Gürtelspangen im Zielgebiet Westgürtel

Projektbereich Hernalser Gürtel im 8. Bezirk

"Gürtelspangen" heißen Kreuzungsbereiche, an denen attraktivere Verbindungen zwischen inneren und äußeren Bezirken geschaffen werden sollen.

Der Gürtel wirkt aufgrund seiner Breite und der hohen Verkehrsmengen an vielen Stellen als Barriere und als Trennlinie zwischen den Bezirken. Ziel ist es, diese Hürde zumindest stellenweise aufzubrechen, Strukturen zu verbinden und aus den oft als Grenzland und Transitraum wahrgenommenen Bereichen eine urbane Kernzone zu machen.

Insbesondere der Westgürtel ist in weiten Teilen von der von Otto Wagner konzipierten ehemaligen Stadtbahn geprägt. Die heute als Trasse der U6 genutzte Stadtbahnanlage teilt die Gürtelstraße dabei in eine innenstadtnahe und eine außerhalb des Gürtels liegende Straßenseite. Die Stadtbahnanlage selbst steht unter Verwaltung der Wiener Linien. Diese sind für die Erhaltung der Anlage und für die Vermietung der geschlossenen Stadtbahnbögen zuständig. Die Stadtbahnbögen werden an Gastronomiebetreibende, Dienstleister oder Gewerbetreibende vermietet. Auch dienen einige der Bögen als Lagerflächen für Betriebe, die in der näheren Umgebung ansässig sind.

Die Gürtelspangen als Kreuzungsbereiche

Der Begriff "Gürtelspange" bezeichnet jene Kreuzungsbereiche, an denen attraktivere Verbindungen zwischen den inneren und äußeren Bezirken geschaffen werden sollen. Diese werden von Fußgängerinnen und Fußgängern, Radfahrerinnen und Radfahrern, Fahrgästen der öffentlichen Verkehrsmittel sowie vom motorisierten Individualverkehr genutzt. Meist - aber nicht ausschließlich - handelt es sich dabei auch um Stationen der U6.

Das Zusammentreffen der verschiedenen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer erzeugt einen dichten Transitraum, der auf vergleichsweise engem Raum stattfindet. Oftmals verbinden die Gürtelspangen eine innerhalb und außerhalb des Gürtels liegende Geschäftsstraße. Als stark frequentierte Orte verfügen die Spangen jedoch nicht nur über eine Vielzahl von Verkehrsflächen, sondern auch über ein vielfältiges infrastrukturelles Angebot. Dieses reicht von verschiedenen Essensständen über Radabstellanlagen bis zu Telefonzellen.

Um die Qualitäten der Verbindungen zwischen den innen und außen liegenden (Geschäfts-)straßen zu verbessern, wurde 2009 im Rahmen des Zielgebietes Westgürtel gemeinsam mit der TU Wien das Projekt "Zu Fuß im Zielgebiet" durchgeführt. Ziel des Projektes war, für Fußgängerinnen und Fußgänger wichtige Verbindungswege zwischen den innerhalb und außerhalb des Westgürtels liegenden Bezirken zu identifizieren und gegebene Qualitäten und Schwachstellen zu analysieren. Auch die Funktion als Treffpunkt städtischen Lebens wurde dabei berücksichtigt. Die erhaltenen Erkenntnisse sollten nachfolgend dazu genutzt werden geeignete Maßnahmen zu entwerfen, um die Situation vor allem für den Fuß- und Radverkehr nachhaltig zu verbessern.

Generelle Zielsetzungen

Aufgrund der dichten Nutzung durch viele unterschiedliche Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer spielt bei den Maßnahmen die Neuorganisation der Verkehrs- und Aufenthaltssituationen eine große Rolle. Lösungen, die die Situation nachhaltig positiv beeinflussen, und die Sicherheit und Überblickbarkeit der Gürtelspangen gewährleisten, sollen gefunden werden. Dabei soll auf die Bedürfnisse von sehbehinderten und blinden Menschen eingegangen werden. Bei eventuellen Neugestaltungen sind taktile Leitsysteme sowie akustische Ampelanlagen vorgesehen. Ein weiteres Ziel ist, bestehende Konfliktpunkte zwischen den unterschiedlichen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern zu entschärfen und Elemente wie eine besondere Beleuchtung oder das Vorsehen eines Witterungsschutzes zu berücksichtigen.

Zusätzlich zu den eher am Verkehr orientierten Maßnahmen sind künstlerisch gestaltete Rauminstallationen vorgesehen, um die Gürtelspangen als besondere und attraktive Treffpunkte zu markieren.

Beispiel

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