TRANSFORM

TRANSFORM steht für "Transformation Agenda for Low Carbon Cities" und war ein von der EU gefördertes Projekt, in dem Partnerinnen und Partner aus Amsterdam, Kopenhagen, Hamburg, Lyon und Genua gemeinsam an einer städtischen Zukunft ohne fossile Energiequellen arbeiteten. Es geht darum, wie künftig eine drastische Reduktion des CO2-Ausstoßes durch die Stadtentwicklung erzielt werden kann. Damit wird nicht nur internationalen Klima- und Energiezielen, sondern auch direkt den Zielen der Smart City Wien Rahmenstrategie Rechnung getragen.

Ziel des Projekts war, Städte durch die Kombination von Smart City Strategieentwicklung und konkreten Umsetzungsprojekten zu unterstützen. Dazu wurden "Transformationsagenden" (gesamtstädtische Strategien) erarbeitet und mit Umsetzungsplänen für ausgewählte Stadtteile kombiniert. Durch innovative Arbeitsprozesse und den Erfahrungsaustausch mit konkreten Smart City Stadtteilentwicklungen in den beteiligten Städten wurden Erfahrungen erzielt und Methoden für erfolgreiche Stakeholder-Prozesse entwickelt.

Mehrwert durch Erfahrungsaustausch

Das Projekt TRANSFORM konnte wichtige Beiträge für die Kooperation zwischen Stadtverwaltungen, Energieversorgungsunternehmen, Wissenschaft und Industrie liefern. Ein innovativer Mehrwert entstand durch die Zusammenarbeit mit europäischen Partnerinnen und Partnern, die an sehr ähnlichen Herausforderungen in den jeweiligen Städten arbeiten. Dabei wurden aus Wiener Sicht vor allem durch die Teilhabe an aktuellen Entwicklungen in Amsterdam, Kopenhagen, Hamburg, Lyon und Genua wertvolle Inputs gewonnen. Die aufbereiteten Ergebnisse aus dem Projekt sind auf der Website Transform your city (Englisch) einsehbar.

Für eine klimafreundliche Smart City ist wichtig zu verstehen, wie sich die Situation in den Städten aktuell darstellt, Zahlen zu Energieerzeugung und -verbrauch zu haben und die aktuellen Rahmenbedingungen zu kennen. Wien hat den Vorteil einer kompakten Bestandsstadt, was für ein umweltfreundliches Mobilitätssystem günstig ist. Hingegen ist die Installation erneuerbarer Energiesysteme im Stadtgebiet eine Herausforderung.

Weitere Zielsetzung des Projekts war zudem die Einschätzung der aktuellen Strategien und der zukünftigen Entwicklung. Hierzu konnte TRANSFORM wertvolle Unterstützung für die Erstellung der Smart City Wien Rahmenstrategie geben. Wichtig für die Rahmenstrategie ist die Verknüpfung und Weiterentwicklung bestehender Ansätze Wiens, wie sie im Stadtentwicklungsplan, im Klimaschutzprogramm oder im städtischen Energieeffizienzprogramm formuliert sind.

Comic-Strip: Wie kann Smart City Rahmenstrategie mit der lokalen Ebene verbunden werden?

Zielsetzungen für die Stadt, wie die Smart City Wien Rahmenstrategie, müssen für Stadtteile zusammen mit den lokalen AkteurInnen übersetzt werden.

Koordiniertes Handeln bedeutet die Berücksichtigung langfristig abgestimmter Ziele bei der lokalen Umsetzung. Dies sollte durch ein gesamtstädtisches Monitoring gemeinsam überprüft werden. Partizipation in der Smart City heißt nicht nur Einbindung in Entscheidungen, sondern auch aktive Mitgestaltung durch Bürgerinnen und Bürger oder Unternehmen.

Ohne eine niederschwellige und für Innovationen offene Zusammenarbeit von Stadt und Zivilgesellschaft werden die Klima- und Energieziele nicht erreicht werden können. Für die Umsetzung der Zielsetzungen braucht es zudem einen "Fahrplan", der die Wirkung verschiedener Maßnahmen in Bereichen wie Gebäudesanierung, Neubau, Verkehr und Energiesysteme aufzeigt und mit Finanzierungsstrategien für langfristig nutzenstiftende Investitionen hinterlegt.


