Intensive Lab Session Vienna - TRANSFORM

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Ein dreitägiger Workshop zur Umsetzung der "Smart City Wien"-Ziele in "aspern Seestadt" und in "Liesing/Groß Erlaa" mit den Schwerpunkten Energieversorgung, Energieplanung und Smart Living wurde von 9. bis 11. September 2014 in Wien durchgeführt.

Menschengruppe in einem offenen Haus mit mehreren Etagen in der Seestadt Aspern

Die ProjektpartnerInnen im "Flederhaus" in der aspern Seestadt

Im EU-Forschungsprojekt TRANSFORM, in dem die Städte Wien, Amsterdam, Hamburg, Kopenhagen, Genua und Lyon mit wissenschaftlichen Einrichtungen, Beratungsunternehmen sowie Energiedienstleistern kooperieren, werden Umsetzungskonzepte ("Implementation Plans") für ausgewählte "Smart Urban Labs" erarbeitet. In Wien sind dies die Bereiche "aspern Seestadt" und "Liesing/Groß Erlaa".

Das dreitägige Format einer "Intensive Lab Session" (ILS) ermöglichte die gezielte Erarbeitung von (Handlungs-) Empfehlungen für wichtige Fragestellungen, die sich bei der Erstellung des Implementation Plan ergeben. Durch den intensiven Austausch der lokalen Expertise mit den internationalen Projektpartnerinnen und -partnern wurden Impulse für die weitere Arbeit in den jeweiligen Gebieten erarbeitet. Dies erfolgte in drei Arbeitsgruppen.

AG 1: "Energieversorgung für Aspern Nord"

Die Fragestellung an die Arbeitsgruppe, formuliert von Mag. Bernd Vogl, Leiter der Abteilung Energieplanung (MA 20), lautete:

  • Wie soll die zukünftige Energieversorgung in einem smarten Stadtteil gestaltet sein, um die Zielsetzungen im Klima- und Energiebereich zu erfüllen?
  • Welche lokalen, erneuerbaren Lösungen sind geeignet?

Die Empfehlung der ersten Arbeitsgruppe lautete, die Heizwärme und Warmwasserversorgung mit Niedrigtemperaturnetzen zu leisten (65 bis hin zu 20 Grad Celsius), die flexibel für Mehrfachnutzungen sind. Weiters sollte auf Aufnahme von Abwärme (zum Beispiel von Betrieben), Wärmepumpen aus Grundwasser und Geothermie, Solarthermie sowie zusätzlich Fernwärme, Biomasse oder Gasheizsysteme für Spitzenlasten im Winter gesetzt werden. Ein Wärmenetz hat Vorteile bei der Speicherung und beim Ausgleich von Temperaturspitzen. Die individuelle Versorgung ausschließlich über ein Stromnetz wurde nicht empfohlen. Die empfohlene Systemstruktur weicht stark von der gängigen Praxis ab, hat aber potenziell deutlich bessere CO2-Werte und eine hohe Flexibilität für künftige Entwicklungen.

AG 2: "Energieplanung für Aspern Nord"

Die Fragestellung an die Arbeitsgruppe, formuliert von DIin Claudia Nutz, Vorstand der Wien 3420 Aspern Development AG, lautete:

  • Wie kann eine bindende Strategie für die Umsetzung einer smarten Energieversorgung geschaffen werden?
  • Wie kann eine Vereinbarung zwischen den Energieversorgern, der Stadt Wien, der Wien 3420 Aspern Development AG, den Bauträgern und den Unternehmen vor Ort erzielt werden?

