Industrie 4.0 - Pilotfabrik in der Seestadt

Im Oktober 2017 startete in der Seestadt Österreichs erste Pilotfabrik für die Industrie 4.0. Sie ist mit modernen Maschinen ausgestattet, um neue Produktionsverfahren zu entwickeln.

Ein Mann arbeitet an einem 3-D-Drucker.

Auf Initiative des bmvit und mit Unterstützung der Stadt Wien entwickelt die Technische Universität Wien in der Seestadt eine Infrastruktur, mit der sich heimische Unternehmen auf die Zukunft der Industrieproduktion einstellen: Die durchgängige Digitalisierung und Vernetzung von Werkzeugmaschinen, Robotern und Produkten über das Internet - kurz Industrie 4.0.


Standort Technologiezentrum Seestadt

Rendering des Technologiezentrum Seestadt zeigt Gebäudekomplex mit Straßen und Grünflächen

Unternehmen erforschen und entwickeln in der Pilotfabrik neue Produktionsmethoden und -verfahren, um sie später im regulären Betrieb zu verwenden. Gestartet ist die Pilotfabrik im Technologiezentrum Seestadt. Ab 2018 soll die Pilotfabrik mit dessen Ausbau weiter wachsen: Neben dem Konzern Hoerbiger, Opel und den weiteren Unternehmen wie ATOS vor Ort, ist die Pilotfabrik ein wichtiger Baustein für einen Technologie-Hotspot in der Seestadt.

Hier ist es das Ziel, innovative Lösungen zu finden, die vom weltweiten Wettbewerb unterscheidbar machen. Das sichert derzeit die Arbeit von 170.000 Menschen in 8.500 Wiener industrienahen Unternehmen.

Industrie 4.0

Österreichische Produktionsunternehmen sind schon jetzt im internationalen Spitzenfeld, etwa bei Maschinenbau, Kfz-Komponenten, High-Tech-Werkstoffen und in der Umwelttechnik. "Industrie 4.0" sichert ihnen einen fixen Platz in internationalen Zulieferketten. Dafür benötigen die Unternehmen neue Methoden und Verfahren, die sie außerhalb des regulären Betriebs in Pilotfabriken entwickeln und testen müssen. Für viele heimische Produktionsunternehmen wäre es jedoch zu teuer, sich eine eigene Pilotfabrik zu bauen. Daher werden vier Millionen Euro in die erste Pilotfabrik investiert. Die Hälfte finanziert das bmvit, den Rest die TU Wien und beteiligte Unternehmen.

Gemeinsam mit den Unternehmen plant die TU zum Beispiel die "variantenreiche Serienfertigung". Das ist eine Form der Produktion, in der Kundinnen und Kunden individuelle Einzelstücke vom Fließband erhalten, zum Beispiel maßgeschneiderte Prothesen und persönlichen Bedürfnissen angepasste Autos. Der bisherige Gegensatz zwischen günstiger Fließbandproduktion und teuren Einzelstücken soll in der digitalisierten Fabrik nicht mehr gelten.

Alle Abläufe in der Fabrik können zudem am Computer virtuell simuliert werden, was für eine noch effizientere Produktion entscheidend ist. In der Pilotfabrik werden daher auch die Kommunikation zwischen Maschinen, aber auch Sicherheitsaspekte und optimale Datenmaterialauswertung untersucht.

Außerdem wollen die TU Wien und die Unternehmen in der Pilotfabrik individualisierte 3-D-Drucker produzieren. 3-D-Druck ist eine Schlüsseltechnologie für die Produktion.

Die Pilotfabrik soll darüber hinaus auch als Lernlabor für die Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter genutzt werden.

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