Urban Farming

Dachterrasse in Wien mit selbst angebautem Gemüse

Auch Dachterrassen und Balkone bieten Platz, um eigenes Gemüse zu ziehen.

Immer öfter nehmen auch in Wien Bürgerinnen und Bürger den Spaten in die Hand und schaffen Kleinode des gemeinschaftlichen, aber selbstbestimmten Anbaus. Unter dem Schlagwort "Urban Farming" wird ein Rahmen geschaffen für Naturerfahrung in der Stadt und für Eigeninitiative. Und nicht zuletzt kann auf der Grundlage persönlicher Erfahrungen auch Know-how über die Produktion und Qualität von Nahrungsmitteln erworben werden.


Nachbarschaftsgärten

Video „Gemeinschaftsgärten“

Weltweit entwickelten sich in den letzten Jahrzehnten neue Formen der urbanen Landwirtschaft, wie zum Beispiel die Nachbarschaftsgärten ("Community Gardens"). "Urban Farming" schafft einen Rahmen für städtische Naturerfahrung, für das "Selbermachen" und damit den Bezug zur Produktion von Lebensmitteln. Begegnung und Gemeinschaft sind die großen Benefits dieser Gartenkultur und bilden das Substrat für ein weitergehendes Engagement für das eigene Grätzel.


Zentrale Anlaufstelle

Für Interessierte wurde eine zentrale Anlaufstelle zum Thema Nachbarschaftsgärten und Förderungen bei den Wiener Stadtgärten eingerichtet:

In Wien gibt es bereits eine Reihe von erfolgreichen Beispielen für Community Gardening. Zwei davon sind hier herausgegriffen:

Heigerleingarten

reges Treiben im Heigerleingarten, im Vordergrund frisch ausgepflanztes Kräuterbeet

Seit dem Frühjahr 2008 gestalten Menschen aus der Nachbarschaft der Heigerleinstraße gemeinsam diese Fläche in Ottakring. Bei offener Gartentüre sind auch Besucherinnen und Besucher willkommen. Ein neu gelebtes Gefühl der Nachbarschaft in der Stadt und Gemüse für Gärtnernde, Besuchende und Zaungäste sind seitdem gewachsen. Initiiert wurde das Projekt vom Verein Gartenpolylog mit der Unterstützung der Stadt Wien (Wiener Stadtgärten (MA 42)), der Bezirksvorstehung Ottakring und der Gebietsbetreuung 16.


Interkultureller Garten Macondo

Fast 3.000 Flüchtlinge aus 22 Nationen leben in "Macondo", einer Dorfsiedlung in Wien Simmering. Das Projekt "Garten Macondo" will für die dort Ansässigen verfügbare Freiräume nutzen und entwickeln sowie Orte der Begegnung und der Eigeninitiative schaffen. Ein "Garten für alle" bietet Kontinuitäten in einer flüchtigen Umgebung, die von Verlust und Veränderung geprägt ist.

Selbsternteflächen

Frau erntet Gemüse im Selbsterntefeld

Eine weitere Form der individuellen Bewirtschaftung stellen sogenannte Selbsternteflächen dar. Geeignete Flächen werden im Frühjahr mit vielen verschiedenen Gemüsearten bepflanzt und in verschiedenen Größen abgesteckt. Diese Parzellen werden gegen ein Nutzungsentgelt an Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner übergeben.

Die Aufbereitung der Flächen und Bepflanzung werden dabei zum Teil vom Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien (MA 49) übernommen. In Wien gibt es Selbsternteflächen in Hietzing, Siebenhirten, Erlaa und Hirschstetten. Viele Menschen besonders aus den innerstädtischen Bereichen kommen regelmäßig hinaus zu "ihrer Parzelle" und stillen so ihr Bedürfnis nach Erdverbundenheit und Natur.


Kleingärten

Errichtung eines kleinen Glashauses zur Pflanzenanzucht in einem Kleingarten

Das Kleingartenwesen hat in Wien eine lange Tradition und war seit Beginn eine wichtige Form des "Urban Farmings". Wenn auch heute in Wien der Wechsel vom Garten zum "Einfamilienhaus mit Garten" fast vollständig vollzogen ist, so tragen Kleingärten nach wie vor stark zur Durchgrünung und zur Biodiversität in der Stadt bei.


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