Leistungsbericht 2015 der Abteilung Kultur (MA 7)

Die Abteilung Kultur (MA 7) fördert Kultur und Wissenschaft durch Subventionen und Veranstaltungen. Über die Auslandskultur-Aktivitäten wird das kulturelle Leben der Stadt über die Grenzen Österreichs hinaus vermittelt.

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Projekt- und Schwerpunktüberblick 2015

Theater

In drei wichtigen Wiener Bühnen fanden 2015 Direktionswechsel statt. Im Volkstheater begann Anna Badora mit verändertem Ensemble und einem Premierenreigen zeitgenössischen Theaterlebens. Weitere Planungsschritte für die Generalsanierung des Volkstheaters fanden statt. Mit dem Einbau einer neuen ZuschauerInnen-Tribüne wurden erste Umbaumaßnahmen gesetzt. Der neue Intendant des Schauspielhauses Wien, Tomas Schweigen, präsentierte ein neues SchauspielerInnen-Team und wechselte vom Repertoiresystem in Richtung Blocksystem. Im Koproduktionshaus Brut setzte Kira Kirsch originelle Schwerpunkte. Die Ausschreibung für eine neue Intendanz des "Dschungel Wien" ab Sommer 2016 gewann die Regisseurin und Produzentin Corinne Eckenstein. Die vielfältige Wiener Theaterlandschaft wurde mit mehr als 100 Millionen Euro unterstützt, davon rund 26 Millionen für die Unterstützung der kleineren Bühnen und freien Gruppen des Off-Theaters.

Bildende Kunst

Das MUSA Museum Startgalerie Artothek stand im Zeichen der Fotografie und präsentierte bis März mit "Memory Lab. Photography Challenges History" die gemeinsame Ausstellung der Partnerstädte des "Europäischen Monats der Fotografie". Im Rahmen seiner Jahrzehnteausstellungen untersuchte das MUSA die eigene Sammlungsgeschichte unter dem Titel "Die achtziger Jahre in der Sammlung des MUSA. Pluralismus an der Schwelle zum Informationszeitalter".

Mit der Ausstellung "Margot Pilz - Meilensteine. Von der performativen Fotografie zur digitalen Feldforschung" wurde erstmals das Werk einer Künstlerin vorgestellt, die zu den Pionierinnen der österreichischen Konzept- und Medienkunst zählt. Mit ihren aktionistischen, feministischen, experimentefreudigen performativen Ansätzen in Fotografie, Video und Computerkunst zeigte sie bereits in den frühen 1980er-Jahren gesellschaftliche Tabus und Stereotypen auf. Grundlage der Ausstellung war die Schenkung ihres nahezu kompletten Werkes an das MUSA.

Die Ausstellung "Eva Choung-Fux. Nach dem Ende der Welt. Eine Retrospektive" im Museu Modernista Can Prunera in Soller, Mallorca, bildete im Jahr 2015 den Auftakt einer Ausstellungstournee durch mehrere europäische Städte.

Zum zweiten Mal wurde mit dem "MUSA-Preis für junge Kunst" die überzeugendste Startgalerie­-Ausstellung des Vorjahres prämiert: Die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung erging an das KünstlerInnen-Duo oellinger/rainer - Hannah Rosa Oellinger und Manfred Rainer.

Die Artothek im MUSA feierte einen neuen Rekord: 12.463 Entlehnungen sowie 140 neue Kundinnen beziehungsweise Kunden. Die Sammlung der Kulturabteilung der Stadt Wien - MUSA wurde 2015 durch 80 Werke von 49 Künstlerinnen beziehungsweise Künstlern sowie 16 Schenkungen von 18 Künstlerinnen beziehungsweise Künstlern erweitert.

Den Preis der Stadt Wien für Bildende Kunst erhielten Lieselott Beschorner, Linda Christanell, Michael Kienzer und Susanna Krawagna. An Bernadette Anzengruber sowie Alfredo Barsuglia wurde der Förderungspreis für Bildende Kunst verliehen.

