Leistungsbericht 2016 der Abteilung Kultur (MA 7)

Die Abteilung Kultur (MA 7) fördert Kultur und Wissenschaft durch Subventionen und Veranstaltungen. Über die Auslandskultur-Aktivitäten wird das kulturelle Leben der Stadt über die Grenzen Österreichs hinaus vermittelt.

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Projekt- und Schwerpunktüberblick 2016

Theater

Wie schon in den Jahren davor wurden 2016 zahlreiche Wiener Theater mit mehr als 100 Millionen Euro unterstützt, davon gingen rund 25 Millionen Euro an den Off-Theaterbereich inklusive kleinerer Bühnen.

Das Theater an der Wien feierte 2016 seinen zehnten Jahrestag der Wiedereröffnung als Opernhaus. Hundert Premieren verschiedenster Musiktheaterwerke fanden in der ersten Dekade der neuen Spielstätte für Oper statt. Intendant Roland Geyer und seinem Team ist es langfristig gelungen, das Haus international zu positionieren. Auch das Theater an der Gumpendorferstraße, kurz TAG, feierte 2016 seinen zehnten Geburtstag. Nach den Anfangsjahren (ab 2006) in kollektiver Leitung und der erfolgreichen Aufbau-Ära von Margit Mezgolich, wird die Mittelbühne seit der Saison 2013/14 von einem seiner Gründer, Gernot Plass, künstlerisch geleitet und konnte sich in den letzten Jahren als lustvolles freies Sprechtheater in der Wiener Theaterlandschaft positionieren.

Der Dschungel Wien, das Theaterhaus für junges Publikum, erlebte im Herbst 2016 einen Leitungswechsel. Nachdem Stephan Rabl dieses Haus seit seiner Gründung 2004 sehr engagiert und äußerst erfolgreich geleitet hatte, lautete ab Herbst 2016 das ambitionierte Spielzeitmotto der neuen künstlerischen Leiterin, Corinne Eckenstein, "Räume öffnen" - und dies sowohl im Kopf und im Herzen als auch im Denken und im Handeln.

Bildende Kunst

Das Referat Bildende Kunst förderte die Wiener Kunstszene durch Ankäufe und Projektförderungen.

Im 2015 bezogenen Zentraldepot der Kunstsammlung in Simmering wurde nun eine Schiebewandanlage mit circa 5.000 Quadratmetern Hängefläche eingebaut, um eine fachgerechte Lagerung vor allem großformatiger oder heikler Bilder zu ermöglichen.

Das Jahresprogramm des MUSA Museum Startgalerie Artothek umfasste neben acht Einzelausstellungen in der Startgalerie die zwei Personalen "Eva Choung-Fux. Nach dem Ende der Welt. Eine Retrospektive", "Zelko Wiener. Zwischen 0 und 1. Kunst im digitalen Umbruch", die Kooperation "Die Schule des Reichtums" mit der Kiew Biennale, eine Schau des Fotografen Mehmet Emir sowie abschließend die zentrale Ausstellung des Fotofestivals Eyes On - Monat der Fotografie Wien, "Looking for the Clouds. Contemporary Photography in Times of Conflict". Bei der Zahl der BesucherInnen konnte mit 20.550 Personen ein Plus von drei Prozent erzielt werden.

Aus dem Rahmenbetrag für Kleinprojekte erhielten 57 gemeinnützige Wiener Kunstvereine mit insgesamt 62 Projekten der bildenden Kunst finanzielle Unterstützung. Aus dem Rahmenbetrag für Druckkostenförderung wurden insgesamt sechs Vereine bzw. KünstlerInnen bei sechs Publikationen unterstützt.

Verschiedene Institutionen und Vereine, wie zum Beispiel Kunsthaus Wien, IG BILDENDE KUNST, Secession, Künstlerhaus et cetera, erhielten Jahressubventionen.

Im Rahmen der Buchförderungsankäufe wurden Kunstbücher von Wiener Verlagen und Nachschlagewerke angekauft.

Das Wien Museum sorgte mit seinen Ausstellungen "Sex in Wien", "Chapeau", "In den Prater", "O.R. Schatz & Carry Hauser" und "Wien Museum Neu" für einen großen Publikumserfolg und bildet weiterhin einen der großen Hotspots in der Wiener Kulturszene.

