Geschichte der Donauregulierung

Erste Wiener Donauregulierung

Gemälde: Wien vom Bisamberg gesehen, im Vordergrund Felder

1849 wurde eine Donau-Regulierungs-Commission eingesetzt, die nach langen Beratungen die Planungen für die "Große Donauregulierung" aufnahm.

Zwischen 1869 und 1875 wurde auf einer Länge von etwas mehr als 13 Kilometern ein Durchstich zwischen Nussdorf und Albern gegraben. Zur schadensfreien Hochwasserabfuhr erfolgte der Bau eines weiten Überschwemmungsgeländes. Neben dem 284,5 Meter breiten Mittelwasserbett wurde am linken Donauufer auf einer Breite von 474 Meter ein weiteres Überschwemmungsgelände errichtet. In den Folgejahren entwickelte sich das Überschwemmungsgebiet zu einem beliebten Erholungsgebiet.

Die Hochwasserereignisse von 1897 und 1899 bestätigten die bestehenden Zweifel am ausreichenden Hochwasserschutz. Jedoch erst 1946 wurden neuerliche Überlegungen für einen verbesserten Hochwasserschutz aufgenommen. Sie sollten vor allem die städtebauliche Zielsetzung "Wien an die Donau" berücksichtigen.


Zweite Donauregulierung

Vom Hochwasserschutzprojekt zur Freizeitlandschaft

Historisches Foto: Blick auf die Donau, im Hintergrund Leopoldsberg,

Zur Vergrößerung des Durchflussquerschnittes wurde ein zweites rund 160 Meter breites Flussbett als Entlastungskanal längs des Hubertus- und des Marchfeldschutzdammes im damaligen Überschwemmungsgebiet errichtet. Dieses zweite Flussbett beginnt bei Langenzersdorf und mündet beim Ölhafen wieder in die Donau. Dadurch entstand die 21 Kilometer lange und durchschnittlich 200 Meter breite Donauinsel. Sie trennt die Donau von der Neuen Donau. Die Inselfläche wurde mit dem Aushubmaterial der Neuen Donau geschüttet.

Mit diesen Maßnahmen konnte der technische Hochwasserschutz, die Schiffbarkeit der Donau und die Errichtung der Kraftwerksstufe Freudenau gewährleistet werden.

Für die städtebauliche Einbindung des Hochwasserschutzprojektes wurde ein Wettbewerbsverfahren gestartet. Daraus entwickelte sich in Folge das "Wiener Modell" mit den Wettbewerbsgewinnern und den Fachdienststellen der Stadt als kooperatives Planungsinstrument. Wesentliche Vorgaben für die Planung waren:

  • Nutzung der Donauinsel als Erholungsgebiet
  • Verbindung zwischen Innenstadt und Kagran
  • Erzielung einer guten Erreichbarkeit

Im Rahmen dieses unkonventionellen Planungsmodells wurden zwischen 1974 und 1977 konkrete Empfehlungen zur Stadtentwicklung im weiteren Donaubereich erarbeitet und ein "Leitprojekt Donaubereich Wien" erstellt. Auch die künftige Gestalt von Donauinsel und Neuer Donau wurde festgelegt.

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