Film und Neue Medien

International reüssierten vor allem junge Regietalente mit ihren Debütfilmen, die dank der Förderung der MA 7 hergestellt werden konnten. ln Wien wurde das Metrokino nach intensiver Renovierung und Neugestaltung feierlich wiedereröffnet. Mit zwei Kinosälen und Ausstellungsräumen ist es die Präsentationsfläche des Filmarchivs Austria, des filmischen Gedächtnisses Österreichs. In der Medienkunst wurde der Medienkunstpreis an das KünstlerInnenduo "UBERMORGEN- lizvlx und Hans Bernhard" vergeben, das sich seit Jahren intensiv mit dem Verfall demokratischer Strukturen und Überwachungsszenarien auseinandersetzt.

Kulturelles Erbe

Der Wiener Altstadterhaltungsfonds unterstützte die Instandsetzung der Pfarrkirchen Maria Brunn und Sankt Brigitta und der Kirche "Franz von Sales". Fortgeführt wurden die Bauarbeiten an der Votivkirche. Die Restaurierung von Profanbauten umfasste unter anderem die Fassaden des Barockhauses Schulhof 4 (1. Bezirk), die beiden Jugendstilgebäude Margaretenstraße 100 (5. Bezirk) und Seegasse 16 (9. Bezirk), den Hietzinger Hofpavillon und die kontinuierliche Restaurierung des Jüdischen Friedhofes in der Seegasse. lm Bereich der Denkmalpflege wurden etwa 9.700 Kunstobjekte betreut, unter anderem die Restaurierung der Grabdenkmäler im Schubertpark. 26 Ehrengräber beziehungsweise historische Gräber wurden neu gewidmet. Es gibt nun 1.944 besonders gewidmete Grabstellen auf allen Wiener Friedhöfen.

Auf dem Penzinger Friedhof konnte eine imposante neugotische Anlage vorerst gesichert werden. Außerdem erfolgte die Instandsetzung der 2014 gewidmeten sogenannten Ehrenreihen der Gruppe 14A auf dem Neuen Israelitischen Friedhof am Wiener Zentralfriedhof im 11. Bezirk. Die 72 Pultsteine wurden neu gefertigt. Zur Historie des Ortes und den Belegungen wurde eine eigene wissenschaftliche Arbeit verfasst.

Recht

Die MA 7 hat erhebliche Beiträge zur Umsetzung des Transparenzdatenbankgesetzes geleistet, insbesondere alle Förderungsleistungen der Stadt Wien im Kunst-, Kultur- und Wissenschaftsbereich datenbankgerecht und kundInnenfreundlich aufbereitet. Da sich aus Förderungen auch steuerliche Aspekte ergeben, wurde insbesondere auch darauf hingewirkt, dass Steuerbegünstigungen für Subventionsnehmerinnen beziehungsweise Subventionsnehmer gleichheitskonform und nicht datenbankabhängig ermöglicht werden. Auch zum guten Gelingen des "Eurovision Song Contest" trug die Kulturabteilung bei, zum Beispiel durch Mitwirkung an der spezifischen rechtlichen Schulung des Permanenzdienstes der Stadt Wien.

Literatur

Das Literaturreferat förderte die vielfältigen Veranstaltungsaktivitäten des Literarischen Quartiers in der Alten Schmiede unter anderem mit "Literatur im Herbst" im Odeon und "Literatur für junge LeserInnen". Guten Publikumszuspruch hatte das Literaturfestival "o-töne" im Hof des Museumsquartiers Wien. Die Eröffnungsrede der Internationalen Buchmesse BUCH WIEN hielt der Schweizer Autor Adolf Muschg. Im Rahmen von "Eine Stadt. Ein Buch" präsentierte der norwegische Autor Jostein Gaarder sein Erfolgsbuch "Sofies Welt". Zum zweiten Mal wurde der Veza-Canetti-Literaturpreis verliehen und zwar an Sabine Gruber. Als besonderer Erfolg zeichnete sich auch diesmal wieder die Veranstaltungsreihe "Literatur im MUSA" ab, bei der die Preisträgerinnen und Preisträger sowie die Stipendiatinnen und Stipendiaten der Stadt Wien ihre Texte lesen.

