EUROPAN 10 - Wildgarten - Wohnen am Rosenhügel

Das Wohnprojekt Emil-Behring-Weg im 12. Bezirk befindet sich in der Umsetzungsphase. Auf den Baufeldern werden Hochbauprojekte realisiert.

Bundesanstalt für Virusseuchenbekämpfung, große Wiese, Bäume, Büsche

Projektgebiet

In den späten 1930er-Jahren wurde auf dem Areal am Emil-Behring-Weg die Schweinemastanlage der "Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt" errichtet. Später fand das Areal als "Bundesanstalt für Virusseuchenbekämpfung bei Haustieren" Verwendung. Heute liegt die Liegenschaft weitestgehend brach. Basierend auf dem städtebaulichen Entwurf des EUROPAN 10-Siegerprojekts des spanischen Architektenteams Arenas Basabe Palacios arquitectos soll nun auf dem Areal ein Wohnquartier mit 1.000 bis 1.100 Wohnungen, Kinderbetreuungseinrichtungen und Nahversorgung entstehen.


Wettbewerb

Luftbild mit gelb schraffierter Darstellung des Projektgebiets

Lageplan des Wettbewerbsgebietes

Die circa zehn Hektar große Liegenschaft wurde im Jahr 2009 von der Bundesimmobiliengesellschaft und der Stadt Wien bei der europaweiten Wettbewerbsinitiative für Wohn- und Städtebau (EUROPAN) eingebracht. Das Thema der zehnten EUROPAN-Wettbewerbsrunde ging der Frage nach, wie Räume in Gebieten mit einer starken Identität, aber obsolet gewordenen Funktionen adaptiert werden können, um eine neue Dynamik der Nutzung zu erzeugen.


Siegerprojekt "Gartenhof"

Modellausschnitt des Siegerprojekts "Gartenstadt 2.0"

Siegerprojekt

Das Projekt baut auf einem durchgehenden Gartenraster auf, um welchen sich verschiedene Gebäudetypen - Geschosswohnbau bis Zweifamilienhaustyp - anordnen. Diese wiederum weisen unterschiedliche Gebäudehöhen und Nutzflächen auf. Die Gebäudevielfalt soll das Gerüst dafür sein, dass verschiedene, sich gegenseitig ergänzende Wohnkonzepte ermöglicht werden und differenzierte Freiräume mit unterschiedlichen Qualitäten entstehen können. Sie ermöglichen auch eine gewisse Durchlässigkeit und reagieren auf die bestehende, angrenzende Bebauung.

Speziell die Kleinstrukturen übernehmen eine wichtige Funktion der Auflockerung und des sozialen Austauschs (geringere Anonymität). Ebenso tragen sie dazu bei, dass individuelle Freiräume und mannigfaltige Gebäude entstehen können. Die größeren Strukturen bilden das Rückgrat des Gebietes. Sie ermöglichen durch die "kritische Masse" die Versorgung mit sozialer Infrastruktur und Dienstleistungen, die auch den Anrainerinnen und Anrainern zugutekommen.

Umsetzung: "Gartenstadt 2.0"

Dreidimensionale Darstellung eines möglichen Bebauungsszenarios für das gesamte Projektgebiet

Visualisierung: mögliches Bebauungsszenario

Visualisierte Darstellung einer möglichen Freiraumsituation, Joggerin, Junge stehend in Wiese

Freiraumgestaltung


Im Rahmen eines interdisziplinären städtebaulichen Vertiefungsprozesses wurde das Siegerprojekt unter Einbeziehung des spanischen Siegerteams, von Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Fachbereichen, der Liegenschaftseigentümerin und Fachdienststellen der Stadt Wien überarbeitet. Das Ergebnis war ein Masterplan ("Gartenstadt 2.0"). Dieser definiert die städtebaulichen Entwicklungsvorstellungen für dieses Gebiet und stellt die Grundlage für einen künftigen Flächenwidmungs- und Bebauungsplan dar.

Neben dem Bebauungskonzept wurde ebenso das Grün- und Freiraumkonzept weiter ausformuliert. Des Weiteren wurden zentrale Fragen behandelt, die die technische und soziale Infrastruktur, die Erschließung des Areals, die Nachnutzung der unter Denkmalschutz stehenden Gebäude im Bereich Emil-Behring-Weg sowie die Rücksichtnahme auf die angrenzende bestehende Kleingartenanlage betreffen.

Im Zuge der ständigen Weiterentwicklung und Präzisierung entstand das Konzept "Wildgarten - Wohnen am Rosenhügel". Dieses greift die Idee "Wohnen im Grünen, aber doch in der Stadt, individuell aber nicht anonym" auf.

Liegenschaftseigentümerin des betreffenden Areals ist die ARE Austrian Real Estate Development GmbH.

BürgerInnen-Information

Änderungsplan nach BürgerInneninformationsveranstaltung

Änderungsplan Emil-Behring-Weg: 7 MB PDF

Seit Beginn des Verfahrens zur Festsetzung des Flächenwidmungs- und Bebauungsplanes hat es kontinuierlich Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der Kleingartenanlage Rosenhügel gegeben. Am 24. Juni 2014 fand im Schutzhaus Rosenhügel eine Informationsveranstaltung statt. Dort haben Architektinnen und Architekten, Freiraumplanerinnen und Freiraumplaner, Verkehrsplanerinnen und Verkehrsplaner sowie Vertreterinnen und Vertreter des Bauträgers und der Abteilung Stadtteilplanung und Flächennutzung (MA 21) das Projekt vorgestellt.

Bei den Gesprächen wurden die Anregungen, Wünsche und Beschwerden der betroffenen Bürgerinnen und Bürger aufgenommen. Sie wurden in den Planentwürfen, speziell im Planentwurf 2, welcher öffentlich auflag, so weit als möglich berücksichtigt (siehe Änderungsplan Emil-Behring-Weg).

Eine weitere Informationsveranstaltung fand im September 2014 im Zuge der öffentlichen Auflage zum Planentwurf 2 statt. Dort wurden der Planentwurf, der Antragsentwurf und die wesentlichen Änderungen zwischen den beiden Entwürfen 1 und 2 vorgestellt. Zudem standen Vertreterinnen der MA 21 für Fragen zur Verfügung.

Am 30. Juni 2015 hat eine weitere Informationsveranstaltung stattgefunden, bei der der aktuelle Planungsstand im Rahmen einer Ausstellung präsentiert wurde: Info-Veranstaltung - Entwicklungsprojekt "Emil-Behring-Weg".

Status der Planung

Der Flächenwidmungs- und Bebauungsplan (Plandokument 8097) wurde am 23. September 2015 vom Gemeinderat beschlossen.

Das Projekt befindet sich nun in der Umsetzungsphase. Dabei werden, koordiniert von der Generaleigentümerin (ARE Austrian Real Estate Development GmbH), die Baufelder etappenweise aufgeschlossen und zum Teil verkauft. Auf den einzelnen Baufeldern werden Hochbauprojekte durch verschiedene Bauherren realisiert.

Kontakt

DIin Anita Haider

Verantwortlich für diese Seite:
Stadtentwicklung Wien
Kontaktformular