Mobil sein in der Seestadt

40 Prozent Radfahren und Gehen, 40 Prozent öffentlicher Verkehr und nur 20 Prozent Autoverkehr. So möchte die Seestadt eine lebenswerte, intelligente Stadt des 21. Jahrhunderts werden. Generell rückt der umweltfreundliche Verkehr in den Mittelpunkt: Eine U-Bahn-Linie mit zwei Stationen, eine S-Bahn-Station, sieben Buslinien aus allen Himmelsrichtungen und künftig auch die Straßenbahn sorgen für erstklassige öffentliche Anbindungen. Außerdem entwickelt die Seestadt innovative Mobilitätskonzepte.

Mobilitätsfonds geht neue Wege

Bahnsteig in U2-Station Aspern Nord mit Fahrgästen und U-Bahn

Der aspern Mobilitätsfonds fördert umweltfreundliche Fortbewegungsmittel und Mobilitätsprojekte in der Seestadt. Dafür verlieh der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) am 17. September 2014 den Mobilitätspreis 2014. Damit die Kombination aus Radfahren, Gehen und der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel attraktiv ist, braucht es neben einer guten Nahversorgung auch nahtlose Übergänge. Ein Beispiel dafür ist die Seestadt Flotte. Dieses Fahrradleihsystem, in das auch E-Bikes und Lastenräder integriert werden, erstreckt sich über sechs Stationen im Süden der Seestadt.

Anknüpfend an die vielen öffentlichen Verkehrsanbindungen und die aufwändig geplanten Freiräume stellt der Mobilitätsfonds eine Reihe von weiteren umweltfreundlichen Alternativen zur Verfügung: von "Hallo Dienstmann!" - einem umweltfreundlichen Zustellservice - bis hin zu einer Seestadt Card zur unkomplizierten Nutzung aller Angebote. Zur Eröffnung der Einkaufsstraße im Juni 2015 wurden bereits 1.700 Seestadt Trolleys verschenkt, die beim Einkaufen hilfreich sind.

Radfahren liegt im Trend

Verleihräder in der Seestadt

Das Mobilitätskonzept umfasst auch ein Fahrradverleihsystem.

Schon jetzt tut die Seestadt viel für Radlerinnen und Radler: Das bequeme und sichere Abstellen von Fahrrädern ist immer ein Thema im städtischen Bereich. Deshalb gibt es in allen Wohnhäusern Radabstellplätze. Auch können private Fahrräder im Raddepot direkt unter der U2-Station "Seestadt" sicher verwahrt werden. Auch im öffentlichen Raum werden zahlreiche Radabstellplätze zur Verfügung stehen.


Video: Seestadtflotte: Radverleihsystem in Aspern

Allein im Süden werden mehrere Kilometer Rad-, Mehrzweckstreifen und Radwege markiert und angelegt. Die hochwertig gestalteten Straßen, Wege und Plätze der Seestadt laden alle Menschen ein, zu verbleiben und zu Fuß zu gehen. In den Hauptstraßen der Seestadt hat man daher bewusst davon Abstand genommen, zwischen Gehsteigen und vielseitig nutzbaren Bereichen - etwa Schanigärten und anderen Aufenthaltsflächen - von den Fahrbahnen baulich getrennte Radwege zu führen. Dies würde zu Unsicherheit führen sowie Konflikte zwischen den Nutzerinnen und Nutzern nach sich ziehen. Zwischen Parkspur und Fahrbahn sind baulich getrennte Radwege verkehrsrechtlich nicht möglich.

Mit dem Auto in der Seestadt

Auch Autofahrerinnen und -fahrer tragen zur umweltfreundlicheren Seestadt bei. Dauerparken findet hier in Sammelgaragen statt. Im ersten Wohnquartier stehen insgesamt sechs Sammeltiefgaragen mit rund 1.900 Stellplätzen zur Verfügung. In vier der sechs Sammelgaragen ist sowohl das Dauer- als auch das Kurzparken für die Bewohnerinnen und Bewohner, aber auch für in der Seestadt Beschäftigte oder Gäste möglich.

Mit Blick auf das Gesamtkonzept sind die öffentlichen Räume der Seestadt nicht vordergründig für dauerhaftes Parken ausgelegt worden. Die Stellplätze im öffentlichen Raum werden in den Geschäfts- und Erschließungsstraßen von Beginn an von Kurzparkzonen (Montag bis Freitag: 8 bis 18 Uhr, Samstag: 8 bis 12 Uhr) umfasst und teilweise auch als Ladezonen, Taxistandplätze oder als Behindertenstellplätze genutzt.

Seit Februar 2016 steht in der Seestadt auch ein Carsharing-Angebot zur Verfügung. Dieses Service bietet sich insbesondere für Wochenendeinkäufe oder Besorgungen in den naheliegenden Gewerbeparks oder Ausflüge in die Natur an.

All das soll dazu beitragen, dass die Menschen vor Ort kurze Wege künftig umweltfreundlicher zurücklegen können. Ungeachtet dessen gilt in der Seestadt das Prinzip "Straße fair teilen" und Tempo 30. Im Einklang mit den Smart City-Zielen strebt die Seestadt an, dass nur 20 Prozent der Gesamtwege mit dem Auto zurückgelegt werden.

Baustelle mit Köpfchen wandert nach Osten

Plan der Mobilitätsangebote

Aktuelle Mobilitätsangebote: 560 KB JPG

Die Bautätigkeiten verlagern sich fortan schwerpunktmäßig nach Osten - ins Seeparkquartier - und rücken näher an die U-Bahn heran. Das Baulogistik- und Umweltmanagement aspern Seestadt (BL&UM) steuert dabei die Abläufe vor Ort und ist für die umweltverträgliche Organisation der Baustelle verantwortlich. Es leitet den Baustellenverkehr und sorgt für die Wiederverwendung anfallender Materialien vor Ort. Schätzungsweise hat die "intelligente Baulogistik" bislang weit über 125.000 Lkw-Fahrten außerhalb der Großbaustelle vermieden.


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