Walk21 - Internationale Konferenz zu FußgängerInnen-Verkehr

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Von 20. bis 23. Oktober 2015 fand in Wien die "16. International Conference on Walking and Liveable Communities", kurz Walk21, mit dem Motto "Stepping ahead" statt.

Walk21 ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in England, die sich weltweit für die Förderung des FußgängerInnen-Verkehrs einsetzt und damit als Katalysator für wichtige Prozesse in den Bereichen Verkehrsplanung, Stadtgestaltung, Gesundheit und Wirtschaft wirkt.

Jährlich findet mit der Walk21 die weltweit bedeutendste Konferenz zum Thema "FußgängerInnen-Verkehr und öffentlicher Raum" statt. Vor Wien waren unter anderem Sydney, München, London, New York, Kopenhagen, Zürich, Barcelona, Melbourne, Vancouver und Mexico City Gastgeber dieser internationalen Konferenz.


Konferenz in Wien 2015

Maria Vassilakou und Jim Walker

Vizebürgermeisterin Mag.a Maria Vassilakou und Jim Walker (Walk21)

Mit der Abhaltung der Konferenz reiht sich Wien unter jene Städte ein, die sich auf den Weg gemacht haben, das Zufußgehen zu fördern. Als Gastgeberin der Konferenz holt sich Wien internationales Know-how über neueste Entwicklungen zum Fußverkehr und zur Gestaltung öffentlicher, urbaner Räume. Der fachliche Dialog liefert Wien neue Impulse für Stadt- und Verkehrsplanung. Die Konferenz belebt außerdem den Dialog zwischen Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Verwaltung.

Wien wird, als eine der beliebtesten Kongress-Städte, der Konferenz einen nie dagewesenen Rahmen bieten, wenn die weltbesten Beispiele aus Praxis und Forschung präsentiert und neue Strategien für die Gestaltung und Organisation urbaner Räume diskutiert werden. So trägt die Konferenz zur internationalen Imagebildung Wiens als lebenswerteste Stadt bei, liefert aber gleichzeitig notwendige Impulse zur Stärkung des Fußverkehrsanteils.

Für die Konferenz in Wien 2015 wurde eine eigene Homepage in englischer Sprache unter eingerichtet, die laufend mit Informationen zum Programm und den Konferenzthemen befüllt wurde und auch nach der Konferenz zur Nachlese zur Verfügung steht.


Smart unterwegs - Geht's auch zu Fuß?

Bild einer Vortragenden

Lucy Saunders, MPH, Greater London Authority and Transport for London

Begleitend zur Walk21 und als Auftakt der neuen Veranstaltungsreihe "Nachhaltig in Wien: Die smarte Stadt" wurde am 22. Oktober 2015 um 18.30 Uhr in der VHS Meidling über Mobilität und Gesundheit im urbanen Raum diskutiert.

Als Keynote-Speaker berichtete Lucy Saunders von der Greater London Authority über ihre Erfahrungen in London. Anschließend diskutierten der Umweltmediziner Prof. DI Dr. Hans-Peter Hutter (Medizinische Universität Wien), DIin Petra Jens (Mobilitätsagentur Wien GmbH), Mag. Markus Gansterer (VCÖ) und Sebastian Obrecht MA, (ARBÖ) über "Verkehr in der Stadt - Herausforderungen und Perspektiven".

Walking Visionaries Awards

Einladungskarte

Der Wettbewerb "Walking Visionaries Awards" suchte bis 24. Mai 2015 nach Ideen und Projekten, um das Potenzial des Zufußgehens für lebenswerte und nachhaltige Städte zu unterstreichen. Es wurden 208 Beiträge aus 47 Ländern eingereicht.

Die Gewinnerinnen und Gewinner konnten als Preis gratis an der Walk21-Konferenz in Wien teilnehmen.


Call for Abstracts

Der "Call for Abstracts" zur aktiven Teilnahme an der Walk21-Konferenz im Herbst 2015 wurde geschlossen. Beiträge konnten bis 30. Jänner 2015 eingereicht werden.

Der Trend "Zufußgehen"

Menschen am Gehweg

Das Zufußgehen in den Städten erfährt eine globale Renaissance. Der Trend, in Städten zu leben, hat bereits mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung erfasst. Immer mehr Menschen leben auf begrenzten Flächen zusammen. Erstmals leben weltweit mehr Menschen in Städten als auf dem Land. Auf diesen Trend müssen Politik, Verwaltung und Stadtplanung reagieren.

Wie ist ein gesundes und sozial verträgliches Leben in wachsenden Städten möglich? Immer öfter erinnert man sich bei dieser Frage des Zufußgehens als jener Mobilitätsform, für die Städte ursprünglich ausgerichtet waren: mit kurzen Wegen, abwechslungsreicher Gestaltung und kompakter Nutzung. Selbst in so autozentrierten Städten wie Los Angeles oder New York werden deshalb Straßen rückgebaut und Fußgängerzonen errichtet. Mit gutem Grund: Städte, die gute Bedingungen für den FußgängerInnenverkehr bieten, weisen in der Regel auch eine hohe Lebensqualität auf, wie Städte-Rankings beweisen (zum Beispiel Mercer-Studie). Während Wien bei der Lebensqualität eine Führungsposition einnimmt, besteht in Sachen smarter und umweltfreundlicher Mobilität noch Aufholbedarf.

Strategien

Zeichnung einer Straßensituation mit FußgängerInnen, RadfahrerInnen, Straßenbahn und Autos

Zufußgehen ist darüber hinaus ein Element der Smart City-Strategie. Wo FußgängerInnen-Verkehr gefördert wird, bleiben Menschen gesünder, gibt es mehr soziale Beziehungen, profitiert der Einzelhandel, steigt das Sicherheitsgefühl und wird das Klima geschont. Wenn sich mehr Menschen dazu entschließen, kurze Strecken zu Fuß zurückzulegen, können verstopfte Straßen und überfüllte öffentliche Verkehrsmittel entlastet werden.

Mit der Etablierung einer FußgängerInnen-Beauftragten als direkte Ansprechstelle und einer eigenen Marke "Wien zu Fuß" wurden von der Stadt Wien konkrete Schritte hin zu einer integrierten Kommunikation rund um das Zufußgehen gesetzt.

FußgängerInnen-Verkehr fördern heißt auch, Inklusion voranzutreiben. Konsequent barrierefrei gestaltete öffentliche Räume garantieren, dass möglichst viele Menschen am öffentlichen Leben teilhaben können. Barrierefreiheit im öffentlichen Raum wird demzufolge ein Schwerpunktthema der Konferenz sein, die sich an Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung sowie an Organisationen und Interessierte richtet, die an der Konzeption, Umsetzung und Förderung von smarten und umweltfreundlichen Mobilitätskonzepten beteiligt sind.

Österreichischer Masterplan Gehen

Das Umwelt- und das Verkehrsministerium haben gemeinsam in Kooperation mit Expertinnen und Experten aus den Bundesländern und Gemeinden einen österreichischen Masterplan Gehen erarbeitet. Dieser "Masterplan Gehen - Strategie zur Förderung des FußgängerInnen-Verkehrs in Österreich" empfiehlt in zehn Handlungsfeldern 26 konkrete Maßnahmen. Erstmals wurde er auf der Walk21 im Wiener Rathaus durch Bundesminister DI Andrä Rupprechter vorgestellt.

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