
Neon (blonder Mann): Wir haben hier eine der größten Photovoltaikanlagen der Stadt Wien entdeckt.
Krypton (dunkelhaarige Frau): Über 400 Quadratmeter – bringen mehr als 30.000 Kilowattstunden im Jahr.
Radon: Perfekt. - Strom aus der Sonne. Völlig schadstofffrei.
Argon: Die Sonne produziert auch Warmwasser.
Xenon: In den Wiener Bädern.
Radon (krassnitzer): Was haben wir den Gesamtfläche an Solarkollektoren?
Xenon: Insgesamt sind in den Wiener Bädern zirka 14.000 Quadratmeter Solarkollektoren installiert.
Argon: Gewaltig!
Xenon: Wie hoch ist das Einsparungspotenzial?
Radon: Energieeinsparung: 5200 Megawattstunden pro Jahr – Ergibt eine CO2-Reduktion von 700 Tonnen!
Xenon: Das kann sich sehen lassen.
Argon: Auf alle Fälle!
Radon: Würd ich auch sagen!
Neon: Genauso wie das Weingut der Stadt Wien.
Krypton: Hier wird Photovoltaik und Solarthermie eingesetzt.
Neon: Sollen wir den klimafreundlichen Tropfen verkosten?
Radon: Ja, aber nur in homöopathischen Dosen. Und nehmt eine Kostprobe mit
Krypton: Zur Laboranalyse?
Radon: Wozu sonst?
Radon: So und jetzt gibt‘s noch eine andere Geschichte aus dem Wienerwald!
Argon: Der Wald der Wiener wird natürlich nach allen Regeln der Kunst gehegt und gepflegt.
Xenon: Die Energie aus regionalen Wäldern wird im größten Wald-Biomassekraftwerk Europas höchst effizient umgewandelt.
Xenon: Das Kraftwerk hat eine Leistung von zirka 60 Megawatt.
Argon: Jährlich werden hier bis zu 190.000 Tonnen Waldhackgut verbrannt.
Xenon: Es produziert Strom und Fernwärme gleichzeitig.
Argon: Dank einer so genannten "Kraft-Wärme-Kopplung".
Xenon: Die steigert den Wirkungsgrad der Anlage und nutzt den Brennstoff optimal aus.
Argon: "Wien Energie" setzt diese Technologie bei allen Wiener Kraftwerken ein.
Xenon: Allein mit dem Biomassekraftwerk werden 12.000 Wiener Haushalte mit Fernwärme versorgt und 48.000 Haushalte mit Strom.
Radon: Das entspricht nach meinen Berechnungen einer CO2-Reduktion von 144.000 Tonnen pro Jahr.
Krypton: Modernste Technik versteckt sich auch in dieser historischen Wehranlage.
Neon: Unter Wasser sorgen zwölf Matrixturbinen für eine optimale Ressourcennutzung.
Radon Das sieht sehr durchdacht aus!
Krypton: 2004 wurde das Kleinwasserkraftwerk mit dem "Climate-Star" ausgezeichnet.
Neon: Das ist ein internationaler Klimaschutzpreis.
Radon: Gratuliere. Damit können 10.000 Haushalte mit sauberster Energie versorgt werden. Das gefällt mir!
Xenon: Auch Bioabfälle sind wertvolle Energieträger.
Argon: 17.000 Tonnen Bioabfall können hier jährlich in saubere Energie umgewandelt werden.
Xenon: Die eigentliche Arbeit übernehmen Bakterien.
Argon: Sie verdauen den Bioabfall und produzieren dabei Biogas.
Xenon: Das Gas wird in einem Heißwasserkessel zu Fernwärme umgewandelt.
Argon: Aus dem Gärrest wird Kompost gemacht.
Radon: Energieproduktion: 11.200 Megawattstunden. Im Vergleich zur konventionellen Energieerzeugung ergibt das 3.000 Tonnen CO2-Ersparnis pro Jahr. Nicht schlecht.
