EU-Projekt "CLUE - Climate Neutral Urban Districts in Europe"

Archivmeldung: Bitte beachten Sie, dass diese Inhalte möglicherweise nicht mehr aktuell sind.

CLUE - Climate Neutral Urban Districts in Europe war ein INTERREG IV C-Projekt mit einer Laufzeit von Jänner 2012 bis Dezember 2014 und einem Volumen von etwa 1,9 Millionen Euro.

Logo des CLUE-Projekts

Allen Konzepten zur Klimaneutralität gemein ist das generelle Bestreben, dem globalen Klimawandel durch die Senkung von anthropogen - also durch den Menschen verursachte - CO2-Emissionen entgegenzuwirken. Wesentlich dabei sind die festgelegten Systemgrenzen (geographischer Maßstab, berücksichtigte Sektoren, und andere) und die Emissionskategorisierungen. Das Spektrum reicht von Ansätzen wie "strikt ohne Kohlenstoff" über "Netto-Nullkohlenstoff" und "kohlenstoffneutral" bis zu "kohlenstoffarm".

Hier setzt das Projekt "Climate Neutral Urban Districts in Europe" an: CLUE sollte eine gemeinsame Perspektive zum Begriff Klimaneutralität beziehungsweise zur klimaneutralen und ressourcenschonenden Stadt(teil)entwicklung schaffen. Projektziel war es, in Zusammenarbeit der europäischen Städte, handlungspraktische Empfehlungen für Politik und Verwaltung zu erarbeiten, die für die Realisierung von klimaneutralen Stadtteilen relevant sind.

Dabei wurde auf eine ganzheitliche Betrachtung Wert gelegt. Unterschiedliche Aspekte zur Umsetzung von Klimaneutralität wurden miteinbezogen:

  • Legislativer Rahmen, regulative Instrumente, Rechtsordnung
  • Partizipation, Stakeholder-Prozesse und BürgerInnenbeteiligung
  • Strategische Instrumente, übergeordnete Pläne und Programme
  • Energieversorgungsysteme (Heizen, Kühlen) und Energieeffizienz
  • Mobilität und Verkehrsinfrastruktur

Durch gezielten Austausch von Expertise der beteiligten Städte und Forschungspartner wurden über 80 ausgewählte Beispielprojekte der Partnerstädte ("Good Practices") analysiert und daraus für die jeweiligen Bereiche Handlungsempfehlungen abgeleitet. Wien war für die Arbeitsgruppe Partizipation verantwortlich. Im Rahmen dieser Arbeitsgruppe wurde die Bedeutung von Partizipation bei der Umsetzung von Klimazielen und Klimaneutralität in unterschiedlichen Aspekten behandelt.

Communal Probes

Zudem konnte durch das Forschungsprojekt das Beteiligungsinstrument "Communal Probes für die Smart City Wien" entwickelt und erprobt werden. Communal Probes ermöglichen den Beteiligten sowie Planerinnen und Planern einen spannenden Perspektivenwechsel. Die Beteiligten können auf kreative Weise ihre Einstellungen und Sichtweisen, Ideen und Inputs zu bestimmten Fragen visualisieren. Durch diese subjektiven Darstellungen gewinnt die Planung wichtige Anhaltspunkte zur Sicht der Bevölkerung für den Umgang mit komplexen Themenbereichen.

Insgesamt beteiligten sich 21 Wienerinnen und Wiener an dem Communal Probes Prozess. Das mag auf den ersten Blick eine kleine TeilnehmerInnen-Zahl sein. Der Anspruch der Methodik liegt aber in der beiderseitigen tiefgreifenden Auseinandersetzung mit einem komplexen Thema und ist daher aufwendiger und zeitintensiver in der Analyse. Communal Probes eignen sich daher vor allem als Ergänzung zu quantitativen Erhebungen und erweitern diese um inspirierende visuelle Komponenten. Dadurch konnten Anhaltspunkte zu künftigen Aktivitätsbereichen für die Smart City Umsetzung ausfindig gemacht werden.

Screenshot des Startbildes zum Video

Video: Communal Probes - YouTube

Das nebenstehende Video zeigt den Aufbau und den Inhalt der Communal Probes. Dabei umfassten sie konkrete Fragestellungen zu den Bereichen Mobilität, Energie sowie Arbeit und Freizeit.

Im Bereich Mobilität konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter anderem ihre alltäglichen Wege und die damit verbundene Verkehrsmittelwahl abbilden und diese ihrer Vision der Smart City gegenüberstellen. Zudem wurden Bedürfnisse und Einstellungen in Bezug auf den Fußverkehr abgefragt.

Im Bereich Energie visualisierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Energieeinsparungs-Potenziale in ihrem Zuhause. Darüber hinaus setzten sie sich mit der Frage auseinander, welche davon dem eigenen Einflussbereich zugeordnet werden können und welche außerhalb der eigenen Gestaltungsmöglichkeiten wahrgenommen werden.

Im Bereich Arbeit und Freizeit haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Dialoge gestaltet, die den Alltag und das Leben zu diesen Themen in der Smart City abbilden. Wie sehen Arbeit und Freizeit künftig in der Smart City aus?

Rahmendaten

CLUE - Climate Neutral Urban Districts in Europe war ein INTERREG IV C-Projekt.

  • Koordinator: City of Stockholm - City Planning Administration
  • Laufzeit: Jänner 2012 bis Dezember 2014
  • Gesamtbudget: 1.895.431,36 Euro
  • EFRE-Förderquote: 75%
  • Budget Stadt Wien: 112.000,- Euro

Projektpartnerinnen und Projektpartner

  • City of Stockholm - City Planning Administration (Schweden)
  • Magistrat der Stadt Wien, Abteilung für Stadtentwicklung und Stadtplanung (MA 18)
  • Freie und Hansestadt Hamburg (Deutschland)
  • Gemeinde Paggaio (Griechenland)
  • Comune di Roma (Italien)
  • Risorse per Roma SpA (Italien)
  • Comune di Torino (Italien)
  • Delft University of Technology (Niederlande)
  • Marshal office of the Malopolska Region (Polen)
  • KTH - Royal Institute of Technology (Schweden)
  • Area Metropolitana de Barcelona (Spanien)
  • Edinburgh Napier University (Vereinigtes Königreich)

Veranstaltungen

Publikation

Zu diesem Projekt wurde ein Info-Folder in deutscher und englischer Sprache erstellt, der bei verschiedenen Veranstaltungen zur Verteilung gelangt. Die Folder stehen im Wissensmanagement als Download zur Verfügung und können auch über den Webshop gratis bestellt werden.

Kontakt

Logo der Europäischen Union Logo des INTERREG IV C-Projektes

Dieses Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung kofinanziert.

Verantwortlich für diese Seite:
Stadtentwicklung Wien
Kontaktformular