Wiener Tourismusstrategie 2020: Global.Smart.Premium

Bis 2020 soll Wien 18 Millionen Nächtigungen verbuchen, eine Milliarde Euro Hotellerie-Umsatz erreichen und aus 20 zusätzlichen Metropolen per Direktflug erreichbar sein. Das sind die Zielsetzungen der Wiener Tourismusstrategie 2020.

Blick über den Volksgarten Richtung Heldenplatz

Die neue, langfristige Strategie zu Wiens Destinationsentwicklung orientiert sich an dem Leitmotiv "Global.Smart.Premium". In ihre Erarbeitung waren erstmals nicht nur Vertreterinnen und Vertreter der Wiener Tourismuswirtschaft und anderer Wirtschaftszweige eingebunden. Ein internationaler ExpertInnen-Beirat brachte zudem den Blick von außen ein. Und im Rahmen eines "Open Innovation"-Ideenwettbewerbs dienten mehr als 500 Anregungen von fast 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus 43 Ländern als Inspirationsquelle.

Die Tourismusstrategie 2020 soll dafür vorsorgen, dass der Wiener Tourismus weiterhin floriert und seine Bedeutung als Wirtschaftsfaktor in Wien weiter ausbauen kann. So steuert allein die Tourismus- und Freizeitwirtschaft jährlich 3,23 Milliarden Euro zu Wiens Bruttoregionalprodukt bei. Jede Million Euro, die Wiens Besucherinnen und Besucher ausgeben, schafft elf neue Vollzeitarbeitsplätze.

Wiener Tourismusstrategie 2020

Gute Ausgangslage

Durch Investitionen der Stadt in öffentliche Infrastruktur, Kultur et cetera wird die Lebensqualität in Wien für alle abgesichert und ausgebaut. Gleichzeitig wird auch das Angebot für Gäste verbessert. Denn gerade öffentliche Infrastruktur ist ein entscheidender Faktor für Tourismus. Der weltweit vorherrschende Trend zum Städtetourismus bietet ein hervorragendes Umfeld, von dem Wien besonders profitiert, weil es den Bedürfnissen von Städtereisenden besonders gut entspricht.

Tourismusstrategie Wien 2020 im Detail

Für 2020 werden um fünf Millionen mehr Nächtigungen sowie um 400 Millionen Euro mehr Nettonächtigungsumsatz der Hotellerie als 2013 angestrebt. Zudem soll es 20 Metropolen mehr geben, aus denen Wien direkt angeflogen werden kann.

Die Anzahl der Nächtigungen würde damit knapp 18 Millionen betragen. Der Nettonächtigungsumsatz würde die Ein-Milliarden-Grenze durchbrechen. Diese Umsatzziele bedeuten um rund 60 Prozent mehr Umsatz und um rund 40 Prozent mehr Nächtigungen.

Diese anspruchsvollen Vorgaben halten die in- und ausländischen Fachleute, die an dem Konzept gearbeitet haben, für erreichbar. So wächst die Hauptzielgruppe der Städtetouristinnen und -touristen weiter an. Auch Gäste aus asiatischen Ländern, von denen laut Tourismusforschung künftig der stärkste Einfluss zu erwarten ist, bevorzugen vor allem Städte als Ziele.

Auch die Ansprüche des "postmodernen" Reisepublikums kommen Wien entgegen, weil sie stark kultur- und genussorientiert sowie auf eine höchstmögliche Auswahl an unterschiedlichen, in kurzer Zeit kombinierbaren Erlebnissen ausgerichtet sind.

Leitmotiv "Global.Smart.Premium"

"Global.Smart.Premium" bildet das Leitmotiv der Tourismus-Destination Wien ab:

  • Wien ist dabei, seinen Status als kosmopolitische Metropole auszubauen. Als wirtschaftliche Drehscheibe Zentraleuropas kann die Stadt die Rolle eines "Global Players" erfüllen.
  • Als "Smart City" qualifiziert sich Wien durch seine stark gelebte Kultur der Nachhaltigkeit, die einen ebenso komfortablen wie auch stimulierenden Erlebnisraum bietet.
  • Das Stichwort "Premium" verweist auf eine Strategie der Qualitätsführerschaft im touristischen Angebot unabhängig vom Preis. Wenn ein Würstelstand oder eine Jugendherberge "best in class" sind, erfüllen sie dieses Kriterium ebenso wie ein Haubenlokal oder ein Fünf-Sterne-Hotel in deren Kategorie. Das Prädikat "premium" ist außerdem anwendbar auf eine Neuinterpretation von Luxus. Für diese sind Erfahrungen, die der individuellen Persönlichkeitsentwicklung dienen, maßgeblich: Das Streben nach Kennerschaft und Urteilsvermögen im Genuss, nach Stil und Geschmack steht dabei im Vordergrund. Darin hat Wien Tradition und weltweite Reputation.