Die zweite Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit dem Verfahren zur Realisierung einer Energieversorgung mit lokalen, erneuerbaren Lösungen. Ein kooperativer Entwicklungsprozess könnte entwickelte Lösungen mittels vertraglicher Absicherung zu kalkulierbaren Umsetzungsmodellen machen. Dadurch würde die Planungssicherheit für alle Beteiligten erhöht werden. Für die Umsetzung im Fall "aspern Seestadt" wurde darauf aufbauend vorgeschlagen, dass die technisch-ökonomischen Optionen in einem eigenen Verfahrensschritt ausgelotet werden, um daraufhin mit Stakeholdern die Ausschreibungsbedingungen (eventuell auch für Teilgebiete) zu definieren und die Ergebnisse dann verbindlich in Vereinbarungen oder Verträgen umzusetzen. Auch die Option einer eigenen Gesellschaft für das Energieversorgungssystem Aspern wurde als relevant eingeschätzt.

AG 3: "Smart Living"

Die Fragestellung an die Arbeitsgruppe, formuliert von DIin Ina Homeier, SCW-Projektleiterin in der Abteilung Stadtentwicklung und Stadtplanung (MA 18), lautete:

  • Wie kann ein energie- und ressourcenschonender Lebensstil unterstützt werden?
  • Wie können derzeitige und zukünftige Bewohnerinnen und Bewohner im Prozess beteiligt werden?
  • Welche Voraussetzungen und Rahmenbedingungen werden benötigt, um langfristige Erfolge zu erzielen (Verantwortlichkeiten, notwendige Akteurinnen und Akteure)?

Die dritte Arbeitsgruppe widmete sich den Themen Mobilität, Nachhaltig leben sowie Zusammenleben und öffentlicher Raum. Hierzu wurde eine Vielzahl an Beispielen beschrieben und festgehalten, die vor Ort eingesetzt werden können. Die Ergebnisse gruppierten sich um vier wichtige Punkte: Hinausgehen und auf die Menschen zugehen, angemessene Sprache und Kommunikation, Unterstützung von lokalem, gemeinschaftlichem Besitz, Schaffung von offener und Nachhaltigkeit fördernder Infrastruktur.

Eindrücke der Intensive Lab Session

Die drei Arbeitsgruppen hielten ihre Arbeiten und Diskussionen an unterschiedlichen Orten in Wien ab, neben dem Wiener Stadtplanungshaus auch im aspern IQ und in der ehemaligen Sargerzeugung Atzgersdorf. Ergänzt wurde der Workshop durch kurze Besichtigungsprogramme in aspern Seestadt, in Liesing und in der Wiener Innenstadt.

Männer und Frauen diskutieren, Ideensammlung auf Flipchart, Projektion an der Wand

Präsentation im Wiener Stadtplanungshaus

Männer und Frauen in Sitzreihen hören zu

Präsentation im Wiener Stadtplanungshaus


Männer und Frauen sitzen rund um einen Tisch und sprechen miteinander

Arbeitsgruppe im aspern IQ

Publikum in Sitzreihen bei einer Präsentation

Präsentation im aspern IQ


Menschengruppe mit Sicherheitsjacken in der Seestadt Aspern

Die TeilnehmerInnen in der aspern Seestadt

Personen auf einer Dachterrasse stehend mit dem Stephansdom im Hintergrund

Die Delegierten auf dem Hochhaus Herrengasse


Männer und Frauen bei einem Workshop rund um einen Tisch, im Hintergrund Ideensammlung auf großen Blättern

Arbeitsgruppe in der ehemaligen Sargerzeugung Atzgersdorf

Karikatur zur Frage, wie gelingt es, die Smart City-Strategie auf Bezirksebene umzusetzen?

Karikatur von Bas Köhler, der den Workshop zeichnerisch begleitete


Der Workshop wurde in englischer Sprache durchgeführt, um die internationalen Projektpartnerinnen und Projektpartner einzubinden. Insgesamt haben sich an den drei Tagen 55 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in drei Arbeitsgruppen an spannenden Diskussionen beteiligt.


Logo der Europäischen Union Logo des 7. Forschungsrahmenprogramms

Dieses Projekt wurde aus Mitteln des 7. Forschungsrahmenprogramms der Europäischen Union kofinanziert.

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