Planspiel Gender City (2003) - Veranstaltung zum Stadtentwicklungsplan 2005

Plakat Gender City

Das Planspiel Gender City wurde 2003 in der Wiener Planungswerkstatt veranstaltet.

Es zeigte,

  • wie sich Planung unterschiedlich auf Frauen und Männer, Mädchen und Burschen auswirkt,
  • was Gender Mainstreaming konkret bedeutet,
  • welche Strategien es gibt, Chancengleichheit herzustellen und
  • wo jede und jeder Einzelne selbst etwas tun kann.

Wer entscheidet wie?

Gender Mainstreaming ist ein Fachbegriff für die unterschiedlichen Ansprüche von Frauen und Männern, Mädchen und Burschen im politischen Handeln. Das Ziel ist ein Zusammenleben mit gleichen Chancen, gleichen Rechten und gleichen Pflichten der Geschlechter - und eine Stadt, die dafür gute Voraussetzungen bietet.

Diskussionsforum

In einem Diskussionsforum wurden alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Planspiels "Gender City" eingeladen, ihre Erfahrungen untereinander auszutauschen. Diese Erfahrungen waren den Veranstaltern wichtig und sind auch in die Dokumentation der Planspiele eingeflossen.

Perspektivenwechsel

Männer- und Frauenrollen verändern sich. Das hat Auswirkungen auf unser Leben und auf die Arbeitsteilung zu Hause und im Beruf - und auf unsere Stadt. Bei "Gender City" konnte man die Bedeutung von Gender Mainstreaming kennen lernen und neue Erkenntnisse gewinnen, wie Stadtplanung aus der Sicht von Frauen beziehungsweise Männern sein soll.

Stadtplanung

"Was kommt dort eigentlich hin?" fragen sich Menschen in der Straßenbahn, wenn sie an dem eingezäunten Grundstück vorbeifahren, das seit einem halben Jahr nach Abriss der Häuser leer steht und damit zu Spekulationen einlädt. "Da soll angeblich ein neues Einkaufszentrum gebaut werden - eine echte Aufwertung für die Gegend." - "Das wäre das Ende der kleinen Geschäfte in der Spatzenfelderstraße!" - "Warum mag meine Tochter nicht in dem kleinen Park spielen?" - "Jeden Tag muss ich meinen Sohn zum Ballspielen in den Strasshuberpark begleiten." - "Ein Park direkt in unserem Grätzl wäre schön." Bewohnerinnen und Bewohner wollen mitreden.

Wünsche haben ein Geschlecht

Frauen und Männer erleben und nutzen die Stadt unterschiedlich. Sie leben allein oder mit anderen zusammen. Sie sind berufstätig oder arbeiten zu Hause. Sie werden versorgt, sorgen nur für sich oder auch für andere. Sie sind viel, schnell und weite Strecken unterwegs oder legen ihre täglichen Wege langsam und mühselig im Grätzel zurück. Der Stadtraum beeinflusst den Alltag. Er bestimmt die Wege und Zeiteinteilungen der Städterinnen und Städter.

Planspiel

Die Geschichte spielt im dicht bebauten Stadtgebiet. Ein Einkaufszentrum soll erweitert werden, es gibt aber nur wenige kleine Grünflächen im Grätzl und der nahen Einkaufsstraße droht ein Geschäftesterben. Anhand dieses Beispiels können Rollen von Politikerinnen und Politiker, Planerinnen und Planern und Bürgerinnen und Bürgern ausprobiert werden. Es ist auch möglich, in eine andere Geschlechterrolle zu schlüpfen.

Alle Mitspielerinnen und Mitspieler waren gleichzeitig aktiv und versuchten, ihre Interessen durchzusetzen. Ziel war, gemeinsame Lösungsmöglichkeiten zu finden. Das Planspiel vermittelte lebendige Erfahrungen zum Thema Chancengleichheit.

Die Stadt Wien lud alle zum Mitspielen und Mitgestalten ein. Sie konnten an jeweils einem Tag

  • Auswirkungen von planerischen Maßnahmen auf Frauen und Männer kennenlernen,
  • Strategien für mehr Chancengleichheit entwickeln und
  • an einer lebendigen und lebenswerten Stadt für Frauen und Männer mitwirken.

Es waren keine Vorkenntnisse zu Stadtplanung oder Gender Mainstreaming erforderlich. Voraussetzungen waren Offenheit und Neugierde.

Projektpartnerinnen und Projektpartner

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