Leistungsbericht 2019 der Abteilung Wiener Kinder- und Jugendhilfe (MA 11)

Die Kinder- und Jugendhilfe (MA 11) ist auf Grundlage des Wiener Kinder- und Jugendhilfegesetzes 2013 (WKJHG) für Leistungen im Rahmen des Kinderschutzes zuständig. Im Mittelpunkt der Arbeit der Wiener Kinder- und Jugendhilfe stehen der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Gewalt und Vernachlässigung sowie die Unterstützung von Familien bei ihren Erziehungsaufgaben. Der familiäre Alltag, vor allem unter schwierigen sozioökonomischen Rahmenbedingungen, bringt Herausforderungen und Belastungen mit sich, die Eltern nicht immer alleine bewältigen können. Für diese vielfältigen Fragestellungen hält die Kinder- und Jugendhilfe ein umfangreiches Informations-, Beratungs- und Unterstützungsangebot bereit. Die individuellen Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen stehen für die Kinder- und Jugendhilfe dabei im Mittelpunkt. Gemeinsam mit den Eltern, den Kindern/Jugendlichen sowie anderen Disziplinen, arbeiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kinder- und Jugendhilfe an einer gewaltfreien und für die Entwicklung des Kindes förderlichen Erziehungs- beziehungsweise Familiensituation.

Die Kinder- und Jugendhilfe hat, wenn Kinder/Jugendliche im familiären Kontext in ihrem Wohl gefährdet sind, auch von Gesetzes wegen die Kompetenz, in elterliche Rechte einzugreifen. Falls es aufgrund der Gefährdungssituation erforderlich ist, können Kinder/Jugendliche vorübergehend außerhalb ihrer Familie in einem Krisenzentrum oder in einer Krisenpflegefamilie untergebracht werden. Für den Fall, dass die familiäre Situation für eine längere Zeit die Versorgung des Kindes oder der/des Jugendlichen nicht zulässt, verfügt die Kinder- und Jugendhilfe mit eigenen Wohngemeinschaften, Wohnplätzen bei VertragspartnerInnen und - vor allem für jüngere Kinder - mit Pflegeeltern über adäquate Angebote.

Eine weitere wichtige Aufgabe ist die gesetzliche Vertretung in Unterhalts- und Abstammungsangelegenheiten.

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Projekt- und Schwerpunktüberblick 2019

Die Wiener Kinder- und Jugendhilfe erweiterte 2019 die ambulanten Angebote, insbesondere die Familienhilfe Plus-Angebote der Caritas um rund 30 Prozent direkter Betreuungsstunden für Familien, und schloss mit dem SOS-Kinderdorf ein Übereinkommen über die Durchführung einer "mobilen Betreuung von Familien" (MOBE) ab. Weiters wurde der Zugang zur Familienhilfe Klassisch der Caritas als Entlastungsangebot für Familien im Rahmen des Sozialen Dienstes direkt über die Familienzentren bzw. die Regionalstellen Soziale Arbeit mit Familien erleichtert.

Im Frühjahr 2019 startete ein neues Projekt/Angebot, das Schulkooperationsteam der Wiener Kinder- und Jugendhilfe. Erfahrene SozialarbeiterInnen bzw. SozialpädagogInnen klären auf Anfrage von Schulen, welche Unterstützung für das Kind am besten geeignet ist bzw. welche Hilfe am aussichtsreichsten erscheint und in welcher Form das Schulkooperationsteam das betroffene Kind bzw. dessen Familie betreuen kann. Bei Bedarf werden die Schulen auch bei der Meldung einer vermuteten Gefährdung eines Kindes unterstützt.

2019 startete das Projekt "MAG ELF Digital" mit der Abteilung Wien Digital, das insbesondere die beiden großen Datenbanken ELFADO und ALISA zusammenführen soll. Am 24.9.2019 fand in der Abteilung Wien Digital, STAR 22, die Kick-off-Veranstaltung zur Vorstudie statt. Ziel des Projekts ist die Schaffung einer zeitgemäßen und möglichst einheitlichen Lösung für die Applikationslandschaft, sowie für die Verarbeitung und Speicherung der elektronischen Daten der Wiener Kinder- und Jugendhilfe.

In Kooperation mit der Abteilung Gewerberecht, Datenschutz und Personenstand begannen auch die Vorbereitungen für das Projekt GEMMA, das die Umstellung auf den elektronischen Akt zum Ziel hat. Die Ausrollung für die Kinder- und Jugendhilfe ist für 2020 geplant.

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