Leistungsbericht 2017 der Abteilung Energieplanung (MA 20)

Die Abteilung Energieplanung (MA 20) initiiert und gestaltet die zukunftsweisende Weiterentwicklung des Energiesystems der Stadt Wien. Im Zentrum der Tätigkeit stehen die Förderung von Energie-Innovationen, die Initiierung und Begleitung von Pilotprojekten, die Koordination und Weiterentwicklung von energierelevanten Konzepten, die Kompetenzbündelung und der Wissenstransfer.

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Projekt- und Schwerpunktüberblick 2017

Energierahmenstrategie 2030 für Wien

2017 wurde die Energierahmenstrategie 2030 für Wien in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe der Geschäftsgruppe Stadtentwicklung, Verkehr, Klimaschutz, Energieplanung und BürgerInnenbeteiligung sowie der Geschäftsgruppe Umwelt und Wiener Stadtwerke sowie unter Einbindung wesentlicher Stakeholderinnen und Stakeholder aus dem Energiebereich in Wien erarbeitet. Sie ist im Dezember vom Wiener Gemeinderat beschlossen worden. Mit der Energierahmenstrategie 2030 werden für die nächsten Jahre die Ziele der städtischen Energiepolitik definiert, die zentralen Strategie- und Handlungsfelder festgelegt sowie das Dach für Umsetzungsprogramme im Energiebereich geschaffen.

Förderschwerpunkt erneuerbare Wärme

Drei neue Förderschienen kurbeln den Ausbau von Anlagen an, die erneuerbare Wärme erzeugen oder speichern. Auch 2017 wurden Solarwärmeanlagen, Wärmepumpen im Wohnbau zur Nutzung von Umgebungswärme, thermische Grundwassernutzung oder Erdwärme sowie saisonale Wärmespeicher zum Ausgleich der zeitlichen Verschiebung von Erzeugung und Verbrauch unterstützt. Mithilfe der Förderungen sollen der Anteil erneuerbarer Umgebungswärme, solarer Wärme und Abwärme am Energieaufkommen von Wien erhöht werden.

Förderschwerpunkt Energieeffizienz

2017 wurde Energieeffizienz weiter gefördert. Über die Förderschiene Energieeffizienzprogramme wurden Anreize zum Energieeinsparen verstärkt und die Umsetzung von energierelevanten Programmen in Wien, wie beispielsweise die Smart City Wien-Rahmenstrategie, unterstützt.

Energieförderungen der Stadt Wien

Initiierung und Begleitung von Pilotprojekten

2017 wurden die Generalplanungsleistungen zweier weiterer Bildungscampus für Wien beauftragt. Erstmals wurden für entsprechende Projekte auch besondere energetische Schwerpunkte gesetzt. Die MA 20 ist seit der Organisation der Verhandlungsverfahren mit der Betreuung der energetischen Aspekte der beiden Projekte, die sich bereits in der Entwurfs- beziehungsweise Vorentwurfsphase befinden, betraut. Während bei einem Projekt der Fokus auf einer möglichst hohen Deckung mit erneuerbaren Energien liegt, steht beim anderen die Reduktion des Haustechnik-Einsatzes im Fokus (Low-Tech). Beide sollen im Betrieb möglichst nachhaltig und wirtschaftlich sein.

Integrierte Energieraumplanung

Die MA 20 intensiviert den Dialog mit Bautragenden und der Wien Energie, um für zahlreiche Einzelobjekte und Stadtentwicklungsgebiete die langfristig besten Energielösungen herbeizuführen. So besteht in der MA 20 ein wichtiger Kommunikationsknotenpunkt zwischen Energiepolitik und Baubranche beziehungsweise Energiewirtschaft, der dazu beiträgt, verbindliche Klima- und Energieziele zu erreichen.

Erhebung der Abwärmepotenziale in Wien

Wien hat mögliche Abwärmequellen von Industrie und Gewerbe im Stadtgebiet erfasst und eine Abschätzung der Energiemenge durchgeführt. Die Abwärmepotenziale wurden grafisch aufbereitet und im Rahmen der Energiepotenzialkarten öffentlich verfügbar gemacht.

