"Tauchstation Schottenring" - realisiertes Projekt Zielgebiet Donaukanal

Blick in einen U-Bahn-Schacht der Linie U2

Die neue U2-Station Schottenring wurde am 15. Mai 2008 eröffnet. Die 2005 begonnenen Bauarbeiten der U2-Verlängerung vom Schottenring in den 2. Wiener Gemeindebezirk zur Taborstraße gehörten zu den technisch anspruchsvollsten U-Bahn-Bauprojekten, die bisher in Wien in Angriff genommen wurden.


Technische Vorgehensweise

Für die in bis zu 25 Meter Tiefe direkt unter dem Donaukanal liegenden Stationsröhren der U2-Station Schottenring musste vor dem Tunnelvortrieb das Erdreich unter dem Flussbett vereist werden, damit die Ausbruchsarbeiten ohne Wassereintritte in standfestem Bodenmaterial erfolgen konnten. Die Vereisung erfolgte in zwei Phasen. Zunächst wurde nach dem Prinzip des "Schockgefrierens" über ein Rohrsystem flüssiger Stickstoff, der eine Temperatur von Minus 196 Grad Celsius hat, eingebracht. Mit diesem Schockgefrieren wurde eine rund drei Meter starke Eiskappe über der Tunnelfirste geschaffen.

Die Stationsröhren selbst wurden nach der bewährten "Neuen Österreichischen Tunnelbaumethode (NÖT)" errichtet. Bei dieser Baumethode wird der Boden mit einem speziellen Tunnelbagger, der für den Abbau des gefrorenen Bodens mit einer speziellen Fräse ausgestattet ist, Schritt für Schritt abgebaut. Jeder vorgetriebene Meter wird sofort mit Spritzbeton, stählernen Gitterträgern und Baustahlgittern gesichert. Diese äußere Tunnelschale ist rund 35 Zentimeter dick. Sie wird zusätzlich mit einer 40 Zentimeter starken Innenschale aus wasserdichtem Beton ausgestattet. Entstanden ist eine Station auf insgesamt zwei Ebenen: Etage 1 für die U4 und die zehn Meter unter der Donaukanalsohle liegende zweite Etage als neue U2-Station Schottenring. Beide Stationen sind direkt miteinander verbunden.

Stationsaufgänge

Von der bestehenden Station Schottenring erfolgt der Zugang zur neuen U2-Station über einen am westlichen Stationsende errichteten Schacht. Er ermöglicht das Umsteigen zwischen den U-Bahn-Linien U4 und U2 und das Erreichen des Straßenniveaus.

Auf der Seite des 2. Bezirks erfolgt der Zugang zur U2 über einen rund 23 Meter tiefen Schacht, der in Schlitzwandbauweise vor dem Haus Obere Donaustraße 61 errichtet wurde. Neben dem Zugang zur U2 ermöglicht diese Station einen unterirdischen Zugang zum Donaukanalweg.

Unterquerung des Donaukanals

Eines der Schlüsselbauwerke des Bauabschnittes war die Unterquerung des Donaukanals im Bereich der sogenannten Kaiserbadschleuse. Diese Schleuse wurde als Teil einer geplanten Schleusenkette im Donaukanal in den Jahren 1901 bis 1906 errichtet, wurde aber faktisch nie in Betrieb genommen.

Mit diesem mehr als 800 Meter langen Bauabschnitt und der neuen Station Schottenring erfährt nicht nur das U-Bahn-Netz der Stadt eine immense Aufwertung. Auch der Donaukanal wird hier durch den Stationsbau optisch aufgewertet. Zusätzlich ist mit dem neuen Zugang aus der Station im 2. Bezirk wieder ein wichtiger Schritt in Richtung Barrierefreiheit getan.

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