Otto Wagner Hofpavillon Hietzing

Hofpavillon von außen

Der Otto Wagner Pavillon in Hietzing ist neben jenem am Karlsplatz ein zentraler Bestandteil von Wagners künstlerischem Konzept zur Gestaltung der Stadtbahn. Der Hofpavillon mit seiner großartigen Innenausstattung gilt als Ikone der beginnenden Moderne.

Otto Wagner wurde 1894 mit der künstlerischen Gestaltung der Wiener Stadtbahn beauftragt. Es war ein Höhepunkt im Schaffen des Architekten und ein Meilenstein in der Architekturgeschichte. Zum ersten Mal erfolgte die architektonische Durchgestaltung eines Massenverkehrsmittels "im modernsten Styl der Gegenwart" (Neue Freie Presse). Bis heute prägen Wagners Stationsgebäude, Trassen, Viadukte und Brücken das Stadtbild Wiens.

Die Idee zu einem eigenen Stationsgebäude für den "k. u. k. Allerhöchsten Hof" hatte der Architekt selbst. Er wollte damit die Aufmerksamkeit des Kaiserhauses auf sich lenken. Erste Entwürfe entstanden 1896/1897, die allerdings mit Rücksicht auf die barocke Architektur des nahen Schloss Schönbrunn adaptiert werden mussten. Schon das Äußere des im Frühjahr 1899 vollendeten Pavillons ist eine Synthese von imperialen Elementen (Kuppel, Wagenauffahrt, Baldachin et cetera) und reduzierter moderner Formensprache, wie sie etwa die betont flächigen Fassaden darstellen.

Nach dem Ende der Monarchie diente der Pavillon lange Zeit als Bildhaueratelier. Nach 1945 war er nicht zuletzt aufgrund von Bombenschäden schwer mitgenommen. 1957 wurde das Gebäude als Ausstellungsraum an das Österreichische Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseum vermietet. Seit 1987 ist der Wagner-Bau eine Außenstelle des Wien Museums.

Der Hofpavillon in Hietzing ist Samstag und Sonntag geöffnet. Genaue Öffnungszeiten entnehmen Sie bitte der Webseite des Hofpavillons. Jeden ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt für alle Besucherinnen und Besucher frei.

Sanierung

Verzierte Wände im Hofpavillon

1899 fertiggestellt war der Pavillon mehr als 110 Jahren der freien Bewitterung ausgesetzt, die vor allem Spuren am äußeren Erscheinungsbild hinterlassen hat. Von 2012 bis 2014 wurde der Hofpavillon im Auftrag der Stadt Wien in enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt einer Sanierung unterzogen.

Intensive wissenschaftlich-denkmalpflegerische Analysen und Recherchen bildeten die Basis zahlreicher Maßnahmen der Restaurierung: So konnte etwa für den "Salon de Suite" ein apfelgrüner Teppich nach dem Originalentwurf Otto Wagners rekonstruiert werden. Das Dunkelgrün von Eisenteilen, Türen und Fenstern wurde ebenso rekonstruiert wie das Weiß des Fassadenputzes. Im Inneren erfolgten die Freilegung originaler Stuckoberflächen sowie die Reinigung von Vertäfelungen und Wandbespannungen. Nach der jüngsten Instandsetzung präsentiert sich der Otto Wagner Hofpavillon Hietzing heute wie bei seiner Eröffnung 1899.

Die Kosten für die Sanierung von rund 1,8 Millionen Euro wurden zur Gänze von der Stadt Wien getragen.

Bildergalerie

Verzierte Eingangstüre im Hofpavillon
Kamin und verziertes Fenster im Hofpavillon
Verzierte Decke im Hofpavillon

Gleisanlagen der U4 mit darüberliegendem Hofpavillon
Verzierte Wände im Hofpavillon
Gang mit Spiegel und Kamin im Hofpavillon

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