Aspanggründe-Eurogate II - Aktuelle Entwicklungsphase

Für das Stadtentwicklungsgebiet Aspanggründe-Eurogate im 3. Bezirk hat die zweite Entwicklungsphase begonnen. 2016 fand ein städtebaulicher Ideenwettbewerb statt.

Die Aspanggründe sind eines der letzten Stadtentwicklungsgebiete in zentrumsnaher Lage. Der Baustart für die erste Entwicklungs- und Umsetzungs-Phase erfolgte im Herbst 2009, im Jahr 2017 wurde die Umsetzung abgeschlossen. 2016 wurde die zweite Entwicklungsphase eingeleitet.

Das Gebiet Aspanggründe-Eurogate II hat eine Größe von rund 11,5 Hektar und wird von folgenden Straßenzügen abgegrenzt: Otto-Preminger-Straße, Landstraßer Gürtel, Landstraßer Hauptstraße und Adolf-Blamauer-Gasse.

Plan Gebietsbegrenzung Aspanggründe-Eurogate II

Gebietsbegrenzung Aspanggründe-Eurogate II

Plan des Gebietes Aspanggründe-Eurogate II

Neue Rahmenbedingungen

Schon im Strukturplan Aspanggründe 2003 wurden Überlegungen zur Phase II angestellt. In der Zwischenzeit haben sich jedoch wesentliche Rahmenbedingungen geändert:

Wien gehört derzeit zu den am schnellsten wachsenden Metropolen im deutschsprachigen Raum. Alles deutet darauf hin, dass sich der dynamische Wachstumsprozess auch in den kommenden Jahren fortsetzen wird. Laut Prognosen wird Wien im Jahr 2029 bereits die Zwei-Millionen-Grenze erreichen. Es soll daher in der Phase II der Wohnanteil zu Lasten des im Strukturplan vorgesehenen Büroanteils erhöht werden.

Eine weitere, geänderte Rahmenbedingung ist, dass der Raumbedarf und damit verbunden der Flächenbedarf des Bildungscampus Aron Menczer weitaus höher ist, als ursprünglich angenommen. Hervorgerufen wird dies, da generell neue Wege bei der Errichtung von Bildungseinrichtungen beschritten werden. Das "Campus plus" Konzept sieht Kindergarten und Schule unter einem Dach vor.

Hinsichtlich der verkehrlichen Anbindung haben sich ebenfalls die Rahmenbedingungen geändert. Laut Strukturplan war ein U-Bahnanschluss vorgesehen, der im derzeitigen Ausbauplan der Wiener U-Bahn nicht mehr aufscheint.

Wettbewerb

Erster Schritt für die zweite Entwicklungsphase war die Durchführung eines städtebaulichen Wettbewerbs. Dieser wurde als EU-weiter, nicht offener städtebaulicher Ideenwettbewerb mit einer Bewerbungs- und einer Wettbewerbsstufe abgehalten. Der Wettbewerb fand in der zweiten Jahreshälfte 2016 statt.

Auslober des Ideenwettbewerbs war die ARE Austrian Real Estate Development GmbH gemeinsam mit wohnfonds_wien in Kooperation mit der Stadt Wien. Folgende Planerinnen und Planer nahmen teil:

  • SUPERBLOCK ZT GmbH, Wien
    Landschaftsplanung: Yewo Landscapes, Wien
    Verkehrsplanung: Gruber Consulting, Wien
  • ARGE Superwien Architektur, Wien
    Transform.City ZT.CITY ZT
    Raumposition Scheuvens - Allmeier - Ziegler, Wien
    Landschaftsplanung: DND Landschaftsplanung ZT, Wien
  • BKK-3 ARCHITEKTUR ZT GmbH, Wien
    Landschaftsplanung: Karin Standler, Wien
    Verkehrsplanung: TRAFFIX, Wien/Salzburg
  • Ernst Niklas Fausch Architekten ETH - SIA Zürich/Schweiz
  • M & S Architekten, Wien
    Landschaftsplanung: Land in Sicht, Wien
    Verkehrsplanung: TRAFFIX, Wien/Salzburg
  • All World/All Design, London/UK
    Zeyneb Badur, Wien
  • Coop Himmelb(l)au - Hochform Architekten - ÖIR
    Architekt Herbert Binder, Wien
    Bosshard & Luchsinger Architekten, Luzern/Schweiz
  • Rüdiger Lainer + Partner Architekten, Wien
    Sparq Spath Arquitectos, Wien
    Verkehrsplanung: TRAFFIX, Wien-Salzburg

Das Preisgericht unter dem Vorsitz von Architekt Dipl.-Ing. Albert Wimmer kürte das Projekt der Architekten SUPERBLOCK ZT GmbH - Architektin Dipl.-Ing. Verena Mörkl und Dipl.-Ing. Christoph Mörkl - zum Siegerprojekt. Die Freiraumplanung übernahm YEWO Landscapes. Die Themenbereiche Schall und Verkehr wurden von Consulting Gruber behandelt.

Siegerprojekt von SUPERBLOCK

Siegerprojekt von SUPERBLOCK ZT

Schnitt des Siegerprojekts von SUPERBLOCK

Schnitt des Siegerprojekts von SUPERBLOCK ZT


Planungsziele

Die Aufgabe des Wettbewerbs bestand in der Erarbeitung städtebaulicher Grundlagen für die Neufestsetzung des Flächenwidmungs- und Bebauungsplans für das Gebiet Aspanggründe-Eurogate II. Dabei stand die Schaffung eines sozial durchmischten, lebenswerten und attraktiven Stadtteils mit hoher Aufenthalts- und Freiraumqualität im Vordergrund.

Planungsziele im Detail

  • Circa 190.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche (BGF) Wohnnutzung, das entspricht rund 75 bis 80 Prozent der im Bearbeitungsgebiet umzusetzenden Gesamt-BGF
  • Soziale Infrastruktur, Kindertagesheim im Gebiet
  • Circa zwei Hektar Parkfläche zusätzlich zu den erforderlichen bauplatzbezogenen Freiflächen
  • Weitgehend autofrei an der Oberfläche
  • Bustrasse in Verlängerung der Otto-Preminger-Straße (keine Durchfahrtsmöglichkeit für den motorisierten Verkehr), umfassendes Mobilitätskonzept
  • Maximale Höhe der Gebäude: 35 Meter, keine Hochhäuser
  • Definition separat verwertbarer Bauplätze
  • Entwicklung eines neuen Quartiers mit hohem Identifikationswert (Adressbildung)
  • Verortung belebter Bereiche mit attraktivem Erdgeschoss im Gebiet
  • Anspruchsvolle öffentliche Räume
  • Wirtschaftlicher Umgang in der Konzeption der Infrastruktur und Sicherstellung von Bauvorhaben für leistbares Wohnen
  • Umgang mit den vorhandenen Barrieren und Lärmquellen, insbesondere mit der Problematik Wohnen an stark befahrenen Straßen
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