Kooperative Verfahren in der Stadtplanung

Das kooperative Planungsverfahren ist ein neues Planungsinstrument, bei dem PlanerInnen sowie andere relevante AkteurInnen unter Einbindung von BürgerInnen direkt kooperieren.

StadtenwicklerInnen und BürgerInnen besprechen mögliche Planungen

Die aktuelle Entwicklung Wiens ist mit hohen Anforderungen an die Stadtplanung verbunden. Um bestmöglich darauf reagieren zu können, müssen entsprechende Planungsinstrumente zur Verfügung stehen. Dazu zählen unter anderem die in den letzten Jahren vermehrt angewandten kooperativen Planungsverfahren.

Anders als bei städtebaulichen Wettbewerben steht bei kooperativen Verfahren nicht das konkurrierende Planen im Vordergrund, sondern das gemeinsame Entwickeln von städtebaulichen Lösungsansätzen. Dadurch erhalten alle Beteiligten die Möglichkeit, ihren Standpunkt einzubringen: Planerinnen und Planer, Investorinnen und Investoren, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Stadtverwaltung und selbstverständlich auch die Bevölkerung.

Evaluierung

Anfangs fehlten für diese neue Form des Planens noch die Erfahrungen, und nicht alle Beteiligten fanden darin auch sofort ihre Rolle. Um aus den Erfahrungen zu lernen, gute Ansätze weiterzuentwickeln und Schwächen zu beheben, wurde eine Evaluierung der ersten kooperativen Verfahren durchgeführt. In einer konstruktiv-kritischen Auseinandersetzung sollten die positiven und die negativen Aspekte der untersuchten Verfahren aufgezeigt und daraus Empfehlungen abgeleitet werden.

Grundlagen

Aufbauend auf der Evaluierung wurden die Grundlagen, die bei der Konzeption und Durchführung eines kooperativen Verfahrens zu beachten sind, zusammengestellt. Voraussetzung für das Gelingen eines solchen Verfahrens ist, dass von der Vorbereitung bis zum Abschluss des Verfahrens bestimmte Grundsätze beziehungsweise Regeln beachtet werden. Diese Regeln sind nicht als penibel einzuhaltende Vorgaben zu verstehen, aber sie bilden die Basis dafür, dass ein kooperatives Verfahren ein für die maßgeblichen Beteiligten zufriedenstellendes und damit auch umsetzbares Ergebnis liefert. Es soll aber auch einen Spielraum für künftige Innovationen geben.

Beispiele

BürgerInnenbeteiligung

BürgerInnenbeteiligung wurde von Beginn an als wesentliches Element der kooperativen Verfahren verstanden. Ziel ist die Erfassung von NutzerInnenbedürfnissen, insbesondere der AnrainerInnen und zukünftigen AlltagsnutzerInnen eines Stadtteils. In den Grundlagen für kooperative Verfahren wird der BürgerInnenbeteiligung ein eigenes Kapitel gewidmet, damit die begleitenden Beteiligungsprozesse besser geplant werden können. Ausgangsbasis war die Studie Praxisbuch Partizipation. Die Gestaltung der Beteiligung variiert je nach Größe, Art und Komplexität der Planungsaufgabe. Der intensive Austausch im Zuge des Planungsprozesses bringt ein besseres Verständnis für die Standpunkte der anderen Beteiligten und erhöht letztlich die Akzeptanz für das Ergebnis.

Publikationen

Die Ergebnisse der Evaluierung sowie die Grundlagen für kooperative Planungsverfahren erschienen im Eigenverlag der Stadtentwicklung Wien in der Schriftenreihe "Werkstattberichte". Sie stehen im Wissensmanagement gratis als Download zur Verfügung. Gedruckte Versionen können im Web-Shop Stadtentwicklung bestellt werden.

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