Die Kunsthalle Wien kann durch die Förderung in Form einer 3-Jahresvereinbarung sein internationales, zeitgenössisches Ausstellungsprogramm fortführen. Besonders markante Ausstellungen waren 2016 "Babette Mangolte", "Sarah Morris", "Nathalie du Pasquier", "Beton", "The Promise of Total Automation" und "Politischer Populismus".

Das Kunsthaus Wien konnte sein Profil weiter schärfen und bot mit Präsentationen über Anita Witek, Peter Piller und Peter Dressler sowie der thematischen Ausstellung "Creating Common Good" viel beachtete Ausstellungen auf hohem Niveau.

Film, Mode, Neue Medien

Obwohl arrivierte österreichische Filmemacherinnen und Filmemacher wieder prominent in den weltweiten Wettbewerben großer Filmfestivals vertreten waren, reüssierten 2016 vor allem junge Regietalente mit ihren Debutfilmen, die dank der Förderung der MA 7 hergestellt werden konnten.

Mehr als 20 verschiedene Filmfestivals und Sommerkinos in Wien erreichten mit anspruchsvollen Filmen wieder ein großes Publikum, allen voran die Viennale, die im Oktober 2016 Wien wieder zur europäischen Filmhauptstadt machte.

Der Medienkunstpreis 2016 ging an Susanne Schuda, deren inhaltlicher Schwerpunkt auf psychologischen Dynamiken in sozialen Kontexten liegt.

Das TAKE Festival for Independent Fashion and Arts fand im April 2016 zum ersten Mal statt und bot ein spannendes Programm aus Mode, Fotografie, Kunst und Design. Es eröffnete mit der Vergabe des Modepreises der Stadt Wien an den Herrenmoden-Designer Leopold Bossert.

Kulturelles Erbe

Der Wiener Altstadterhaltungsfonds unterstützte im Jahr 2016 vor allem die Weiterführung der Restaurierungsarbeiten am Jüdischen Friedhof in der Seegasse und am Friedhof St. Marx sowie an der Votiv- und der Karlskirche. Ebenfalls gefördert wurden die Arbeiten am biedermeierlichen Glashaus des Kardinal-König-Hauses, an den historistischen Wohnhäusern Paniglgasse 4, Praterstraße 54, Pfarrplatz 2 und Neubaugasse 16 sowie die Restaurierung der barocken Mariensäule vor der Piaristenkirche.

Im Bereich der Denkmalpflege werden insgesamt etwa 9.800 Kunstobjekte (Denkmäler, Sakrale Kleindenkmäler, Profanplastiken, Grabdenkmäler inklusive Ehrengräber und Gedenktafeln) betreut. Neben zahlreichen laufenden Reinigungs- bzw. Restaurierungsarbeiten an Kunstwerken und Grabdenkmälern zählten 2016 die Teilrestaurierungen des Mahnmals am Albertinaplatz und der Pestsäule am Graben zu den bedeutendsten Projekten. Die Entwurfsplanung für das Sonderprojekt Rekonstruktion des jüdischen Ehrengrabes der Familie Fröhlich von Feldau konnte abgeschlossen werden.

Lebendige Weihnacht: Neben dem Weihnachtsbaum für den Wiener Christkindlmarkt, der 2016 vom Bundesland Wien gestiftet wurde, fanden auch das mittlerweile 36. Internationale Adventsingen im Rathaus mit insgesamt 91 in- und ausländischen Chören sowie das weihnachtliche Turmblasen vor dem Rathaus mit insgesamt 26 Bläserensembles wieder großen Publikumsanklang.

2016 wurden überdies 75 neue Verkehrsflächen, inklusive zehn Park- und zwei Schulbenennungen, für Wien beschlossen. Stellvertretend für alle seien hier genannt die "Maria-Lassnig-Straße" am Hauptbahnhof, der "Arthur-Schnitzler-Platz" vor dem Volkstheater und der "Ludwig-Hirsch-Platz" in der Leopoldstadt.

