Schienenverkehr in der Ostregion

Geschichte

19. Jahrhundert

Die Geschichte der Eisenbahn in Österreich begann am 23. November 1837 mit der Inbetriebnahme der Strecke Floridsdorf - Deutsch-Wagram. Heute ist die Strecke Teil der Wiener Schnellbahn. Der zügige Ausbau des Eisenbahnnetzes in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts legte den Grundstein für die Entwicklung der Stadt Wien zu einem Verkehrsknoten von europäischem Rang. So konnten die großen Städte untereinander verbunden werden. Die Anbindung des Umlands verbesserte sich durch die Eisenbahn maßgeblich.

Eröffnung der Schnellbahn

Die Idee, eine innerstädtische Schienenverkehrsachse zu schaffen, wurde in der Nachkriegszeit wieder aufgegriffen. Konkrete Planungen starteten 1954. Im Zuge der Beseitigung von Kriegsschäden wurde die Nordbahnbrücke wiedererrichtet, der alte Nordbahnhof wurde abgetragen und durch ein neues Stationsbauwerk am Praterstern ersetzt. Der Südbahnhof wurde neu gebaut. Teil des Projekts war der Schnellbahntunnel mit der neuen Station Südtiroler Platz.
Einen Meilenstein in der Geschichte des Schienenverkehrs in Wien stellt die Eröffnung der Wiener Schnellbahn am 16. Jänner 1962. Dieser erste Abschnitt umfasste die Strecke zwischen Floridsdorf und Meidling. Schon damals konnten - als Vorstufe zum heutigen Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) - die Züge der Schnellbahn im Rahmen einer Tarifgemeinschaft mit Straßenbahnfahrscheinen benutzt werden.

Netzerweiterung

Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Die Elektrifizierung von Strecken im Umland ermöglichte die stetige Ausweitung des Schnellbahnverkehrs ins Umland bis Gänserndorf, Stockerau und Wiener Neustadt. 1979 kamen Neusiedl am See und Hollabrunn als Endpunkte hinzu, 1983 auch Mistelbach. Auch innerstädtisch wurden mit der Wiederinbetriebnahme der Vorortelinie als Schnellbahnlinie S45 zwischen Hütteldorf und Heiligenstadt im Jahre 1987 wichtige Impulse gesetzt. Zwei Jahre später wurde auf der Verbindungsbahn zwischen Meidling und Hütteldorf der Schnellbahnverkehr aufgenommen. Mit dem weiteren Ausbau des U-Bahn-Netzes wurde im Jahre 1996 die neue Gemeinschaftsstation Handelskai in Betrieb genommen. Diese soll den Grund für den Erfolg der Schnellbahn symbolisieren: Die Anbindung des Umlands an Wien bei gleichzeitig einfacher Verknüpfung mit den innerstädtischen Verkehrsmitteln der Wiener Linien.

Um eine zeitgemäße Anbindung des Flughafens sicherzustellen, wurde die Flughafenschnellbahn S7 umfassend modernisiert. Seit 2002 ist die neue Trasse in Betrieb. Seit 2003 verkehrt hier auch der City Airport Train (CAT).

Weitere Verbesserungen des Angebots seit 2003

Eine Neuerung im Bereich der Wiener Schnellbahn gab es 2003: Die bisher am Südbahnhof beziehungsweise am Praterstern endenden Regionalzüge wurden über die Schnellbahn-Stammstrecke durchgebunden. Diese Maßnahme erwies sich als Erfolg, da zusätzliche Umsteigeknoten zur U-Bahn aus dem Norden und aus dem Süden direkt erreicht werden konnten.

Weitere Angebotsverbesserungen wurden 2007 mit der Intervallverdichtung auf der Vorortelinie auf einen zehn-Minuten-Takt während der Hauptverkehrszeit umgesetzt. Die Pottendorfer Linie wurde in das Schnellbahnnetz integriert. Als jüngste Verbesserung ist die Ende 2008 erfolgte Intervallverdichtung Richtung Purkersdorf zu erwähnen.

Besonderer Wert wird auf die Herstellung der Barrierefreiheit im öffentlichen Verkehr gelegt. Im Zuge der Bahnhofsoffensive werden die Wiener Bahnhöfe laufend modernisiert. Es werden moderne Nahverkehrstriebwagen vom Typ "Talent" eingesetzt, die von der Stadt Wien mitfinanziert werden. Auch Doppelstockwagen bei den aus der Region durchgebundenen Zügen verbesserten die Attraktivität weiter.

Finanzierung

Die Finanzierung von Infrastrukturprojekten im Bereich der Schnellbahn erfolgt gemäß einem vereinbarten Finanzierungsschlüssel zu 20 Prozent von der Stadt Wien sowie zu 80 Prozent vom Bund. Das Grundangebot im Schienenverkehr (Bezugsjahr 1999/2000) ist auf Basis der geltenden gesetzlichen Rahmenbedingungen vom Bund sicherzustellen. Angebotsverbesserungen werden von der Stadt Wien bei der ÖBB Personenverkehr AG im Rahmen von Verkehrsdiensteverträgen in Auftrag gegeben und finanziert.

Planungen

Die Zukunft wird weitere Verbesserungen bringen: Mit der Inbetriebnahme des Hauptbahnhofs, der derzeit am Areal des Südbahnhofs entsteht, werden neue Linienführungen möglich. Die Verbindungsbahn zwischen Meidling und Hütteldorf kann nach der Inbetriebnahme des Lainzer Tunnels nahverkehrsgerecht ausgebaut werden. Aktuelle Planungen beschäftigen sich mit der Verlängerung der S45 von der derzeitigen Endstation Handelskai bis zur Station Praterkai. Damit wird eine Verknüpfung mit der Richtung Donaustadt zu verlängernden U2 sowie der S80 ermöglicht.

Nicht nur das Fahrplanangebot ist für die Inanspruchnahme des öffentlichen Verkehrs ausschlaggebend. Auch das Tarifangebot sowie die Qualität der Fahrplanauskunft sind von Bedeutung für die Verkehrsmittelwahl. Der Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) stellt hier die Dachmarke für den öffentlichen Verkehr in der Region dar, die schon längst nicht mehr an den Staatsgrenzen endet. Vielleicht ist es in Zukunft noch einfacher als heute möglich, mit der Bahn ins benachbarte Bratislava fahren.

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