Fokus Erdgeschoßzone

Das Projekt "Fokus Erdgeschoßzone" hat sich von 2010 bis 2012 mit dem Leerstand von Flächen im Erdgeschoß beschäftigt. Im Fokus standen Erdgeschoßflächen außerhalb von klassischen Geschäftsstraßen.

Beispielbild für ein genutztes Erdgeschoßlokal vor dem eine Frau und ein Mann sitzen

Zwischennutzungen in Erdgeschoß

Die Erdgeschoßzone dient als Wohn-, Arbeits- und Lebensraum. Sie spielt eine wesentliche Rolle bei der Versorgung der Bevölkerung und ist ein wichtiger Schauplatz sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens. Häufig ist sie Schnittstelle zwischen Privat und Öffentlich. Sie leistet einen erheblichen Beitrag für die Aufenthaltsqualität im Straßenraum, sowie für die Attraktivität und den Wert von einzelnen Gebäuden und ganzen Vierteln.

Für eine funktionierende und lebendige Stadt sind daher die flexible Nutzbarkeit und die schnelle Adaptierbarkeit der Erdgeschoße von großer Bedeutung.

Prozess

Nachdem die Thematik der Erdgeschoße sehr vielschichtig und viel diskutiert ist, wurde die Bearbeitung nicht im Rahmen einer klassischen Studie durchgeführt, sondern als breit angelegter Prozess, der von der Technischen Universität Wien begleitet wurde.

Es wurden Werkstatt- und Arbeitsgespräche sowie eine Konferenz abgehalten und Fallstudien an fünf unterschiedlichen Orten in Wien durchgeführt ("Vorgartenstraße" im 2. Bezirk, "Am Hundsturm" im 5. Bezirk, "Servitenviertel" im 9. Bezirk, "Um den Schwendermarkt" im 15. Bezirk und "Wallensteinplatz" im 20. Bezirk). Darüber hinaus wurden rechtliche und immobilienwirtschaftliche Aspekte beleuchtet.

Ergebnisse

Die Erdgeschoßzone erweist sich als besondere Herausforderung für die Stadtplanung: Im Grenzbereich und Interaktionsraum zwischen Öffentlich und Privat ist der Einfluss der Stadtplanung auf ihre Entwicklung limitiert. Ihrem enormen Potenzial steht ein komplexes Geflecht an baulichen, rechtlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen einerseits sowie politischen, sozialen und kulturellen Erwartungshaltungen andererseits gegenüber.

Durch das Projekt wurde eine gemeinsame Wissensbasis der unterschiedlichen Akteurinnen und Akteure (Wirtschaftsagentur Wien, Wirtschaftskammer Wien, Wohnfonds Wien, Bauträgerinnen und Bauträger, Österreichsicher Verwand der Immobilientreuhänder, diverse Magistratsabteilungen und viele mehr) erarbeitet und ein Bewusstsein für die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit aller Beteiligten geschaffen.

Alle unterschiedlichen Ansätze und Herangehensweisen an die Fragestellung des Umgangs mit Flächen im Erdgeschoß, sowohl im Alt- als auch im Neubau, haben letztlich zu einer fast gemeinsamen Empfehlung geführt. Sowohl aus planerischer, organisatorischer als auch aus baurechtlicher Sicht wurde die Einrichtung einer Art "Agentur" außerhalb des Magistrats als zielführend erachtet. Diese soll als Service-, Anlauf-, Informations- und Vermittlungsstelle dienen und das umfangreiche fachliche, organisatorische und rechtliche Wissen bündeln.

Publikationen

Im Werkstattbericht "Perspektive Erdgeschoß" wurden die Ergebnisse des Prozesses gebündelt publiziert. Exemplarisch wurden an einigen Wiener Referenzgebieten Verbindungen zu realen Orten hergestellt. Stadtinterne und stadtexterne Institutionen sowie Akteurinnen und Akteure vermitteln ihr Wissen und stellen Initiativen, Visionen, Perspektiven und Strategien im Umgang mit der Erdgeschoßzone vor.

Zum Thema ist auch ein Newsletter der Abteilung Stadtentwicklung und Stadtplanung (MA 18) erschienen.

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