Smart Urban Labs

TRANSFORM unterstützte die Planungen auf Stadtteilebene in den Partnerstädten, abhängig vom jeweiligen Stand der Umsetzung und dem lokalen Kontext. Für ausgewählte Stadtteile, sogenannte Smart Urban Labs, konnten innovative Lösungen konzipiert und ausprobiert werden. Themen waren unter anderem die Beteiligung lokaler Akteurinnen und Akteure, Wege der Zusammenarbeit (Governance) sowie Energieversorgungskonzepte für Wärme und Strom mit möglichst viel erneuerbarer Energie. Auch an energieeffizienten Gebäudelösungen, die Lebensqualität und Leistbarkeit für die BewohnerInnen sicherstellen, wurde gearbeitet.

Die ausgewählten Stadtteile umfassen Neubau als auch Bestand. Sie stehen einerseits am Anfang der Planungen, als auch in einem fortgeschrittenen Stadium der Umsetzung. In Wien wurde aspern Die Seestadt Wiens ausgewählt. Das Neubaugebiet mit unterschiedlichen Nutzungen wie Wohnen, Büros, Gewerbe und Industrie befindet sich mitten in der Umsetzung.

Für die Entwicklung von Stadtteilen ergaben sich im internationalen Austausch folgende Anforderungen:

  • Innovative Formate der Zusammenarbeit der lokalen Stakeholderinnen und Stakeholder für eine gemeinsame Vision
  • Lokales Management und Entwicklungsgesellschaften zur Unterstützung von Prozess und Umsetzung vor Ort
  • Transparenz und Verfügbarkeit von Daten (beispielsweise zu Gebäuden und Energie)
  • Eine klar kommunizierte Strategie, die verschiedene Energiethemen integriert und langfristig handelt (Lebenszykluskosten)
  • Konkrete Zielsetzungen für den Stadtteil in Bezug auf gesamtstädtische Ziele
  • Planungs- und Vergabeverfahren für die Ausrichtung des Energiesystems aufbauend auf den Zielsetzungen
  • Verfahren und Instrumente zur Erlangung von Vereinbarungen und Verbindlichkeiten, um innovative Geschäftsmodelle zu ermöglichen
Stabdiagramm: Energiebedarf (Wärme, Strom, Kälte) für den Nordteil der Seestadt nach Versorgungsgebiet

Erste Abschätzung des Energiebedarfs für den Nordteil von aspern Seestadt

Für die Planungen zum Energiekonzept des Nordteils der Seestadt ist eine Abschätzung des zukünftigen Energieverbrauchs essenziell. In der Abbildung ist der Energiebedarf für Wärme (Heizen, Warmwasser), Kühlen und Strom pro Versorgungsgebiet dargestellt. Das Minimumszenario entspricht den gesetzlich geltenden Vorgaben nach Nationalen Plan im Jahr 2020. Das Effizienzszenario steht für eine zusätzliche Verbesserung der Gebäudequalität und Energieeffizienz bei der Wärmeversorgung und Stromverbrauch. Die gebietsspezifischen Planungen werden im Folgeprojekt Transform+ für Wien vertieft.


Partizipation

Im Rahmen von TRANSFORM wurde an einem Partizipationskonzept für die Smart City Wien Initiative gearbeitet. Eingebunden waren verschiedene Institutionen und Akteurinnen und Akteure der Stadt, die in ihrer alltäglichen Arbeit mit Bewohnerinnen und Bewohnern in Kontakt stehen.

Die Erfordernisse hinsichtlich Partizipation wurden anhand der Zielsetzungen der Smart City Wien Rahmenstrategie abgeleitet. Wichtige Handlungsbereiche sind:

  • Kooperation mit Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ("Leute mit Erfahrung")
  • Aufbauen auf Vorhandenem und dieses sichtbar machen
  • Setzen neuer Impulse
  • Schwerpunkte in Grätzeln
  • Nutzen der Partizipation für kooperatives Monitoring
  • Partizipation als Chance für Verwaltungsmodernisierung
Begriffe im Zusammenhang mit Partizipation aus der Smart City Wien Rahmenstrategie

Für das Gelingen von Klimaschutz und nachhaltiger Ressourcennutzung ist neben Beteiligung in der Entscheidungsfindung auch die aktive Mitgestaltung der Menschen im Rahmen der der Umsetzung essenziell. Zu dieser Mitgestaltung gehören auch ein erweiterter Gestaltungsspielraum der Bürgerinnen und Bürger sowie eine sozial inklusive Zusammenarbeit. Dies sind auch zentrale Elemente der Smart City Wien Rahmenstrategie.

