Planungsprozess und Beteiligung - Erzherzog-Karl-Straße Süd

Im Planungsprozess werden die Ziele und Grundsätze, beispielsweise für die Bebauung sowie für die Grün- und Freiräume erarbeitet und die Bevölkerung von Beginn an eingebunden.

Hand schreibt auf Plakat mit Text

Im Rahmen des Planungsprozesses gibt es sogenannte Beteiligungsschleifen, also mehrere Zeitpunkte, an denen sich Bürger*innen einbringen können.

Aktueller Beteiligungsschritt nach dem städtebaulichen Wettbewerb

In einer Online-Infostunde am 14. Dezember 2021, von 18 bis 19.30 Uhr, hatten Interessierte neuerlich die Möglichkeit, sich über das Stadtentwicklungsgebiet und das Siegerprojekt zu informieren. Fragen wurden im Chat von Expert*innen der Stadt Wien, von Projektentwickler*innen und vom Siegerteam beantwortet.

Bevor die Planungen weiter vertieft werden und das Städtebauliche Leitbild ausgearbeitet wird, bestand die Möglichkeit, Anregungen zum Siegerprojekt zu machen. Diese Anregungen konnten bis spätestens 21. Dezember 2021 per E-Mail an mitreden@ma21.wien.gv.at den Planer*innen für die weitere Bearbeitung übermittelt werden. Die Anregungen werden geprüft und nach Möglichkeit in der Leitbildplanung berücksichtigt.

Erster Beteiligungsschritt vor dem städtebaulichen Wettbewerb

Die erste Beteiligungsmöglichkeit gab es Ende Februar bis Anfang März 2021 - noch vor Fertigstellung der Ausschreibung für den städtebaulichen Wettbewerb. Die Stadtteilplanung hat mehrere Möglichkeiten zur Beteiligung angeboten. An 9.000 Haushalte in der Umgebung wurden Info-Folder mit Rückantwort-Karten geschickt und über eine E-Mail-Adresse Rückmeldungen gesammelt.

In einem Online-Chat gab es zusätzlich die Möglichkeit sich mit Vertreter*innen der Stadt Wien und der Projektentwickler über die Zukunft des Gebietes auszutauschen:

Chat-Protokoll der digitalen Sprechstunde am 23.2.2021 (440 KB PDF)

Die rund 450 eingelangten Rückmeldungen wurden den Planer*innen sowie den Jury-Mitgliedern des städtebaulichen Wettbewerbs vorgelegt. Die Beiträge der Bürger*innen konnten somit schon in die erste Planungsphase einfließen.

Städtebaulicher Wettbewerb

In der ersten Phase des Wettbewerbs haben 30 Planungsbüros aus Österreich, Deutschland, Spanien, Portugal und Italien teilgenommen und ihre städtebaulichen Ideen für das Projektgebiet präsentiert. Aus den 30 Beiträgen wurden im Juni dieses Jahres 6 Projekte für eine vertiefende Weiterbearbeitung ausgewählt. Im Oktober 2021 wurde aus diesen 6 Projekten der Gewinner des Wettbewerbs von einer namhaften Jury aus Architektur, Städtebau, Freiraumplanung, Vertreter*innen der Stadt Wien, der Bauträger*innen und Fachleuten für Klimafragen und Verkehrsplanung gekürt. Das Siegerprojekt stammt vom Wiener Architekturbüro SUPERBLOCK und vom Wiener Freiraumplanungsbüro YEWO LANDSCAPES.

Im Siegerprojekt konnten folgende Anregungen und Ideen aus der ersten Bürger*innen-Beteiligung berücksichtigt werden:

  • Rücksichtnahme auf angrenzende Nutzungen und Bebauung
  • Keine Hochhäuser (Gebäude höher als 35 Meter)
  • Großzügige öffentliche Parkfläche
  • Hoher Grünanteil/viele Baumpflanzungen
  • Naturhafte Grünbereiche/Lebensräume für Pflanzen und Tiere
  • Fassaden- und Dachbegrünung
  • Bauplatzübergreifendes Regenwassermanagement
  • Öffentliche Aufenthalts- und Platzzonen zum Verweilen
  • Öffentliche Sport- und Spielflächen
  • Verkehrsfreies Wohnquartier

Aus folgenden Gründen konnten aber nicht alle Anliegen berücksichtigt werden:

Wien hat sich in den letzten 50 Jahren von einer schrumpfenden Stadt zu einer jungen und wachsenden Stadt entwickelt. Daher müssen weiterhin neuer Wohnraum und gleichzeitig attraktive Grün- und Erholungsflächen geschaffen werden. Wien ist bestrebt die neue Wohnbevölkerung im Stadtgebiet zu halten, um zusätzlichen Pendler*innen-Verkehr aus dem Umland zu vermeiden. Um den Bodenverbrauch klein zu halten, ist eine kompakte Siedlungsentwicklung erforderlich, die hochrangig mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen wird. Das bedeutet, dass qualitätsvolle Bebauungsdichten umgesetzt werden müssen, um gleichzeitig auch Grün- und Freiräume erhalten zu können. Im sehr gut erschlossenen Stadtentwicklungsgebiet Erzherzog-Karl-Straße Süd sind daher im Quartier-Inneren auch höhere Gebäude geplant, um Platz für einen 2 Hektar großen, frei zugänglichen Park freizuhalten. Zusätzlich wird es Spiel- und Sportplätze, ein durchgrüntes Wegenetz und kleine Plätze zum Aufenthalt und Durchstreifen des Gebiets geben. Bei den Planungen stehen umweltfreundliche Mobilitätsformen im Vordergrund. Ziel ist, dass die bestehenden Verkehrsbelastungen im Projektumfeld durch zusätzliche Autos nicht wesentlich erhöht werden.

Ausblick

Das Siegerprojekt wird nun unter Beiziehung von Fachexpert*innen zu einem sogenannten Städtebaulichen Leitbild weiterentwickelt. Es werden konkrete Aussagen zur Umsetzung der Ziele für ein lebenswertes Stadtviertel getroffen, wie die Gestaltung der Bebauung, die Anpassung an den Klimawandel, attraktive Grün- und Freiflächen und umweltfreundliche Mobilität. Die Anordnung der Gebäude, das Wegesystem, die Verortung von Geschäfts- und Gewerbeflächen sowie der Grün- und Freiraum werden weiter präzisiert.

Im Zuge der Leitbilderstellung wird es weitere Informations- und Beteiligungsmöglichkeiten für die Bevölkerung geben.

Das Städtebauliche Leitbild wird schließlich der Stadtentwicklungskommission zur Beschlussfassung vorgelegt und bildet dann die Grundlage zur Neufestsetzung des Flächenwidmungs- und Bebauungsplanes und zur Durchführung der erforderlichen Strategischen Umweltprüfung (SUP).

Über den Newsletter Stadtentwicklung (Stadtentwicklung Donaustadt ankreuzen) können Sie auf dem Laufenden bleiben und erfahren, wann und wie Sie sich in die weiteren Planungen einbringen können. Im Umfeld des Gebietes werden dann auch Einladungen per Postwurfsendung verteilt.

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