EUROPAN 9 - Wohnprojekt 22. Bezirk, Adelheid-Popp-Gasse

Die Visualisierung zeigt den Innenhof mit seinen zukünftigen BewohnerInnen (spielende Kinder, junge Familien, eine Seniorin)

Visualisierung des Oase 22-Platzes

Die "Oase 22" ist Teil des neuen Stadtviertels Neustadlau auf den ehemaligen Waagner-Biro-Gründen. Basierend auf dem städtebaulichen Entwurf des EUROPAN 9-Siegerprojekts vom Wiener Architektenteam studio uek ist hier ein generationengemischtes Wohnquartier mit rund 350 Wohneinheiten entstanden. Neben einer baulichen Struktur, die Möglichkeiten für gemeinschaftliches Wohnen eröffnet, liegt der Schwerpunkt des Projekts auf dem Angebot an hochwertigen Freiräumen und gemeinschaftlichen Einrichtungen.


Wettbewerbsthema

Das Luftbild zeigt das ehem. Waagner-Biro-Gelände in der Nähe der Stadlauer Straße. Das Plangebiet schließt westlich an die offene Wohnbebauung an und ist rot umrandet.

Ehemaliges Waagner-Biro-Gelände

Das Thema der neunten EUROPAN-Runde war "Nachhaltige Stadt und neue öffentliche Räume". In diesem Kontext sollte für ein Teilgebiet von Neustadlau ein Projekt entwickelt werden, das auf zwei Ebenen agiert. Auf der Ebene des Stadtteils war die Verknüpfung der unterschiedlichen Entwicklungen gefordert, der Fokus lag dabei auf "Soft Mobility". Auf der Ebene des Wohnprojekts sollte ein Schwerpunkt auf altersgerechtes Wohnen und Integration gelegt werden.


Siegerprojekt "Swobodas go Neustadlau – Zehn Häuser für ein Halleluja"

Die Visualisierung zeigt den mäanderförmigen Baukörper in der Axonometrie

Das Projekt behandelt das Thema des öffentlichen Raums in städtischen Randlagen mittels zweier unterschiedlicher Strategien. Auf der Ebene des Quartiers werden die vorhandenen, aber oftmals versteckten Qualitäten durch Interpretationen und minimale Eingriffe herausgearbeitet, um so zu einer Neubewertung von Öffentlichkeit zu gelangen. Das Wohnprojekt selbst reagiert in seiner Idee und Konfiguration auf die Insularität der Peripherie. Aufgrund von Lage und Maßstab wird für die Schaffung von (halb-)öffentlichem Raum eine klare bauliche Definition vorgeschlagen. Im täglichen Erleben der Bewohnerinnen und Bewohner fließen diese beiden Strategien ineinander und formen individuelle Stadträume.

Umsetzung

Der Plan zeigt die Dachdraufsicht inkl. der umgebenden Bebauung

Das städtebauliche Konzept des mäandrierenden Blockrands, wie er für das Projektgebiet vorgeschlagen wurde, wird im Zusammenwirken verschiedenster Akteurinnen und Akteure verwirklicht. Das von studio uek auf Basis des EUROPAN-Beitrags entwickelte städtebauliche Leitprojekt sah eine Teilung des Gebiets in vier Grundstücke vor. Die Baumassen und deren Verteilung wurden optimiert. Es wurde ein bauplatzübergreifendes Freiraum- (rajek barosch landschaftsarchitektur) und Partizipationskonzept (PlanSinn GmbH - Büro für Planung & Kommunikation) erstellt. Auf dieser Basis wurde ein Bauträger-Wettbewerb ausgelobt; studio uek war gemeinsam mit dem Bauträger Gesiba Fixstarter für ein Grundstück.

Insgesamt wurden 29 Gartensiedlungshäuser und 330 Wohneinheiten, darunter auch Wohngemeinschaften, errichtet. Studio uek plante neben 141 Wohnungen in unterschiedlichen Größen auch 30 betreubare Wohnungen sowie ein geriatrisches Tageszentrum. Neben dem großen bauplatzübergreifenden Gartenhof werden auch einige der Gemeinschaftseinrichtungen von allen Bewohnerinnen und Bewohnern der Oase genutzt, etwa ein großer Spiel- und Festraum, eine Sporthalle und eine Werkstatt. Die Dächer der einzelnen Bauteile werden über einen gemeinsamen Dachweg verbunden, der Dachterrassen, Pflanzgärten, eine Laufstrecke und eine Sommerküche verbindet.

Die Visualisierung zeigt die gemeinschaftliche Dachterrasse mit Blick über den Innenhof

Gemeinschaftliche Dachterrasse

Eine begleitende, koordinierende und stützende Moderation, die BewohnerInnen-Partizipation ermöglicht, wird ab dem Zeitpunkt der Besiedelung bereitgestellt. Ein "Nachbarschaftskuratorium" stellt die Kontinuität des sozialen Prozesses, der Aneignung und der Nachbarschaftsentwicklung sicher. Darüber hinaus kümmert es sich mit den Wohnbauträgern darum, dass zusätzliche Events, Prozesse, soziokulturelle Animation, künstlerische Intervention und Gemeinwesenarbeit möglich werden.


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