Stadtteilkultur, lnterkulturalität und internationale Angelegenheiten

Die Stadt Wien ist seit 2015 Mitglied des "World Cities Culture Forum", einer Plattform, bei der mehr als 30 Kulturhauptstädte der Welt vereinigt sind. Bei der EXPO Mailand präsentierte sich die Stadt Wien unter anderem mit einem Konzert der Wiener Symphoniker und einer Live-Übertragung aus der Wiener Staatsoper auf der Piazza degli Affari.

Im Gläsernen Saal des Wiener Musikvereins fand anlässlich des Gedenkens Armeniens an den Völkermord vor 100 Jahren ein Konzert des "State Young Orchestra" (SOYA) aus Armenien mit dem Titel "Roots of Revival" statt. "Literadio" wurde für Online-Radioübertragungen von Lesungen der Frankfurter Buchmesse unterstützt. Zu einem Konzert der internationalen Chopingesellschaft wurde als Ehrengast die Bürgermeisterin von Zabrze, Malgorzata Mafika-Szulik, eingeladen.

Wissenschaft

Die Universität Wien feierte ihren 650., die Veterinärmedizinische Universität ihren 250., die Technische Universität Wien ihren 200. Geburtstag. Verschiedene Projekte, die das Wirken dieser Institutionen in der Wiener Öffentlichkeit sichtbar machten, wurden unterstützt. Eine Förderung im Rahmen des Uni-Jubiläumsjahres erhielt auch das Jüdische Museum Wien für das ambitionierte Veranstaltungsprogramm in Abstimmung mit den Universitäten.

Die Akademie der bildenden Künste Wien startete die von der Stadt geförderte Stiftungsprofessur "Stadtkultur und öffentlicher Raum". Diese soll - international besetzt - den Rahmen für einen aktiven Meinungsaustausch und Wissenstransfer zwischen der Stadt Wien und dem Institut für Kunst und Architektur über zukünftige urbane Raumproduktion bieten.

Die Fortführung der an der TU Wien begonnenen Stiftungs-Gastprofessur "Stadtkultur und öffentlicher Raum" wurde beschlossen. Diese setzt sich mit den Ansprüchen und Herausforderungen im planerischen und gestalterischen Umgang mit den öffentlichen Räumen der Stadt auseinander.

Wiener Vorlesungen

Die Wiener Vorlesungen starteten ihr Programm mit einem Vortrag des Leiters des Instituts für Lebensmittelwissenschaften der Universität für Bodenkultur Wien, Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Kneifel, zum Thema "Lebensmittel - zwischen Sicherheit und allgemeiner Verunsicherung". Im Rahmen dieser Veranstaltung wurden die geförderten Projekte aus dem Jubiläumsfonds der Stadt Wien für die Universität für Bodenkultur 2014 vorgestellt und die Best Paper und Talent Awards verliehen.

Die Wiener Vorlesungen waren Kooperationspartner von "Gravitation 2015", einer Veranstaltungsreihe der Österreichischen Akademie der Wissenschaften anlässlich des hundertjährigen Jubiläums der Allgemeinen Relativitätstheorie.

Außerdem befassten sich die Wiener Vorlesungen mit "Wettbewerb und Regulierung am Beispiel Energiewirtschaft'', "Urbanisierung und Nachhaltigkeit" und dem gesellschaftlichen Umgang mit Demenzkranken zwischen Inklusion und Exklusion.

Der Vortrag "Fundamentalismus und Medien" der Kulturtheoretikerin Christina von Braun ging der Frage nach, mit welchen medialen Techniken wie Internet, soziale Medien oder filmische Aufnahmen junge Dschihadistinnen und Dschihadisten aus der westlichen Welt rekrutiert werden.

Insgesamt fanden 53 Veranstaltungen statt. Zwölf Aufzeichnungen wurden auf ORF III gesendet, weitere 15 für Okto TV aufgezeichnet. Die Medienkooperationen mit der Tageszeitung KURIER (vierseitige Themenbeilagen) und mit der Wochenzeitung DIE FURCHE wurden erfolgreich fortgesetzt.

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Wirtschaft, Arbeit und Statistik (Magistratsabteilung 23)
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