Recht

Der Schwerpunkt der Tätigkeit des Referates für Rechtsangelegenheiten lag im Berichtsjahr einerseits bei vertraglichen Regelungen für verschiedenste Zwecke und andererseits in der rechtlichen Beratung sowie Unterstützung aller Subventionsreferate, der Abteilungsleitung der MA 7, des Stadtratbüros, aber auch der MA 8. In legistischer Hinsicht erfolgte - abgesehen von zahlreichen Stellungnahmen im Zusammenhang mit Gesetzesbegutachtungen - auf Anregung der MA 48 eine Änderung der Verordnung betreffend die Freihaltung des Stadtbildes von störenden Werbeständern. Im Übrigen wurde von juristischer Seite an diversen Lehrveranstaltungen aktiv mitgewirkt und damit ein entsprechender Beitrag zur Aus-, Fort- und Weiterbildung städtischer Bediensteter geleistet.

Literatur

Das Literaturreferat förderte die vielfältigen Veranstaltungsaktivitäten des Literarischen Quartiers in der Alten Schmiede unter anderem mit "Literatur im Herbst" im Odeon und "Literatur für junge LeserInnen". Guten Publikumszuspruch hatte das Literaturfestival "o-töne" im Hof des Museumsquartiers Wien. Mit einer Eröffnungsrede, bei der die ungarisch-deutsche Autorin Terezia Mora eine Parallele zwischen der Migration von Menschen und literarischen Texten zog, eröffnete sie die BUCH WIEN 2016. Im Rahmen von "Eine Stadt. Ein Buch" präsentierte der Autor Michael Ondaatje sein Erfolgsbuch "Katzentisch". Zum dritten Mal wurde der Veza-Canetti-Literaturpreis verliehen, 2016 an Ilse Kilic. Als besonderer Erfolg zeichnete sich auch die Veranstaltungsreihe "Literatur im MUSA" ab, bei der die Preisträgerinnen und Preisträger sowie die Stipendiatinnen und Stipendiaten der Stadt Wien ihre Texte lesen. Außergewöhnlich gut besucht und viel Aufmerksamkeit erhielt Ruth Klüger, die im April 2016 die Festrede auf Marie von Ebner-Eschenbach anlässlich deren 100. Todestages hielt. Der Essay erschien im Herbst bei Mandelbaum.

Stadtteilkultur und lnterkulturalität

Im Bereich "Stadtteilkultur und Interkulturalität" konnten insgesamt 358 Förderungen an Kultureinrichtungen vergeben werden. Exemplarisch für große Förderbeträge können die Vereine "Aktionsradius Wien - Verein zur Förderung von Stadtkultur und kultureller Stadtentwicklung", "Arbeitsgemeinschaft der Wiener Bezirksmuseen", "Basis.Kultur.Wien - Wiener Volksbildungswerk", "Kulturverein österreichischer Roma - Dokumentations- und Informationszentrum", "Popfest Wien - Verein zur Förderung & Verbreitung von innovativer, zeitgenössischer Popmusik" und "Verband österreichischer gewerkschaftlicher Bildung" genannt werden. Dezentral (Bezirksförderungen) konnten 1.182 Förderfälle positiv bearbeitet werden.

Wissenschaft

Für die Realisierung des Austrian Centre for Stem Cell Research am Standort Wien wurde vom Gemeinderat der Abschluss einer Mehrjahresvereinbarung mit der IMBA - Institut für Molekulare Biotechnologie GmbH über die Finanzierung eines Drittels der Kosten für Infrastruktur und die Arbeit der Forschungs- und Technologiegruppen beschlossen. Ebenso wurde 2016 die mehrjährige Vereinbarung zur Unterstützung der Vermittlungsarbeit des Architekturzentrums Wien um weitere drei Jahre beschlossen.

Die Wiener Vorlesungen gestalteten im Jahr 2016 mit 35 Veranstaltungen ein Programm zur Analyse und Erklärung aktueller politischer, gesellschaftlicher und kultureller Ereignisse und Entwicklungen.

Musik

2016 wurden zahlreiche Ensembles gefördert, die zeitgenössische Musik als Schwerpunkt in ihren Programmen präsentierten. Neben dem arrivierten "ensemble xx. jahrhundert" oder dem "Klangforum Wien" sind es auch junge innovative Musikerinnen und Musiker, wie "PHACE", die neue Impulse bringen. Das Festival "Electric Spring" hat nach einem erfolgreichen Start im Jahr 2015 auch 2016 wieder viele junge Menschen begeistern können. Es wurden 21 Kompositionsaufträge (elf an Komponistinnen) vergeben.

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