aspern Seestadt - ein "Urban Lab" der Smart City Wien

aspern Die Seestadt Wiens ist eines der größten Stadtbauprojekte Europas. Das vielerorts noch unbebaute Planungsareal ist somit ein perfekter Ort, um kluge Ideen, Konzepte und Technologien im Sinne der Smart City Wien Rahmenstrategie zu testen. Die Seestadt wird bis 2028 in mehreren Etappen entwickelt und bietet noch viel Platz und Zeit für zukunftsweisende Projekte.

Was hier gut funktioniert, könnte in ganz Wien oder auch andernorts umgesetzt werden. Die Seestadt steht für eine nachhaltige Stadtentwicklung und möchte mit Innovationsgeist und Experimentierfreude zu einer hohen Lebensqualität aller Wienerinnen und Wiener bei größtmöglicher Ressourcenschonung beitragen. Was sich vor Ort so tut, zeigen mehrere aktuelle Beispiele.

World Smart City Award geht nach aspern

Moderne Gebäude mit viel Freiflächen und Terassen sowie Photovoltaik-Anlagen

Das Forschungsprojekt Aspern Smart City Research wurde 2016 als bestes Energieforschungsprojekt ausgezeichnet. Sie konnte sich beim Smart City Expo World Congress in Barcelona gegen mehr als 250 Projekte aus 45 Ländern durchsetzen.

Seit drei Jahren forscht das Aspern Smart City Research-Team der Seestadt anhand realer Daten aus unterschiedlich genutzten Gebäuden zum Thema Energieeffizienz. Ziel der Forschungsarbeit ist es, sowohl die urbane Energieerzeugung als auch den Energieverbrauch in Stadtgebieten zu optimieren. Die Erkenntnisse der Aspern Smart City Research sollen letztendlich auch auf ganze Städte anwendbar sein.

Aspern Smart City Research überzeugte die internationale Jury, da alle Komponenten im Energiesystem, also Gebäude, Netz, Nutzerinnen und Nutzer sowie Informations- und Kommunikationstechnologien, im Projekt einbezogen werden.

Energieforschung in aspern Seestadt

Nachhaltige Paket-Zustellung

Mit DPD Austria hat nun ein führender privater Paketdienst in der Seestadt seinen ersten "City Hub", ein Lager samt Paketshop, eröffnet. Es wurde 2017 mit dem HERMES Verkehrs.Logistik.Preis, der höchsten Auszeichnung der österreichischen Verkehrs- und Logistikwirtschaft, in der Kategorie "Bester KMU" ausgezeichnet.

Vom "City Hub" aus werden die Pakete der Seestadt mit einem Elektrolastenrad und einem Elektrotransporter umweltfreundlich, lärm- und emissionsarm über die "letzte Meile" nach Hause geliefert. Nicht zustellbare Pakete können gelagert und selbst abgeholt werden. Der Paketshop steht auch für die Aufgabe von Paketen zur Verfügung.

Entwickelt wurde der "City Hub" im Rahmen des Projekts EMILIA, einem dreijährigen Leuchtturmprojekt des Klima- und Energiefonds.

Sanfte Mobilität

In der Seestadt bedeutet Mobilität ein Mix aus zahlreichen umweltfreundlichen Maßnahmen. Auf lange Sicht sollen 80 Prozent des Verkehrsaufkommens innerhalb der Seestadt umweltfreundlich abgewickelt werden. Dafür wurde ein Mobilitätsfonds ins Leben gerufen. Das Konzept erhielt 2014 den Mobilitätspreis des VCÖ. Eines der geförderten Projekte ist etwa die SeestadtFLOTTE. Dieses Fahrradleihsystem, bei dem auch E-Bikes und Lastenräder zur Verfügung stehen, erstreckt sich bereits über sechs Stationen im Süden der Seestadt.

Seit 2017 beschäftigt sich das Team des aspern.mobil LAB mit der Anwendbarkeit, Akzeptanz und Verbreitung von Mobilitätsinnovationen im Alltag. Ziel dieses transdisziplinären Forschungsvorhabens unter Federführung der TU Wien ist es, die Menschen als Benutzerinnen und Benutzer stärker in die Innovationsprozesse einzubinden und mit Co-Kreation und Co-Produktion umweltfreundliche Mobilitätsformen in der Stadt voranzutreiben. So stehen innovative Mobilitätsangebote vor Ort zur Verfügung, die unter Einbeziehung der Menschen vor Ort weiterentwickelt werden. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler prüfen unter anderem, ob sie effektiv und ökonomisch sind, vor allem aber, wie sie von den Seestädterinnen und Seestädtern angenommen werden.

Wiener Modell für Wasserversickerung

Mit dem "Wiener Modell" wird belastetes Straßenwasser in den Kanal abgeführt und wenig verunreinigtes Wasser in eine Sickermulde eingeleitet.

Dieses weltweit erste duale System zur Entwässerung wird es vorerst nur in der Pilotanlage in der Edith-Piaf-Straße in der Seestadt geben. Der Abschluss der Bauarbeiten beziehungsweise die Inbetriebnahme der Pilotanlage ist für Sommer 2017 vorgesehen.

Das "Wiener Modell" schont unter anderem das Grundwasser, führt sauberes Regenwasser in den natürlichen Wasserkreislauf zurück und entlastet die Kanalisation bei Starkregenfällen. Bewährt sich das System, ist eine breite Anwendung in geeigneten anderen Straßen vorgesehen.

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