Energieraumplanung

Mehr lokale erneuerbare Energie in der Erzeugung, smarte Netze für effiziente Verteilung und Speicherung sowie sparsamer Verbrauch und sparsame Gebäude sind zusammen mit ökologischen Verkehrsmitteln die wesentlichen Schwerpunkte für den Klimaschutz. Die räumliche Organisation bei Planung und Umsetzung dieser Bereiche ist die Aufgabe der Energieraumplanung. Angebot und Potenziale an Energie sollen mit aktueller und zukünftiger Nachfrage räumlich verbunden werden.

Dafür sind Informationen und Daten zu Angebot und Nachfrage im Energiebereich und relevanter Einflussfaktoren notwendig. Im Projekt TRANSFORM erfolgte eine Analyse und Aufbereitung dieser Daten anhand einer energieräumlichen Typisierung. Dadurch konnten im Projekt wichtige Grundlagen für die Aufgaben in den nächsten Jahren erarbeitet werden.

Betrachtete Merkmale waren:

  • Spezifischer Heizwärmebedarf des Gebäudebestandes
  • Errechnete Sanierungspotenziale
  • Solarpotenzial
  • Informationen zu EigentümerInnen-Struktur
  • Informationen zur ansässigen Bevölkerung
  • Nähe zur Fernwärme-Infrastruktur

Ein weiterer Bereich betrifft die Rahmenbedingungen der Energieraumplanung hinsichtlich Zuständigkeiten, rechtliche Grundlagen, technische Möglichkeiten sowie Instrumente. Wichtige Schwerpunkte für die nächsten Jahre sind verbindliche Zielsetzungen in den Stadtquartieren und Abkommen mit Eigentümerinnen und Eigentümern sowie Nutzerinnen und Nutzern für Grundstücke und Gebäude.

Für die Abschätzung der Gesamtperformance von Städten wurde in Zusammenarbeit mit internationalen Partnerinnen und Partnern ein Programm zur Simulation von Entwicklungen im Bereich Energie und Klima und der Durchführung von Maßnahmen entwickelt. Dies erfordert die Aufbereitung und Verfügbarkeit städtischer Gebäude-, Energie- und Infrastrukturdaten, als auch Informationen zu Kosten der Maßnahmen. Damit sollen Entscheidungen angesichts der komplexen und vielfältigen Informationslage zweckmäßig unterstützt werden.

Memorandum of Understanding

Am 3. Juni 2015 wurde in Amsterdam von Vertreterinnen und Vertretern der Städte Amsterdam, Genua, Hamburg, Kopenhagen, Lyon und Wien ein Memorandum of Understanding abgeschlossen und unterschrieben. Darin erklären sich die Städte zur weiteren Umsetzung der Klima- und Energiezielsetzungen, wie in TRANSFORM erarbeitet, bereit.

Rahmendaten

TRANSFORM ist ein Projekt des 7. Forschungsrahmenprogramms der Europäischen Kommission.

  • Förderprogramm: FP7-ENERGY-SMARTCITIES-2012, Coordination and support action
  • Finanziert durch: 7. EU-Rahmenprogramm für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration (7. RP)
  • Leistungszeitraum: Jänner 2013 bis Juni 2015
  • Beteiligte Städte: Amsterdam (Koordinator), Genua, Hamburg, Kopenhagen, Lyon und Wien
  • Beteiligte in Österreich: ÖIR GmbH, SIEMENS, AIT, Wiener Stadtwerke Holding AG
  • Beteiligte in Europa: Accenture (NL), Ove Arup & Partners (UK), Enel (IT), L'Association Hespul (FR), Agenzia Regionale Liguria (IT), TU Denmark (DK), Dong Energy Power (DK), Hamburg Energie GmbH (DE), IBA Hamburg GmbH (DE), Électricité Réseau Distribution France (FR)
  • Bearbeitung bei der Abteilung Stadtentwicklung und Stadtplanung (MA 18): Stephan Hartmann, Pia Hlava, Ina Homeier und Lara Tiede

Veranstaltungen

Publikation

Zu diesem Projekt wurde ein Info-Folder in deutscher und englischer Sprache erstellt. Die Folder stehen im Wissensmanagement als Download zur Verfügung und können über den Webshop gratis bestellt werden.

Kontakt


Logo der Europäischen Union Logo des 7. Forschungsrahmenprogramms

Dieses Projekt wurde aus Mitteln des 7. Forschungsrahmenprogramms der Europäischen Union kofinanziert.

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