Abwärmepotenziale - Karte Wien Umweltgut

Energiebericht und offener Zugang zu energierelevanten Daten

Die MA 20 publiziert jährlich den Energiebericht (9,5 MB PDF) und stellt die meisten energierelevanten Datensätze über den Open Government Data-Katalog der Stadt Wien öffentlich zur Verfügung. Es handelt sich hierbei um Energiebilanzen, Daten zur Energieerzeugung und Daten zur kartographischen Darstellung unterschiedlicher Energiepotenziale.

Neuerungen bei Energie im Stadtplan

Der Themenstadtplan Energie ermöglicht einen kostenlosen Zugang zu energierelevanten Geodaten in Wien. Das umfassende Kartenmaterial steht jeder Bürgerin beziehungsweise jedem Bürger kostenlos zur Verfügung. Seit Sommer 2017 ist es mittlerweile möglich, bei den Informationen zum Potenzial von Sonnenenergie nicht nur die Jahressummen, sondern auch die Monatswerte abzufragen.

Grundlagen und Forschung

Die MA 20 erhebt Grundlagen über Energiepotenziale vor Ort und führt regelmäßig energierelevante Studien durch. Damit sollen insbesondere die Entscheidungsgrundlagen von wesentlichen Akteurinnen und Akteuren in der Stadt verbessert sowie die Umsetzung von langfristigen Zielen aus der Smart City Wien-Rahmenstrategie der Stadt erleichtert werden.

Kleinwindkraft Österreich: Marktentwicklung 2017 Energieforschungspark Lichtenegg

Im Auftrag der Stadt Wien erstellte die FH Technikum einen Bericht des Energieforschungsparks Lichtenegg, wo die Marktentwicklung aus dem Jahr 2017 im Bereich Kleinwindkraft in Österreich dargelegt wurde. Die österreichische Forschungsszene befasst sich seit einigen Jahren intensiv mit dem Thema Kleinwindkraft und liefert wertvolle Erkenntnisse für die weitere Entwicklung dieser Technologie.

Speicher in Deutschland

In diesem Bericht wurde der aktuelle Stand der Bundesrepublik Deutschland zum Themenfeld Energie-Speicherung analysiert und Ergebnisse von Recherchen zur Entwicklung neu initiierter Aktivitäten gezeigt.

Smart Block II - Studie zur Wärmeversorgung

Die Sanierung der Bestandsstadt ist eines der herausforderndsten Themen, denen sich Städte im Zusammenhang mit Klimaschutz und Ressourcenreduktion stellen müssen. Die Studie untersuchte die Wärmeversorgung eines repräsentativen Wiener Gründerzeitblocks, in Ergänzung zum KLIEN-geförderten Sonderprojekt Smart Block II.

Werkstattbericht "Energieraumplanung in Wien"

Der Werkstattbericht "Energieraumplanung in Wien - Aufbereitung rechtlicher Aspekte" (1,9 MB PDF) befasst sich mit der Frage, wie Belange der Energieversorgung bei Planung und Entwicklung neuer Stadtteile berücksichtigt werden können.

EU-Projekte

Die MA 20 engagiert sich in diversen EU-Projekten. Dadurch werden nicht nur EU-Gelder regional gebunden, sondern auch Energie-Know how in der Stadt gestärkt und externes Wissen für die Stadt verfügbar gemacht.

Urban Learning - Gemeinsames Lernen für verbesserte Governance

Wien rückt nachhaltige Energieplanung in den Fokus. Im kürzlich abgeschlossenen EU-Projekt URBAN LEARNING bewiesen acht europäische Städte, wie man sich gemeinsam den Herausforderungen bei der Umgestaltung des Energiesystems in der Stadtplanung zukünftig stellen kann. Als Ergebnis wurden ein Rahmen für integrative Energieraumplanung geschaffen und Instrumente dafür entwickelt. Wien profitiert durch den internationalen Austausch und die dadurch entstandene Städtevernetzung. Sämtliche Projektergebnisse sind auf der Webseite Urban Learning abrufbar.