Krypton: Auch ein geräuschloser Windpark hilft beim Reduzieren des jährlichen Schadstoffausstoßes.
Neon: 2600 Haushalte beziehen von hier Strom. 5000 Tonnen CO2 werden so eingespart. Krypton: Und was ist das vor uns?
Radon: Das ist die Müllverbrennungsanlage Spittelau. Eine von drei thermischen Anlagen von wien energie.
Neon: Ein weltweit einzigartiges Kunstwerk.
Radon: Es gibt aber noch eine modernere Anlage.
Neon: Faszinierend! Und wo?
Radon: In Pfaffenau.
Krypton: Da wollte ich ja schon immer hin.
Radon: Tja, das kann ich mir denken! Das ist eine absolute High-Tech-Anlage von Weltformat. Sie ist auf dem neuesten Stand der Rauchgasreinigungstechnik mit einer hochmodernen Entstickungs- und Dioxinzerstörungsanlage.
Krypton:Die thermische Abfallbehandlungsanlage bringt eineLeistung von 250.000 Jahrestonnen.
Radon: Sauber!
Neon: Daraus werden 65 Gigawatt Strom und 410 Gigawatt Fernwärme produziert.
Krypton:Mit dieser Wärmemenge werden jährlich mehr als 50.000 Haushalte in Wien beheizt.
Argon: Und nicht nur das:
Xenon:Auch die Glashäuser der Wiener Stadtgärten werden mit Fernwärme beheizt.
Argon:Damit sich die kleinen Pflänzchen keine kalten Wurzerln holen.
Xenon:Mit computergesteuerten Anlagen wird beheizt und belüftet.
Argon:Belichtet und befeuchtet.
Xenon:So spart man zirka 20 Prozent Energie ein.
Argon:Und Millionen Blumen bedanken sich mit prächtigem Wachstum.
Neon:In Town-Town, einem der neuen Bürozentren der Stadt, wird nicht nur das Heizen von wien energie übernommen.
Krypton:Auch die Kühlung!
Neon:Und dieses Bürogebäude ist der Hammer schlecht hin!
Krypton:Es nennt sich Energybase und spart 80 Prozent Energie.
Neon:Das Passivhaus deckt seinen Energieverbrauch ausschließlich aus erneuerbaren und ökologisch nachhaltigen Energieträgern.
Krypton:Das gelingt mit Erdwärme, Photovoltaik und solarer, sorptionsgeschützter Klimatisierung.
Radon: Es sind natürlich auch die Baustoffe wichtig. Was hat uns denn da die Stadt Wien zu bieten?
Argon:Zum Beispiel dürfen umweltschädliche Baumaterialien nicht mehr eingesetzt werden.
Xenon:Und durch die Berücksichtigung ökologischer und baubiologischer Kriterien, werden Emissionen reduziert.
Neon:Im Wien Energie Haus gibt’s Beratung zu allen Energiethemen.
Krypton:Und eine interaktive Ausstellung, wo man Energiesparen am eigenen Leib erleben kann.
Radon:Gut, dann simulieren wir doch einmal eine Wohnung mit ganz schlechter Dämmung im Winter.
Krypton: Wird sofort gemacht!
Neon:So genau wollt ich´s gar nicht wissen.
Krypton:Wer nicht isoliert, der friert!
Radon:Danke, sehr eindrucksvoll. Wir bleiben im Winter und wechseln zu einer optimalen Dämmung.
Neon:(tanzt und singt die "Bacardi-Rum"-Melodie) La-la-la, la-la--la-laaa ...
Krypton: Wer dämmt, lebt ungehämmt!
Radon:Ja, das gefällt mir schon besser! Gelungen!
Argon:Seit dem Jahr 2000 wurden mehrl als 160.000 Wohnungen thermisch saniert. Und es werden immer mehr!
Xenon: Das Einsparpotenzial ist gewaltig. Ein wärmegedämmtes Wohnhaus verbraucht im Durchschnitt um 50 Prozent weniger Energie für Raumwärme als ein Haus ohne Thermo-Fassade.
