Leistungsbericht 2020 der Abteilung Wiener Kindergärten (MA 10)

Als erste Bildungseinrichtung schafft der Kindergarten den Rahmen für kindgerechte Lernprozesse.

Die Wiener Kindergärten sorgen für qualitätsvolle elementare Bildung und Betreuung für Kinder in Wien

  • durch den Betrieb der städtischen Kindergärten und Horte,
  • durch die Förderung privat organisierter elementarer Bildungseinrichtungen,
  • durch die Vergabe von Plätzen in städtischen sowie die Information zu freien Plätzen in privaten elementaren Bildungseinrichtungen und
  • durch die Ausbildung von Elementarpädagoginnen und -pädagogen sowie AssistenzpädagogInnen an der bafep21.

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Projekt- und Schwerpunktüberblick

Das Jahr 2020 stellte aufgrund der Corona-Pandemie die Stadt Wien - Kindergärten als größte Magistratsabteilung der Stadt mit über 8.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie als Anbieterin einer systemrelevanten Dienstleistung vor große Herausforderungen.

Zunächst musste an den 350 städtischen Kindergarten- und Hortstandorten vollkommen unerwartet der 1. Lockdown im März 2020 umgesetzt werden. Der Besuch zu dieser Zeit war nur Kindern von Eltern mit systemrelevanten Berufen möglich. Ab Ostern 2020 folgte das schrittweise Wiederhochfahren in den "Normalbetrieb". Das neue Kindergartenjahr ab September 2020 war mit einer Vielzahl an zusätzlichen Corona-Schutzmaßnahmen, dem Umsetzen der Corona-Ampel und einem neuerlichen Lockdown verbunden.

Zwischen März und Dezember 2020 wurden insgesamt 123 Infomails mit hochgradig komplexen Inhalten zum Corona-Management (Umgang mit Verdachtsfällen, Erkrankungsfällen, Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen et cetera) an die 350 Kindergarten- und Hortstandorte versendet. Darüber hinaus wurden 75 Gesamterhebungen zur Evaluation der Auslastung und der Besuchszahlen durchgeführt.

Die Stadt Wien hat während der Corona-Pandemie mit einer Vielzahl von Fördermaßnahmen für Wiener Kindergärten, Kindergruppen, Tagesmütter beziehungsweise Tagesväter und Hortgruppen fast 10.000 Arbeitsplätze im privaten elementaren Bildungssektor gesichert sowie Familien finanziell entlastet. Bis Juni 2020 wurden alle elementaren Bildungsplätze sowie Hortplätze auch bei stark eingeschränktem oder sogar kurzzeitig eingestelltem Leistungsangebot mit 30 Millionen Euro pro Monat weiter gefördert. Die Eltern wurden mit der Gewährung einer Sonderfinanzierung in der Höhe von insgesamt 4,5 Millionen Euro für die Essensbeiträge und 7,5 Millionen Euro für die Hortbeiträge bis zum Ausmaß des städtischen Beitrages unterstützt.

Für die Monate September bis Dezember 2020 wurde eine "Corona-Kindergarten-Platz-Sicherung" als Förderung in der Höhe von 110 Euro pro Bildungsplatz an die Betreiberinnen und Betreiber privater elementarer Bildungseinrichtungen ausbezahlt. Dabei handelte es sich um eine Gesamtfördersumme von 7 Millionen Euro.

Auch zur Unterstützung der Familien in den städtischen Kindergärten und Horten wurde mehrere Monate hindurch auf die Einhebung von Hortbeiträgen und Essensbeiträgen verzichtet.

Die Auswirkungen der Pandemie zeigten sich im KundInnen-Management mit einer starken Tendenz weg vom persönlichen Kontakt hin zu den Kommunikationsformen E-Mail, Telefon und Fax. Am stärksten war der First Level-Support mit der Infoline der Abteilung Kindergärten betroffen, die mit rund 93.500 Anrufen ein noch nie da gewesenes Anrufvolumen zu verzeichnen hatte. In Summe haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Callcenters knapp 242.500 Minuten - das sind 168 ganze Tage - telefoniert. Zusätzlich wurde im September 2020 zum Start des Kindergartenjahres 2020/2021 die Wiener Kindergärten Corona-Hotline als zentrale Anlaufstelle für Eltern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie private Kindergartenträger eingerichtet.

An der stadteigenen Ausbildungseinrichtung für Elementarpädagogik, der bafep21, wurde mehr als die Hälfte des Schuljahres 2020/2021 mittels Distance Learning unterrichtet. Um Ausbildung in Corona-Zeiten bestmöglich garantieren zu können, haben Lehrerinnen und Lehrer seit September über 400 Stunden Weiterbildung in Bereich des digitalen Lehrens und Lernens absolviert.

2020 wurden 2 Tage der offenen Tür virtuell abgehalten, um weiterhin an der Ausbildung Interessierte ansprechen zu können. Für mehr als 250 Schülerinnen und Schüler sowie Studierende wurden ohne persönliche Kontaktmöglichkeit die Anmeldung und die dafür notwendigen Eignungsprüfungen organisiert.

Auch abseits der direkten Arbeit mit Kundinnen und Kunden musste pandemiebedingt Großes geleistet werden. Zu Beginn des ersten Lockdowns wurden innerhalb weniger Tage für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung sowie für die Kindergarten- und Hort-LeiterInnen die technischen Voraussetzungen für die Arbeit im Home Office geschaffen (409 Berechtigungen für den virtuellen Arbeitsplatz und 771 Berechtigungen für die 2-Faktor-Authentifizierung) und innerhalb kürzester Zeit 170 Vereinbarungen zum mobilen Arbeiten beziehungsweise zur Telearbeit geprüft.

Insgesamt wurden 918 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgrund von Absonderung beziehungsweise Quarantäne mit Bescheid und 2.882 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgrund von Rückkehr aus einem Risikogebiet oder Gruppenschließung ohne Bescheid freigestellt.

Auch im Bereich Beschaffung waren 2020 Schnelligkeit und Flexibilität im Zusammenhang mit Corona sehr gefragt. So wurden etwa 2.521 Faceshields, 203.750 MNS-Masken, 60.000 FFP2-Masken, 593 Desinfektionsmittelspender, 1.140 Liter Händedesinfektionsmittel und 44.000 Gurgeltests innerhalb kürzester Zeit von den mobilen HausprofessionistInnen an alle Verwaltungs-, Kindergarten- und Hort-Standorte der Abteilung ausgeliefert und - sofern erforderlich - montiert.

Die Gesamtausgaben für die Wiener Kindergärten umfassten im Jahr 2020 rund 893,5 Millionen Euro. Fast 402 Millionen Euro Fördergelder wurden an private elementare Bildungseinrichtungen ausbezahlt. Durch die Anstoßfinanzierung, eine Förderung im Zusammenhang mit der Schaffung von elementaren Bildungsplätzen, sind 2020 insgesamt 645 neue Kinderbetreuungsplätze entstanden.

Die Stadt Wien investierte 2020 rund 38,5 Millionen Euro in die Renovierung, Modernisierung, Sanierung und Erhöhung der Sicherheit des städtischen Platzangebots sowie in die Schaffung zusätzlicher neuer städtischer Kindergartenplätze. 2020 konnten 10 Standorte neu in Betrieb genommen und somit insgesamt rund 1.350 Plätze in städtischen elementaren Bildungseinrichtungen geschaffen werden.

Im Jahr 2020 wurden insgesamt 858 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgenommen und die Zivildienstausbildung konnte ab Oktober an 35 Standorten wieder fortgesetzt werden.

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