Video: Urban Learning in a nutshell - YouTube

Smarter Together - Stadt gemeinsam g'scheiter sanieren

Wien erhielt in Kooperation mit München und Lyon den Zuschlag für das EU-Projekt "Smarter Together - gemeinsam g'scheiter", dem modernen, smarten Stadterneuerungsprojekt für Simmering. Dabei geht es um die Frage, wie sich die Bestandsstadt auf Smart City-Niveau heben lässt. Der Start erfolgte im Februar 2016 mit einer Projektdauer von drei Jahren. Das Projekt "Smarter Together" soll aufzeigen, welche Vorteile es bringt, wenn Stadterneuerung zunehmend interdisziplinär gedacht wird. Dadurch können Energiekonzepte ganzheitlich erneuert und somit auch von der Beteiligungs- und Mobilitätsseite her verwirklicht werden.

Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen

Event Horizon - Blockchain Summit

Am 14. und 15. Februar 2017 fand in der Wiener Hofburg der erste Global Summit für Blockchain-Technologie statt. Mehr als 500 Gäste aus 36 Ländern fanden sich bei Event Horizon 2017 zusammen, um über Blockchain-Technologie zu diskutieren und sich zu vernetzen. Die MA 20 unterstützte den Veranstalter Grid Singularity mit einer Kooperation, aus der ein Proof of Concept entstand, der eine Umsetzungsvariante als Mikromarktmodell über eine Blockchain-Applikation abbildete.

21. Internationale Passivhaustagung

"Passivhaus für alle" war das Schwerpunktthema der 21. Internationalen Passivhaustagung am 28. und 29. April im Messe Wien Congress Center. Dabei ging es um energieeffizientes Bauen der Gegenwart und Zukunft. Ob Kindertagesstätten, StudentInnen-Wohnheime, Mehrfamilienhäuser oder Bürogebäude: Wien setzt seit Jahren auf den Passivhaus-Standard. Zahlreiche Workshops, speziell auch für Kommunen, ein BauherrInnen-Forum sowie Exkursionen mit Bus und U-Bahn rundeten das umfangreiche Programm ab.

3. Internationale Kleinwindtagung 2017

Bei der Tagung am 4. und 5. Oktober 2017 standen spannende Vorträge zum Thema "Kleinwindkraft 2030: Evolution? Revolution?" am FH Technikum Wien am Programm.

15. Photovoltaik-Tagung Austria

Das interaktive Fachforum für PV-ExpertInnen, ArchitektInnen und PlanerInnen bot am 13. und 14. November 2017 spannende Workshops und war zudem der Start zum ersten Innovations-Award. Schwerpunkt war die bauwerksintegrierte Photovoltaik.

Energieplanung in den Social Media

Seit Herbst 2017 hat die MA 20 auch einen Auftritt auf Facebook. Hier werden neueste Publikationen, Veranstaltungen, Studien und generelle News zeitnah den Nutzerinnen und Nutzern näher gebracht. Durch die enge Zusammenarbeit auch mit anderen themennahen Magistratsabteilungen im Netz entstehen zudem neue Synergien für Projekte.

Publikationen und Studien

Technologieleitfaden Erdwärme

Der Leitfaden "Erdwärme! voraus" (2,5 MB PDF) informiert über verschiedene Möglichkeiten und Anwendungsbereiche der oberflächennahen Erdwärme. Er dient als Wegweiser zur Umsetzung von zukunftsweisenden Projekten. Die vorgestellten Systeme finden sowohl im Einfamilienhaus als auch im groß­volumigen Wohn- und Gewerbebau Anwendung.

PLUS - Magazin für Energiezukunft in der Stadt

Das Magazin PLUS befasst sich mit aktuellen energierelevanten Fragestellungen in Wien und anderen urbanen Gebieten, stellt Energie-Vorzeigeprojekte vor und führt Gespräche mit Pionierinnen und Poinieren, die neue Wege gehen und innovative Lösungen im Energiebereich anbieten.

Aktuelles PLUS-Magazin

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