Argon:Die Heizkosten sind dadurch deutlich geringer.
Radon:Und die jährlichen Kohlendioxid-Emissionen wurden daher um mehr als 260.000 Tonnen reduziert.
Krypton: Das geht noch besser! Denn Passivhäuser, wie diese hier, kommen fast ohne Heizung aus.
Neon:Es braucht um 80 Prozent weniger Energie als ein herkömmliches Gebäude.
Krypton:Österreichweit wurden bis Ende 2008 über 4000 Passivhaus-Objekte fertig gestellt.
Neon:Und die sparen vergleichsweise 22 Millionen Liter Heizöl pro Jahr.
Radon:Das lob ich mir! Und wie sieht´s mit den Wiener Betrieben aus?
Ökobusiness Vortragender: Wenn man etwas produziert, was läuft hinein was kommt heraus? Was zum Beispiel braucht man unbedingt in einem Produktionsunternehmen? Energie, Rohstoffe...
Argon: Die Stadt Wien hat ein Umweltservice-Paket für jede Betriebsgröße und Branche entwickelt. Den Öko Business Plan Wien.
Xenon: Hier erfahren die Schulungsteilnehmer, dass nachhaltiges Wirtschaften, die Effizienz und Sparsamkeit im Betrieb fördert.
Argon: 680 Unternehmen konnten bisher durch richtiges Öko- Business ihre Kosten um insgesamt 42 Millionen Euro senken.
Xenon: Durch Energieeinsparungen, umweltfreundliche Energieträger, betriebliche Mobilitätsmanagementmaßnahmen und so weiter.
Radon: Bravo, bravo, bravo . So gesehen übernimmt die Stadt Wien ja einer Art Vorbildrolle, was den Klimaschutz betrifft?
Neon: Eindeutig ja.
Neon: Die Stadt Wien ist als "Umweltmusterstadt" vorbildlich und führt daher im gesamten Magistrat Umweltmanagementsysteme ein.
Krypton: Das ganze wird geheimnisvoll PUMA genannt - Programm Umweltmanagement im Magistrat der Stadt Wien.
Neon: Um genauer zu erfahren, was sich hinter PUMA verbirgt, wagen wir uns in die Höhle des Pumas vor – in´s Wiener Rathaus.
Krypton: Im gesamten Rathaus sind mir bis jetzt nur Energiesparlampen aufgefallen.
Neon: Offensichtlich geht es bei PUMA darum, dass Wien durch gezielte Maßnahmen noch umweltfreundlicher wird.
Sie kommen an einem Wegweiser mit der Aufschrift: "Zur ÖkoKauf Wien-Tagung" vorbei.
Krypton: Dazu gehört auch das "ÖkoKauf Wien" - Projekt zur Ökologisierung der Beschaffung der Stadt Wien. Es wurde bereits 1998 eingerichtet.
Ökokauf-Vortragender: Wärmedämmung war ja in der Vergangenheit schon immer ein sehr großes Thema und wird es auch in Zukunft sein wie ihr wisst, und zwar speziell im Sommer – unsere Aufgabe ist es, Kriterienkataloge für die Beschaffung von Wärmedämmungen zu erstellen und um uns ...
Krypton:Ziel ist die stärkere Orientierung des Einkaufs an ökologischen Gesichtspunkten, in allen Bereichen der Stadtverwaltung.
Neon:Dazu werden einfache und zeitsparende Methoden entwickelt.
Krypton:Die Stadt Wien gibt jährlich 5 Milliarden. Euro für das gesamte Beschaffungswesen aus.
Radon:Das dürfte eine offizielle Festschreibung sein, die in Österreich einmalig ist. – Gute Arbeit!
Xenon: Und diese Maßnahmen zeigen auch Wirkung.
Argon: Zum Beispiel im Bio-Landbau.
Argon:Die Stadt Wien zählt mit ihren rund 800 Hektar Biolandbau -
Xenon:- zu den größten Biobauern Österreichs.
