Bauen und Energie - aspern Seestadt

aspern Seestadt wird nach einem Masterplan von Johannes Tovatt etappenweise entwickelt.

Seestadt mit See von oben

Die Gebäude des ersten, bereits fertiggestellten neuen Viertels im Südwesten der Seestadt weisen zumindest Niedrigenergiestandard auf, einige wurden in Passivhausqualität errichtet. Schon rund 6.800 Menschen leben hier. Die Wohnhäuser sind größtenteils an das Wiener Fernwärmenetz angeschlossen. Auf und in geförderten Gebäuden wurden zudem die Voraussetzungen für den Betrieb von Solaranlagen geschaffen. Dächer und Schächte sind im Bedarfsfall für Nachrüstungen ausgelegt.

Das derzeit im Bau befindliche Seeparkquartier orientiert sich, wie alle Bauetappen in der Seestadt, an den Vorgaben der Umweltverträglichkeitsprüfungen (UVP) von 2010 und 2018.

Im nächsten Quartier Am Seebogen, dem ersten Viertel im Norden des Sees, wird der geförderte Wohnbau wieder eine wichtige Rolle spielen. Grundlage sind die Ergebnisse des 2. Seestädter Bauträgerwettbewerbs von 2017. Sämtliche Wettbewerbe bauen außerdem auf dem Master-, den Flächenwidmungs- und dem Bebauungsplan auf. Dazu kommen weitere Leitfäden wie zum Beispiel eine eigene "Partitur des Öffentlichen Raums" von Jan Gehl oder der TQB-Baustandard der Österreichischen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (ÖGNB).

Energieforschung

Eine Besonderheit stellen hier die Bauprojekte dar, die Teil des Forschungsprogramms Aspern Smart City Research (ASCR) sind. Hier kommen innovative Energietechnologien zum Einsatz. Die Forschungsgesellschaft ASCR nimmt den kombinierten Betrieb von Wärmepumpen, Solarthermie-, Photovoltaik- und Hybridsolaranlagen sowie thermischen und elektrischen Speichern im Echtbetrieb unter die Lupe. Mit einem Schulgebäude, einer Wohnanlage und dem als Passivhaus errichteten Greenhouse-Studentenheim stehen unterschiedliche Gebäudetypen in ihrem Fokus. Ziel ist es, gemeinsam mit den Nutzerinnen und Nutzern in den nächsten Jahren Erkenntnisse für einen effizienten Umgang mit Energie in der Praxis zu sammeln. Aufgrund des großen Erfolgs wurde das Projekt 2018 um fünf weitere Jahre verlängert. Im Zuge dessen werden viele weitere städtische Gebäude analysiert.

Energieforschung in aspern Seestadt

Fernwärme

Die Wärme-Grundversorgung der Seestadt erfolgt durch Fernwärme. Diese weist in Wien aufgrund des Betriebs von KWK-Anlagen einen sehr niedrigen Primärenergiefaktor auf. Ihr regenerativer Anteil hätte ursprünglich durch ein Geothermie-Pionierprojekt weiter erhöht werden sollen. Dieses ambitionierte Vorhaben der Wien Energie hätte bis zu 40.000 Haushalte Wiens, darunter auch die mindestens 10.500 Wohneinheiten der Seestadt, versorgen können. Das Kraftwerk war rund drei Kilometer östlich der Seestadt geplant. Die Seestadt kann von dieser vielversprechenden Wärmequelle noch nicht profitieren. Indes setzt Wien Energie seine Forschungsarbeit zur Geothermie fort. Im Rahmen der Projekts Geotief Wien wird das Wiener Becken mit zahlreichen Partnerinnen und Partnern geologisch derzeit noch besser erkundet.

Im Südosten der Seestadt greift bereits das Wirtschaftsleben Platz. Schon seit 2012 ist das Technologiezentrum Seestadt in Betrieb. In ihm sind schon zahlreiche Firmen beheimatet. Es wird derzeit erweitert. Einen Steinwurf davon entfernt entsteht bis 2020 auch das zentrale Seeparkquartier. Auch die gewerblichen Baufelder der ersten Etappe werden über das Fernwärmenetz beziehungsweise mit alternativen Energietechnologien versorgt. Die produzierenden Unternehmen Hoerbiger und Wien Work nutzen aus betrieblichen Gründen zudem eigene Gasanschlüsse. Ein erweiterbares 20-kV-Stromnetz hält für Betriebsbebauungen vor Ort in Sachen Elektrizität sämtliche Versorgungsoptionen offen.

Niedriger Energiebedarf

Generelles Ziel ist es, den Energiebedarf in der Seestadt möglichst niedrig zu halten. Selbst die Beleuchtung des Straßenraums folgt dieser Prämisse und setzt auf LED-Technik. Der aspern-Beirat prüft unterschiedliche Bauprojekte - auch die Gewerbeimmobilien und betriebliche Gebäude - auf ihre Qualität. Mindestvorgaben zum Thema "Nachhaltiges Bauen" nach den Kriterien der Österreichischen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (ÖGNB) spielen in der Seestadt eine große Rolle. Dabei werden die Mindestanforderungen im Seeparkquartier und im Quartier Am Seebogen weiter erhöht. Zahlreiche ausgezeichnete Bauprojekte stehen in der Seestadt. Das Technologiezentrum Seestadt hat als Plusenergiegebäude die Messlatte bereits zu Beginn sehr hoch angesetzt. 7 weitere Gebäude, darunter auch die Schulgebäude, erreichten sogar den ÖGNB-Goldstandard.

Die Seestadt versteht sich außerdem als Urban Lab der Smart City Wien im Sinne des europäischen TRANSFORM-Programms. Es ist ein Ort, an dem intelligente Ideen, Konzepte und Technologien ausprobiert werden. Jüngste Beispiele dafür sind das Holzhybridhochhaus Hoho-Wien oder der Lieselotte-Hansen-Schmidt-Bildungscampus, dessen innovatives Energiekonzept auf Bauteilaktivierung beruhen wird.

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