Historischer Rückblick - Projekt Wien-Mitte

Wien Mitte um das Jahr 2000

Luftbild des Bereichs Wien Mitte, im Hintergrund der Stadtpark

Zu sehen ist hier im Vordergrund das im Bau befindliche Justizzentrum. Dahinter liegend, das in den 1960er-Jahren errichtete Bahnhofs- und Bürogebäude Wien-Mitte, welches im Jahr 2008 abgebrochen wurde. Vor diesem liegt der aufgelassene Busbahnhof. Östlich, neben dem Komplex Wien-Mitte, befindet sich das Markthallengebäude. Es zählt nicht zum Projekt Wien-Mitte. Der Marktbetrieb wurde 2008 geschlossen.


Wiener Neustädter Kanal

Um Steinkohle aus Ödenburg kostengünstig auf dem Wasserweg nach Wien verfrachten zu können, wurde der Wiener Neustädter Kanal errichtet. Er wurde im April 1803 eröffnet und hatte vor dem Invalidenhaus ein großes Hafenbassin. Nach dem Bau des Hauptzollamtes - an der Stelle des heutigen Bundesrechenzentrums - wurde 1848 der Hafen an die Stelle des späteren Aspangbahnhofes verlegt. Zeitgleich wurde mit dem Bau des Bahnhofs Hauptzollamt begonnen. Das alte Bassin wurde 1857 zugeschüttet.

Bahnhof Hauptzollamt

Das der Stadt Wien gehörige Gelände wurde 1867 dem Wiener Eislaufverein übergeben, der dort einen eigenen Eislaufplatz anlegte. Als die Stadtbahn und die Wienflussregulierung geplant wurden, musste der Eislaufplatz dem Bahnhof Hauptzollamt Platz machen. Der Bahnhof wurde in Tieflage gelegt und 1899 nahm er mit der Eröffnung der Unteren Wientallinie den Betrieb auf. Die Verbindungsbahn nahm bereits 1860 den durchgehenden Betrieb auf, wobei das ehemalige Kanalbett - noch heute Schnellbahntrasse - mitbenützt wurde. Mit der Inbetriebnahme der Schnellbahn 1962 entstand der Hauptteil der heutigen Anlage. Er wurde in Bahnhof Landstraße umbenannt. Im Zuge des U-Bahn-Baus erfolgte eine neuerliche Umbenennung in Bahnhof Wien Mitte. Auf der Bahnhofseindeckung wurden Geschäfts- und Bürohäuser errichtet. Mit der Entstehung des Landstraßer Marktes, des Ersten Einkaufszentrums Österreichs (AEZ) an der Landstraßer Brücke und zuletzt der Raiffeisen Zentralbank im Bereich der Großen Ungarbrücke erreichte die Bebauung des ehemaligen Hafenbeckens des Wiener Neustädter Kanals ihr bis heute größtes Ausmaß.

Großmarkthalle

Bereits 1864/65 wurde an der Stelle des heutigen Hotel Hilton eine Zentralmarkthalle errichtet, die 1886 - da sie ihren Zweck in dieser Form nicht erfüllte - in eine Großmarkthalle für Fleisch umgestaltet wurde. Man verlegte auch den bis dahin auf dem Viehmarkt Sankt Marx zugelassenen Großhandel mit Fleischwaren hierher. Wegen dem zunehmenden Warenumschlag wurde die Anlage 1899 durch die Neue Fleischmarkthalle erweitert. Eine Brückenhalle diente als Verbindung zur Großmarkthalle. 1906 errichtete man die Viktualienhalle, die 1977 wieder abgebrochen wurde. 1982 folgte der Abbruch der neuen Fleischhalle.

Bürgertheater

1905 wurde das Bürgertheater in der Vorderen Zollamtsstraße errichtet. Es war eines der acht Theater, die um die Jahrhundertwende außerhalb des Gürtels entstanden. Sie sollten den Kunstinteressen eines wohlhabenden Bürgertums entsprechen. 1910 kam es zu einer Krise, weil keine zugkräftigen Stücke aufgetrieben werden konnten. So erfolgte die Umwandlung in eine Operettenbühne. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Bürgertheater zu einer volkstümlichen Zweigstelle des Theaters an der Josefstadt. 1953 erfolgte der misslungene Versuch, dem Bürgertheater unter dem Namen "Broadwaybühne" eine neue Richtung zu weisen. In den 1950er-Jahren diente das aufgelassene Theater unter anderem als Studiobühne für den Sender Rot-Weiß-Rot. 1960 wurde das Gebäude abgebrochen. An seiner Stelle wurde die neue Hauptanstalt der Zentralsparkasse der Gemeinde Wien (heute Bank Austria) errichtet.

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