Argon:Die Stadt verwendet immer mehr Bio-Lebensmittel in städtischen Einrichtungen wie zum Beispiel in Krankenhäusern.
Xenon:In Pensionistenwohnhäusern, Schulen und Kindertagesheimen.
Argon:Bei den Kindergärten macht der Anteil biologischen Lebensmittel bereits 51 Prozent aus.
Xenon:Bei Milch- und Milchprodukten liegt der Bioanteil schon bei 87 Prozent.
Radon:Da werden ja 30.000 Kinder täglich mit biologischen Lebensmitteln verköstigt.Wie sieht es denn mit der Nahversorgung der Bevölkerung im Allgemeinen?
Neon:Für 80 Prozent der Wienerinnen und Wiener spielt die Nahversorgung eine sehr wichtige, zentrale Rolle.
Krypton:Und zwar in allen Altersgruppen, Haushaltsgrößen und Einkommensschichten.
Neon:Hauptargument ist dabei die kurze Wegzeit.
Krypton:Zu Fuß ist man klimatechnisch natürlich optimal unterwegs.
Neon: Darum ist die Nahversorgung auch ein zentrales Anliegen der Stadt Wien.
Radon:Naja, angesichts des steigenden Mobilitätsbedürfnisses der Bevölkerung ist das sicher eine wichtige Maßnahme.
Argon: Darum gibt es auch die Wiener Gratis-Leihfahrräder.
Xenon:So kommt man schneller als zu Fuß und trotzdem klimafreundlich weiter.
Radon: Naja, radeln ist ja nicht nur für´s Klima gut. Auch für die Fitness. Hat meine Oma schon gesagt!
Argon:Und dann haben sie sich noch etwas einfallen lassen:
Xenon:Den "Umweltverbund". Die perfekte Kombination von Radweg, Fußweg und öffentlichem Verkehr.
Radon:Ich hab gehört, der öffentliche Verkehr soll ausgebaut werden.
Krypton:Nicht nur ausgebaut.
Neon:Er wird auch beschleunigt.
Argon:Die Effizienz der Schienenflotte wird gesteigert.
Xenon:Das ist unübersehbar.
Radon:Und das U-Bahnnetz erweitert. Hervorragend! Sag mal, wisst ihr eigentlich, wo sich die Umweltstadträtin befindet?
Krypton: Ja. Wir folgen ihr gerade zu einer Pressekonferenz.Es geht gleich los.
Neon:Wir sind schon gespannt, wie die Fortschreibung des Klimaschutzprogrammes der Stadt Wien bis zum Jahr 2020 aussehen wird.
Presse: Bitte Frau Umweltstadträtin.
Ulli Sima: Ja herzlichen Dank. Wie sie wissen ist Klimaschutz schon seit viel Jahren schon im Zentrum der Umweltpolitik der Stadt Wien. Was soll jetzt das Ziel sein von diesem zweiten Klimaschutzprogramm? Das Ziel soll sein dass wir 20 Prozent an Treibhausgasemissionen pro Kopf im Jahr 2020 weniger haben als im Vergleichsjahr 1990 und zwar in diesen Bereichen, die wir von der Stadt selbst beeinflussen können, logischerweise, denn das sind auch die Bereiche in denen wir klimapolitisch gestalten können.
Radon:Tja meine Lieben, das war‘s wiedereinmal. Ich bin sehr zufrieden mit euch, darum gibt’ss auch gleich einen neuen Auftrag.
Argon, Krypton, Xenon und Neon: Das ist ja wirklich zu freundlich.Bin ich erleichtert.Danke für diesen Chef
Radon:Kein Aufstand im Gemüsebeet! Der Auftrag lautet: 24 Stunden relaxen und Batterien aufladen – in der Umweltmusterstadt Wien! Viel Spaß!
Neon: Und was machen Sie, Chef?
Radon:Ich? Ich besuche jetzt noch ein paar Heurige und Gasthäuser. Pfiat euch! Rein wissenschaftlich natürlich!
Argon:Wie weit ist es eigentlich von hier bis zu diesem Freibad?