Wald- und Wiesengürtel 1905 und Wiener Höhenstraße

Plan des Wald- und Wiesengürtels und der Höhenstraße 1905

Nach der enormen städtebaulichen Verdichtung im Zuge der Industrialisierung im 19. Jahrhundert entstanden in den 1870er-Jahren die ersten Ideen zur Schaffung einer Schutzzone. Insbesondere der Nordwesten Wiens sollte vor weiterer Bebauung freigehalten werden und damit der Bevölkerung als Naherholungsraum dienen.

1905 war es so weit: Der im Jahr zuvor von Bürgermeister Karl Lueger ergangene Erlass (zur "dauernden Sicherung der Gesundheitsverhältnisse unserer Stadt sowie zur Erhaltung des landschaftlich schönen Rahmens, [...] will ich einen Wald- und Wiesengürtel an der Peripherie [...] für alle Zeiten festlegen ...") wurde durch einen Gemeinderatsbeschluss umgesetzt. Durch den nun gesetzlich geschützten Wald- und Wiesengürtel konnten Flächen für die Erholungsnutzung und für den Bau der Höhenstraße gewonnen werden.


Kauf des Gutes Cobenzl

Eingangsbereich Weingut Cobenzl: Grünfläche, Sonnensegel und Gebäude

Heute betreibt die Stadt Wien auf dem Cobenzl ein Weingut.

Zwei Jahre nach Einrichtung des natürlichen Schutzgürtels beschloss der Wiener Gemeinderat den Ankauf einer umfangreichen Liegenschaft am Cobenzl. In dem Kaufvertrag heißt es: "Die Firma F. Schmitt (Anmerkung: ein Wollwaren-Erzeuger) verkauft an die Gemeinde Wien die sämtlichen zum Gute Kobenzl gehörigen, in Ober-Sievering und Grinzing liegenden Realitäten im Gesamtkatastral-Ausmaße von 1.345.704,54 ."

Das angekaufte Grundstück ist etwa so groß wie der heutige Bezirk Mariahilf und kostete die Stadt inklusive Schloss Cobenzl 1,5 Millionen Kronen. Der Ankauf des Cobenzls war somit ein großer Schritt zur Realisierung des Wiener Wald- und Wiesengürtels.

Schutzgebiet Wald- und Wiesengürtel

Die Schutzkategorie "Wald- und Wiesengürtel" findet sich noch heute in der gültigen Wiener Bauordnung und wird im Zuge der Flächenwidmungspraxis der Stadtplanung nach wie vor zur Sicherung übergeordneter Grün- und Freiräume zur Anwendung gebracht.

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