Kernpunkte

Verbesserte Erreichbarkeit

Zu den wichtigsten Kernpunkten der Tourismusstrategie Wien 2020 zählen Verkehrsmaßnahmen, allen voran solche im Flugverkehr. Er ist das Rückgrat von Wiens Tourismusaufkommen. Die Erhaltung des Flughafens als zentraleuropäischen Knotenpunkt soll daher gesichert und das Linienangebot erweitert werden. WienTourismus betreibt dazu seit 2013 in Allianz mit dem Flughafen Airline-Marketing, das vor allem auf die Etablierung hochwertiger Direktflugverbindungen mit Metropolen abzielt.

Wiens Erreichbarkeit per Schiene hat sich mit der "Bahnhofs-Offensive" deutlich verbessert. 2015 geht zudem der Hauptbahnhof in Vollbetrieb. Um als Eisenbahnknotenpunkt europäische Bedeutung zu erreichen, bedarf es eines beschleunigten Ausbaus insbesondere entlang der Südbahn und nach Bratislava sowie der Optimierung der Anbindung an den Flughafen. Als flankierende Maßnahmen sollten Bahnreisenden Online-Buchungsmöglichkeiten in gleicher Qualität wie bei Airline-Buchungssystemen geboten werden.

Auch auf den verstärkten Trend zu Busreisen sollte reagiert werden und eine Adaptierung der infrastrukturellen Gegebenheiten erfolgen.

Events in und Filme aus Wien

Als Veranstaltungsort für Groß-Events ist Wien international gut positioniert, sowohl im Kongresswesen als auch auf dem Unterhaltungssektor. 2015 wurde mit dem Eurovision Song Contest eine große Veranstaltung ausgetragen. Events mit globaler Bedeutung zahlen sich mehrfach aus, weil zu deren unmittelbaren Effekten vor Ort die weltweite Werbewirkung tritt. Dabei besonders nutzbringend wäre eine gezielte Konzentration auf Veranstaltungen, die zum Image Wiens passen.

Von enormem Werbewert sind internationale Filmproduktionen vor Wiener Kulisse. Deren Akquise durch die Vienna Film Commission in Kooperation mit dem WienTourismus läuft sehr gut. Die begeisterten Kommentare des Film-Teams von "Mission Impossible V" zu den Drehbedingungen in Wien werden in den einschlägigen Kreisen nachwirken. Finanzielle Anreize für solche Filmprojekte mit hohem Promotion-Faktor für Wien in Form eines Produktionskostenzuschusses durch die Stadt erweisen sich als gut investierte Anlage.

Standortmarketing

Wien hat eine Reihe von Institutionen, die die Stadt professionell international vermarkten. Sie kooperieren fallweise und anlassbezogen, sind aber noch nicht ausreichend vernetzt.

Um ein Standortmarketing zu praktizieren, bei dem Wirtschaft, Forschung und Tourismus systematisch gemeinsam agieren, legte der ExpertInnen-Beirat besonderen Nachdruck auf die verstärkte Abstimmung und Zusammenarbeit der entsprechenden Akteurinnen und Akteure. Künftig sollte sich Wien im Standortmarketing einer ganzheitlichen Herangehensweise verschreiben, um von den darin liegenden Synergiepotenzialen zu profitieren.

Neue urbane Erlebnisräume

Je erfolgreicher die Wiener Tourismusstrategie 2020 umgesetzt wird, desto stärker besteht in der Stadtentwicklung die Notwendigkeit, auf eine Entlastung der städtischen Ballungszentren hinzuarbeiten. Dies gilt auch vor dem Hintergrund, dass Wien auch zu jenen Städten Europas gehört, deren Einwohnerzahl am raschesten wächst. Um Wiens international mit Top-Prädikaten belegte Lebensqualität für die Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Besucherinnen und Besucher zu sichern, sollen weitere attraktive urbane Erlebnisräume geschaffen werden. Diese Orte sollen durch Architektur, das Design des öffentlichen Raums und kulturelle Einrichtungen Gäste wie Einheimische anziehen.

Die Areale um den Hauptbahnhof oder die neue Wirtschaftsuniversität sowie "Grätzel" außerhalb der City, wie beispielsweise Brunnenviertel, Karmeliterviertel oder Freihausviertel, bieten sich dafür an. Die dort bereits existierenden Basisstrukturen bieten beste Voraussetzungen für die Ansiedlung entsprechender Anziehungspunkte.

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